weather-image
10°

Mensa des Flecken Aerzen in der Domänenburg kommt jetzt bei Schülern bestens an

Pilze werden einfach püriert

AERZEN. Am Anfang war sie das unbeliebte Stiefkind: Die Mensa des Flecken Aerzen in der Domänenburg. Mit neuem Konzept hat sie dieses Tief jetzt bewältigt.

veröffentlicht am 03.02.2019 um 17:30 Uhr

Erfolgsgeschichte: Mit viel Engagement wurde das Essen durch Mensaleiterin Almuth Bossog schülergerecht umgewandelt.
59.225-02

Autor

Sabine Brakhan Reporterin
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Anfangs hagelte es Kritik vor allem Seiten der Schule im Hummetal. Es wurde anfangs bemängelt, dass die angebotenen Speisen kein Schüleressen sei, sondern eher der Verpflegung von Erwachsenen entspräche. Und auch die mangelnde Abwechslung im Speiseplan wurde kritisiert. Mittlerweile hat sich das das Blatt komplett gewendet. Neben den Oberschülern und Oberschülerinnen nutzen mehr und mehr Schüler und Schülerinnen, die die Nachmittagsbetreuung in der verlässlichen Grundschule in Aerzen besuchen, das Angebot des Mittagstisches in der Mensa. Die 78 Sitzplätze, die die Mensa in der Domänenburg zu bieten hat, sind in der Mittagszeit nahezu alle besetzt.

Rund 70 Essen gehen regelmäßig von Montag bis Donnerstag über den Edelstahltresen. „Am Freitag sind es weniger, aber es kommen immer noch etwa 20 Kinder zum Essen“, berichtet Almuth Bossog, die Leiterin der Mensa. Der Erfolg stellte sich aber nicht von selber ein, daran musste gemeinsam mit der Aramark-Küche gearbeitet werden“, berichtet sie. Gekocht wurde und wird das Essen nach wie vor von der Firma Aramark in der Küche der Firma Lenze in Groß Berkel. Als Almuth Bossog die Leitung der Mensa vor knapp sieben Jahren übernahm, kamen beispielsweise noch regelmäßig Riesenschnitzel auf die Teller. „Das waren einfach keine Kinderportionen, und am Ende musste viel Übriggebliebenes entsorgt werden. Hier wurden beispielsweise nach Rücksprache die Portionen deutlich verkleinert, und nun essen die Kinder ihren Teller auch eher leer. Wer noch Hunger hat, bekommt selbstverständlich Nachschlag“, erzählt Almuth Bossog von kleinen Änderungen mit großer Wirkung.

Nichts widerstrebt ihr mehr, als Lebensmittel wegwerfen zu müssen, betont die Mensaleiterin. Bestimmte Dinge mögen die meisten Kinder aber einfach nicht, musste die zweifache Mutter in der Aerzener Mensa die Erfahrung machen: Pilze in der Soße zum Beispiel oder Spinat und Ei. Entweder werden diese Dinge vom Speiseplan gestrichen, um nicht in der Mülltonne zu landen, oder die Küche greift zu kleinen Tricks. „Pilze werden manchmal püriert und dann ist auch Pilzsoße ganz lecker“, verrät Almuth Bossog. Ähnlich verhält es sich, wenn - wie heute - Fischnuggets auf dem Speiseplan stehen. Der Begriff Fisch ist für viele Kinder von vorn herein ein Ausschlusskriterium. Da wird gar nicht erst probiert. Nuggets hingegen gehen immer. Und wenn die panierten Häppchen ohne genaue Inhaltsangabe erst einmal von Almuth Bossog oder ihrer Mitarbeiterin Diana Lubig auf dem Teller angerichtet sind, schmecken sie plötzlich doch ganz lecker – auch wenn sich nicht, wie eigentlich erwartet, Hähnchenfleisch unter der Panade verbirgt.

Jamie isst regelmäßig in der Aerzener Mensa: Ihm schmeckts!

Fragt man die Erstklässlerin Sina und Melina aus der 2. Klasse nach ihrem Lieblingsessen, sind sich die beiden Mädchen schnell einig: Nudeln. „Die sind besonders lecker und da holen wir uns auch manchmal Nachschlag“, berichten die Grundschülerinnen. Auch der Nachtisch kommt bei den Kindern gut an, allerdings muss der ab und an erst noch von Almuth Bossog etwas aufgepeppt werden. „Dazu habe ich von der Küche bunte Streusel oder Schokoflocken angefordert, um ein bisschen Farbe und Abwechslung in die Schälchen zu bringen“, berichtet die Mensaleiterin.

Die Grundschule wählt für alle ihre Schüler und Schülerinnen aus dem Angebot im Vorfeld ein Essen aus, während die Oberschüler bei der Essenbestellung selbst aus zwei Menüangeboten täglich wählen können. Vorbestellt wird eine Woche im Voraus. Besondere Rücksicht nimmt die Küche auf Moslems, und bietet für die Kinder, die dieser Glaubensgruppe angehören, Mahlzeiten ohne Schweinefleisch an. Auch vegetarisches Essen kann bestellt werden. Eine besondere Betreuung erhält eine Schülerin mit Diabetes. Ihre Essenportion wird von ihrer Schulbegleiterin direkt an der Ausgabe abgewogen. Auch darauf ist man in der Mensa eingestellt.

Während der Kernzeiten wird Almuth Bossog von einer Kollegin unterstützt, damit sich vor der Essenausgabe keine allzu lange Warteschlange bildet. Mit der Einführung der betreuten Ganztagsschule hat sich der Zulauf der Mensa deutlich gesteigert. Allerdings müssen nicht alle Kinder, die den ganzen Tag in der Schule verbringen, am Mensaessen teilnehmen. Auch sogenannte „Brotdosenkinder“ sind in den Räumen der Mensa willkommen. Der Flecken Aerzen ist mit der positiven Entwicklung und den Ergebnissen der Mensa in der Domänenburg sehr zufrieden, wie es aus dem Rathaus heißt. „Die durch Frau Bossog und Frau Lubig angestoßenen Veränderungen zeigen ja auch nachhaltigen Erfolg, wofür ich beiden sehr dankbar bin“, erklärt Aerzens Erster Gemeinderat Andreas Wittrock. Die ausgegebenen Mittagessen entsprechen etwa einem Drittel der Gesamtschülerzahl der Grundschule Aerzen. Im letzten Jahr wurde der Küchenbereich auf Initiative der Mitarbeiterinnen angepasst, was Arbeitsabläufe erleichtert. „Es ist es für mich ganz wichtig, auf den Erfahrungen der Mitarbeiterinnen notwendige Veränderungen vorzunehmen, um die Attraktivität der Mensa zu erhalten beziehungsweise beständig auszubauen“, so der Erste Gemeinderat.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt