weather-image
13°
Arbeiten am Rittergut Ohr fertig

Nun strahlt es wieder

OHR. Nun strahlt es wieder in den für den Klassizismus typischen hellen Farbtönen: Das Herrenhaus des Rittergutes Ohr wurde seit Oktober letzen Jahres – sozusagen von Kopf bis Fuß – aufwendig saniert. Es ist nun wieder ein echter Hingucker.

veröffentlicht am 12.06.2017 um 13:12 Uhr

Das Rittergut Ohr: Auch die architektonisch interessante Rückseite des im klassizistischen Stil erbauten Haupthauses wurde saniert. Foto: sbr
59.225-02

Autor

Sabine Brakhan Reporterin
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

OHR. Nachdem vor zwei Jahren der Pavillon im Garten des Ritterguts saniert wurde, ist nun mit dem Abschluss der Sanierungsarbeiten am Herrenhaus auch das Ziel der Blickachse vom Ohrbergpark hinunter ins Wesertal wieder ein echter Hingucker. Symbolisch fanden die umfangreichen Arbeiten an der Außenhülle des 1872 im klassizistischen Stil erbauten Gutshauses mit einer kleinen Feierstunde, zu der die Familie von Hake die beteiligten Gewerke sowie zahlreiche Gäste eingeladen hatte, ihren Abschluss.

Angefangen mit der Neueindeckung des Schieferplatten-Walmdaches über die Sanierung der Fassade bis hin zu Gebäude erhaltenden Maßnahmen am Sockel des denkmalgeschützten Haupthauses standen zeitaufwendige und kostenintensive Arbeiten auf dem Renovierungsplan, der nur Dank zum Teil sehr großzügiger Unterstützung durch das Landesamt für Denkmalpflege, Fördermittel aus einem Sonderprogramm des Bundes und Europamittel sowie finanziellen Zuwendungen aus der Deutschen Stiftung Denkmalschutz realisiert werden konnte, wie Denkmaleigentümer Dietrich Freiherr von Hake dankbar betont.

Wer ein Baudenkmal besitzt, weiß aus Erfahrung, dass die Unterhaltung nicht nur sehr kostenintensiv ist, sondern sich auch die eine oder andere unerwartete Überraschung hinter den zum Teil Jahrhunderte alten Mauern verbirgt. Bei der jüngsten Sanierung am Haupthaus vom Rittergut Ohr war das nicht anders. „Sandstein erwies sich nicht als Sandstein und Beton war nicht Beton“, berichtet Dietrich Freiherr von Hake.

Zum Abschluss der umfangreichen Sanierungsarbeiten am Haupthaus des Rittergutes Ohr erklärt Dietrich Freiherr von Hake Einzelheiten der Fassadensanierung. Foto: SB
  • Zum Abschluss der umfangreichen Sanierungsarbeiten am Haupthaus des Rittergutes Ohr erklärt Dietrich Freiherr von Hake Einzelheiten der Fassadensanierung. Foto: SB

Ein Beispiel: Waren die Planer anfangs davon ausgegangen, die Fensterbänke seien in Sandsteinausführung gebaut worden, so stellte sich im Zuge der Renovierungsarbeiten heraus, dass die Erbauer des Herrenhauses vor 145 Jahren auf einen günstigeren Baustoff gesetzt hatten. Die Dachdecker der Firma Dieter Griese Bedachungen aus Emmerthal. hingegen förderten einen kleinen Schatz zutage. Dachdeckermeister Stephan Stallmann berichtet, dass eine der alten Dachschiefer einer alten Handwerkertradition folgend die eingeritzte Jahreszahl 1904 trug. „Sie stammt wahrscheinlich aus einer früheren Reparatur des Daches“, vermutet der Fachmann und erzählt darüber hinaus weiter, dass auch er und seine Mitarbeiter sich auf einer der neu verbauten Schieferplatten verewigt haben.

Probleme mit dem Dach des Gutshauses gab es schon, solange er denken kann, berichtet Dietrich Freiherr von Hake, der auf dem Gut aufgewachsen ist. Er erinnert sich seit Kindertagen daran, dass bei bestimmten Wetterlagen auf dem Dachboden Wannen hin und her geschoben werden mussten. „Wenn Regen und Wind ungünstig zusammenkamen, wurde das Dach undicht“, berichtet er. Das Wannenrücken auf dem Dachboden hat mit der Neueindeckung ein Ende gefunden.

145 Jahre ist das Hauptgebäude des Rittergutes Ohr mittlerweile nun schon alt und genauso viele Jahre hatte das alte Dach auf den Sparren und Balken. Damals war das Walmdach des zweigeschossigen klassizistischen Massivbaus mit einer für diese Region eher ungewöhnlichen Rechteck-Doppeldeckung aus Schieferplatten eingedeckt worden. „Bei der Dachsanierung wurde diese außergewöhnliche Art der Schiefereindeckung beibehalten, was eine besondere Anforderung an das handwerkliche Geschick der Dachdecker darstellt und eine echte Herausforderung war“, erklärt Dietrich Freiherr von Hake.

Die ursprünglich einmal lediglich hell verputzte Fassade des Gutshauses war in den 1970er-Jahren einer ersten Sanierung unterzogen und in diesem Zuge auch erstmals einfarbig weiß gestrichen worden. „Der aktuelle Neuanstrich wurde in einer farblich abgesetzten klassizistisch hellen Farbtönung ausgeführt, die in die Zeit gehört“, erläutert Dietrich Freiherr von Hake den interessierten Gästen.

Als sehr gut, kooperativ und zielorientiert lobte der Denkmaleigentümer die Abstimmung und Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege Niedersachsen und der Unteren Denkmalschutzbehörde beim Landkreis Hameln-Pyrmont.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt