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Resolution verabschiedet / Bei der Sitzung kamen alle Argumente noch einmal auf den Tisch

Ortsrat will Grundschule in Grohnde erhalten

Emmerthal / Grohnde (cb). Mit einer Resolution hat sich der Ortsrat Grohnde mehrheitlich gegen die Schließung der Grundschule in dem Weserdorf ausgesprochen. Die Gemeinde Emmerthal sollte die dafür erforderlichen Schritte nicht einleiten, so die Forderung. Lediglich Ortsbürgermeisterin Rita Bode und Hans-Heinrich Kietzke, die auch dem Gemeinderat angehören, enthielten sich der Stimme.

veröffentlicht am 03.09.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 22:21 Uhr

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Zuvor waren ausgiebig die Argumente, die für und gegen eine Schließung sprechen, ausgetauscht worden, wobei den Einwohnern bei einer Sitzungsunterbrechung die Gelegenheit gegeben wurde, sich an der Diskussion zu beteiligen. „Schön wäre es, wenn alles so bleiben könnte, wie es ist“, hatte die Ortsbürgermeisterin die Sitzung in der gut besuchten Sporthalle eröffnet. Doch angesichts zurückgehender Geburtenzahlen sei man gezwungen, in die Zukunft zu schauen und mit neuen Konzepten wie dem des Bildungshauses die Chance zu nutzen, so Rita Bode.

In diesem Jahr fünf Einschulungen

Von einem Handlungszwang sprach Bürgermeister Andreas Grossmann angesichts der demografischen Entwicklung und der schwierigen Finanzsituation, die auch die Grundschule Grohnde betrifft. Gerade einmal fünf Einschulungen habe es jetzt an der Einrichtung mit insgesamt 40 Kindern gegeben. Zwar ließen die Jahre 2010 und 2014 noch einmal bis zu elf Einschulungen erwarten, doch dazwischen liege die Zahl zwischen vier und sechs Kindern. Grossmann erinnerte daran, dass der zuständige Arbeitskreis mit Politikern und pädagogischen Fachkräften den Erhalt beider Standorte der kleinen Grundschulen Grohnde und Amelgatzen favorisiert habe, weil „wir auch nicht wollen, dass die Dörfer weiter ausbluten“, so der Bürgermeister. Entsprechende Varianten, beispielsweise über jahrgangsweise abwechselnde Einschulungen in beiden Orten oder ein Außenstellenmodell, seien von den zuständigen Landesbehörden abschlägig beschieden worden.

Das wollte Maren Stelzer-Metje (CDU) nicht gelten lassen. Ausführlich hatte das Ortsratsmitglied, gleichzeitig Elternvertreterin der Grundschule, alle Gründe aufgeführt, die für ein Bildungshauskonzept auch in Grohnde mit der benachbarten Kindertagesstätte sprechen. Sie sieht nicht nur die Möglichkeit, dass die Lüntorfer Kinder die Schule in Grohnde besuchen könnten, sondern setzt auf die politische Unterstützung der CDU-Landtagsabgeordneten Ursula Körtner. Sie habe versichert, dass die Landesschulbehörde sich nicht in Schließungen einmische, nur von selbst tätig werde, wenn die Zahl der Kinder unter 15 insgesamt sinke, so Maren Stelzer-Metje.

„Nicht noch mehr Porzellan zerschlagen“

Der frühere Ortsbürgermeister Horst Missal sah eine Ungleichbehandlung der beiden Dörfer, wobei Grohnde rund doppelt so viele Einwohner wie Amelgatzen habe. Vor einer kurzfristigen Entscheidung durch den Rat bis zum 1. Oktober warnte der frühere Gemeindedirektor Martin Delker, der sich ebenfalls für den Erhalt der Grundschule aussprach. „Überlegen Sie das sehr sorgfältig“, appellierte er an die Politik angesichts der „komplexen Situation“. Es sollte versucht werden, beide Standorte zu erhalten, „bevor noch mehr Porzellan zerschlagen wird, Emotionen hochkommen und Ortsratsmitglieder in Konflikte kommen“, so Delker, der selbst in dem Weserdorf wohnt.

Auf ein ganz anderes Argument verwies Hans-Heinrich Kardinal, Rektor der Albert-Schweitzer-Schule in Hameln, die als Förderzentrum für Grohnde zuständig ist. Bei acht Kindern in Grohnde handele es sich um Schüler mit besonderem Förderbedarf aus dem ganzen Gemeindegebiet. Damit stimme das Verhältnis nicht mehr, das Ziel einer gemeinsamen Beschulung werde immer weniger erreicht. Aus pädagogischer und organisatorischer Sicht empfehle er, die Kinder mit Förderbedarf in Kirchohsen zu unterrichten.

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