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Planungen in Hameln beschäftigen Schulleitung, Elternvertreter und Politik / Vielfältige Überlegungen

Offen für die IGS – Aerzen als Standort sichern

Aerzen (sbr). Nun beginnt sie also, die Elternbefragung zur Ermittlung des Interesses an einer Integrativen Gesamtschule durch die Stadt Hameln und den Landkreis. Welche Möglichkeiten eröffnen sich, um den Schulstandort Aerzen für die Zukunft zu sichern? Und könnte die Gründung einer Integrativen Gesamtschule über den Standort Hameln hinaus eine der zu diskutierenden Möglichkeiten für Aerzen sein?

veröffentlicht am 01.10.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 01:41 Uhr

Die Leiterin der Schule im Hummetal, Cornelia Händchen, vertritt
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Die statistisch zu erwartenden Schülerzahlen sprechen eine deutliche Sprache: Wurden in diesem Jahr innerhalb der Gemeinde Aerzen noch 100 Kinder eingeschult und besuchen damit 400 Grundschüler die beiden Schulstandorte Aerzen und Groß Berkel, so rechnet man für das Jahr 2025 mit lediglich noch 75 Abc-Schützen und insgesamt 297 Erst- bis Viertklässlern. Zurzeit schlagen etwa 45 bis 50 Prozent der heimischen Kinder nach der Grundschule die gymnasiale Schullaufbahn ein. Bis zur Abschaffung der Orientierungsstufe im Jahr 2004 waren es lediglich 30 Prozent, die sich für den Besuch eines Gymnasiums entschieden. Ein nahezu gleichgroßer Teil der Schülerschaft strebt nach wie vor einen Realschulabschluss an, aber nur eine geringe Anzahl der ehemaligen Grundschüler (unter 20 Prozent) entscheidet sich für den Besuch des Hauptschulzweiges der Aerzener „Schule im Hummetal“.

Zahlen, die auch den Kreistagsabgeordneten und ehemaligen Aerzener Bürgermeister Peter Bartels alarmieren. „Ich habe keine Probleme mit der Gründung einer Integrativen Gesamtschule am Schulstandort Hameln, sondern kämpfe für den Erhalt des Schulstandortes Aerzen im Sekundarbereich 1“, erklärt Peter Bartels seinen persönlichen Standpunkt auf Anfrage.

„Zahlreiche Studien belegen, dass heterogene Lerngruppen sowohl für schwächere als auch für leistungsstarke Schüler förderlich sind“, meint die Aerzener Schulleiterin Cornelia Händchen zum Thema Integrative Gesamtschulen. Sie gibt allerdings zu bedenken, dass die Potenziale aller Kinder und Jugendlichen nur genutzt werden können, wenn auch bestimmte Rahmenbedingungen erfüllt sind.

Die Schulleiterin, die selbst Unterrichtserfahrungen an Gesamtschulen machen konnte und früher an der Gründung einer der ersten Gesamtschulen in Niedersachsen beteiligt war, vertritt die Ansicht, dass eine Schule nicht automatisch dadurch zur IGS wird, dass man das Türschild austauscht. So müsse beispielsweise eine bestimmte Gebäudestruktur vorhanden sein, und die Schule sollte unbedingt als verbindliche Ganztagsschule geführt werden. „Wichtig sind auch eine gut funktionierende Teamarbeit zwischen den Lehrkräften sowie die Anwendung des kooperativen Lernens. Diese beiden Voraussetzungen sind in Aerzen schon jetzt gegeben. Die Schule im Hummetal versteht sich seit Jahrzehnten als eine Schule für alle Aerzener Kinder. Nicht nur Haupt- und Realschüler werden hier auf ihre Schulabschlüsse vorbereitet, sondern auch einige der gymnasialempfohlenen Grundschüler wählen jedes Jahr den Weg über den Realschulzweig in eine gymnasiale Oberstufe, dies zurzeit wieder mit steigender Tendenz“, so Cornelia Händchen.

Und trotz ständig sinkender Schülerzahlen besuchen momentan 50 Kinder mehr als noch vor 10 Jahren prognostiziert die Schule im Hummetal. Zudem denkt die Aerzener Schule, die über umfangreiche Erfahrungen mit Integrationsklassen verfügt, über ihre Weiterentwicklung zur „inklusiven Schule“ nach, um den Artikel 24 der UN-Resolution (Rechte von Menschen mit Behinderungen) angemessen umzusetzen, wie die Schulleiterin mitteilt.

„Wir werden versuchen, im Rahmen unserer Möglichkeiten bestmögliche Bildungsarbeit zu leisten, um somit für die Bürger des Fleckens Aerzen eine attraktive Alternative zu den zweifellos ebenfalls guten Angeboten in Hameln aufzuzeigen. Welche Resonanz eine Hamelner IGS haben wird, bleibt abzuwarten. Sollten die Erfolge so überzeugend sein, dass sich später aufgrund einer weiteren Initiative auch für die Schule im Hummetal die Notwendigkeit einer Umwandlung in eine IGS ergibt, haben die Lehrkräfte, die teilweise 20 Jahre an der Aerzener Orientierungsstufe tätig waren, „damit keine Probleme“, erklärt Cornelia Händchen weiter.

In jedem Fall wird in Anbetracht der abnehmenden Schülerzahlen vor allem auch zusammen mit den Grundschulen über kreative Lösungen nachzudenken sein. In der Zusammenarbeit aller Beteiligten, denen das Wohl des Schulstandortes Aerzen am Herzen liegt, könnte dabei auch eine ganz spezielle Variante für Aerzen herauskommen, wagt die Schulleiterin einen vorsichtigen Blick in die Zukunft.

Die Vorsitzende des Schulelternrates der „Schule im Hummetal“, Dörte Schirmag, warnte vor falsch verstandener Zurückhaltung beim Thema Integrative Gesamtschule: „Wir müssen aufpassen, dass der Zug nicht ohne uns in Richtung Zukunft davonfährt.“

Eine Informationsveranstaltung der Initiative IGS Hameln-Pyrmont beginnt am Montag, 4. Oktober, um 19.30 Uhr in der Grundschule in Aerzen, Königsförder Straße 24.



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