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Ortsrat und Bürgermeister spekulieren: Verladebahnhof Grohnde eventuell kein Thema mehr

Pläne für Kiestransport bereits vom Tisch?

Grohnde (cb). Bei den Einwohnern von Grohnde wächst die Hoffnung, dass sie von einem geplanten Verladebahnhof für Kiestransporte verschont bleiben. Ortsrat und Gemeindeverwaltung werten es zumindest als ein positives Zeichen, dass von dem Kieswerk Ernst Müller GmbH Co. KG mit dem Abbaugebiet in Bodenwerder-Kemnade noch nicht in Aussicht gestellt worden ist, wann eine Probeverladung des Rohstoffs in Grohnde vorgesehen sein könnte. Sie war ursprünglich noch in diesem Monat geplant gewesen. „Es gibt nach wie vor keinen Termin“, berichtete Bürgermeister Andreas Grossmann bei der Sitzung des Ortsrates, die von zahlreichen Einwohnern angesichts des umstrittenen Themas besucht wurde.

veröffentlicht am 22.11.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 02:21 Uhr

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Grossmann hatte zuvor mit dem Geschäftsführer des Unternehmens telefoniert, um einen aktuellen Sachstand zu erhalten. Nähere Einzelheiten habe er dazu nicht erfahren können, meinte der Bürgermeister. Deshalb könne er über Gründe nur spekulieren. Eine Möglichkeit sei, dass für diesen Monat keine Spedition gefunden worden sei. Seine persönliche Einschätzung aber sei, dass vom Kieswerk andere Möglichkeiten geprüft würden, so Grossmann.

Wie berichtet, hatte das Unternehmen im September Pläne vorgestellt, die Kiestransporte von Bodenwerder aus in den norddeutschen Raum verstärkt auf die Schiene zu verlagern. Dazu sollte die Bahnstrecke ab Grohnde wieder aktiviert werden, um jährlich 60 000 Tonnen Kies mit Lkw nach Grohnde zu transportieren, um sie dort auf Güterzüge zu verladen. Dazu sollten dort der Verladebahnhof und die Bahnstrecke saniert werden. Nach Angaben des Werks würde dies jährlich 2400 Lkw-Fahrten durch die Grohnder Bahnhofstraße bedeuten – was zu heftigen Protesten der Einwohner führte. Als Alternative zu dieser 500 000 Euro Kosten verursachenden Lösung war schon im September von einer 4,3 Millionen Euro teuren Variante die Rede: mit der Reaktivierung der Bahnstrecke ab Kemnade, für die aber auch Mülltransporte des Landkreises Holzminden und Transporte des Kalkwerkes Hehlen auf die Schiene verlegt werden sollten. Bürgermeister Grossmann äußerte bei der Sitzung am Dienstagabend die Vermutung: Wenn sich weitere Nutzer für die Bahntransporte ab Kemnade finden würden, könnte sich diese Möglichkeit für das Kieswerk rechnen. Dann könnte es sein, dass das Unternehmen von den Plänen für Grohnde Abstand nehmen würde.

„Das wäre ein wenig beruhigend für uns“, meinte Ortsbürgermeisterin Rita Bode. Schließlich hätte bereits die Überlegung, den Kies mit zwei oder drei Zügen probehalber in Grohnde zu verladen, schon „für reichlich Zündstoff gesorgt“. Die Verkehrs- und Lärmbelastung sei bereits jetzt sehr hoch, meinte Bode. Auf eine Probeverladung hätte die Gemeinde keinen Einfluss, meinte Grossmann. Anders stelle sich die Situation dar, wenn das Kieswerk mit dem Verladebahnhof Grohnde eine dauerhafte Lösung plane. Dann werde es für das Unternehmen ein Genehmigungsverfahren mit gewissen Vorgaben geben, beispielsweise mit einem Lärmgutachten. Was Grossmann aber auf Nachfrage von Horst Fischer (SPD) bekräftigte: Die Gemeinde Emmerthal hätte keinen finanziellen Vorteil wie Gewerbesteuer dadurch, dass in Grohnde Kies verladen werde.

Gemeinderatsmitglied Rolf Keller (CDU), der als Gast an der Sitzung teilnahm, empfahl dem Ortsrat, schon jetzt deutlich gegen die Pläne Stellung zu beziehen, auch wenn das Unternehmen vielleicht jetzt davon Abstand genommen hätte. Zu dieser Reaktion hätte möglicherweise die ablehnende Haltung der Einwohner beigetragen, die bei der Sitzung im September offenbar geworden sei. Keller: „Der Ortsrat muss sich eindeutig positionieren und öffentlich Druck machen, damit das Unternehmen weiß, dass es mit Protesten zu rechnen hat.“ Allerdings: Der Ortsrat verzichtete am Dienstag auf einen Beschluss.



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