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Stamm von Fäulnis befallen / Neuanpflanzung an der Marienkirche

Nur der Baumstumpf zeugt noch von der mächtigen Linde

Aerzen (sbr). Das genaue Alter des Lindenbaumes, der die fast 860 Jahre alte Geschichte der Aerzener Marienkirche über ein Jahrhundert lang begleitet hatte, und Ende der Woche gefällt werden musste, lässt sich nicht mehr bestimmen. Sein mächtiger Stamm samt Hauptgeäst war bereits auf einer Höhe von 15 Metern im Inneren von Fäulnis befallen und hohl. Aufgrund dieses massiven Befalls war die Standsicherheit des Baumes nicht mehr gewährleistet.

veröffentlicht am 14.03.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 17:41 Uhr

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Zu diesem Ergebnis kam Tetje Böger, Fachmann für Garten- und Landschaftsbau, während der jüngsten Baumpflegearbeiten an den mächtigen alten Linden rund um die Marienkirche. Eine schnelle Entscheidung war gefragt, um eine mögliche Gefährdung von Passanten und benachbarten Gebäuden sowie dem Straßenverkehr auf der nahen Bundesstraße abzuwenden. Der Kirchenvorstand der evangelischen Marienkirchengemeinde hatte keine Wahl und sprach sich für die sofortige Beseitigung des nicht unter Naturdenkmalschutz stehenden Baumes aus. „Ich gehe davon aus, dass der Baum etwa 150 Jahre alt war“, sagt Aerzens Pastor Thomas Mayer. Aus der Kirchengeschichte weiß er, dass im Laufe der Jahrhunderte immer wieder Lindenbäume rund um die Marienkirche gepflanzt wurden.

Schon bei den Germanen und den Slawen galt die Linde als heiliger Baum. Nach Kriegen oder Pestepidemien gab es viele Jahrhunderte den Brauch, sogenannte Friedenslinden zu pflanzen. Viele der in unserer Region erhaltenen alten Lindenbäume wurden unmittelbar nach Ende des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71 gepflanzt. Dieser Epoche rechnen Pastor Thomas Mayer und Tetje Böger auch die jüngst gefällte Linde zu. Der jetzige Amtsinhaber geht davon aus, dass der Lindenbaum sehr wahrscheinlich während der fast 40-jährigen Amtszeit von Pastor Johann Karl Christian Bosse, der von 1838 bis 1877 in Aerzen tätig war, seinen Platz in unmittelbarer Nachbarschaft zum Kirchturm bekam.

Der mächtige Baumstamm wurde vor Ort in Stücke gesägt und abtransportiert. Der Baumstumpf wird in den nächsten Tagen noch abgefräst, damit er nicht zur Stolperfalle wird. Anschließend steht einer Neupflanzung nichts mehr im Weg. Eine weitere Linde musste in ihrer Astgabel mit Seilen stabilisiert werden, damit der Stamm durch mögliche Schwingungen der Krone nicht gespalten wird. Ihr fehlt jetzt zwar der Schutz des gefällten Baumes, aber die Sicherung durch Seile ist eine reine Schutzmaßnahme für den noch gesunden Baum, sagt der Fachmann.



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