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Fortsetzung der Sprachkurse für Flüchtlinge in Emmerthal stand auf der Kippe

Notfalls wollte Grossmann selbst sammeln

Emmerthal. Deutschkurse für Flüchtlinge – auch in Emmerthal sieht man die Notwendigkeit für diese Form der Integrationshilfe. Umso erboster war die Gemeinde über die Nachricht, dass die Finanzierung durch übergeordnete Stellen gefährdet schien. Doch jetzt scheint es doch noch mal Geld zu geben.

veröffentlicht am 27.04.2016 um 13:24 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:48 Uhr

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Autor:

Friedrich-Wilhelm Thies
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„Wir leisten hier eine ganze Menge in Sachen Betreuung von Schutzbedürftigen“, sagte Emmerthals Bürgermeister Andreas Grossmann in Bezug auf die Flüchtlingssituation in der Gemeinde. Vor diesem Hintergrund zeigte Grossmann in der Sitzung des Ausschusses für öffentliche Einrichtungen, Soziales und Kultur wenig Verständnis dafür, dass die Finanzierung durch das Land oder den Bund für einen in Emmerthal angebotenen VHS-Sprachkurs gefährdet war. Der Verwaltungschef war sogar schon auf Spendensuche gegangen. „Doch die Sache hat sich entspannt. Es gibt deutliche Signale, dass die Finanzierung weiterläuft“, berichtete der Bürgermeister gestern Morgen nach der Ausschusssitzung.

Bereits Jessika Klein, Fachkraft für Flüchtlingsbetreuung in der Gemeinde Emmerthal, hatte in ihrem Bericht vor den Mitgliedern des Fachausschusses darauf hinwiesen, wie wichtig das Erlernen der Sprache für eine sinnvolle Integration ist und Barrieren abbaut. Daher hat die Gemeinde einen Deutschkurs über die VHS angeboten, deren Finanzierung durch das Land zunächst im Mai enden sollte. Das verärgerte Bürgermeister Grossmann in der Sitzung: „Da wird immer davon geredet, wie wichtig das Erlernen der Sprache für die Eingliederung ist und dann soll es keine Anschlussfinanzierung für Sprachkurse, die wir anbieten, durch das Land oder den Bund geben. Da habe ich kein Verständnis für.“ Man sei gut beraten, das Ganze so weiter zu führen. Da ihm die Sache sehr am Herzen liege, war der Bürgermeister umso mehr erfreut, als er gestern vermelden konnte: „Unsere Bedenken sind wohl gehört worden. Auch wenn es noch nicht ganz feststeht, aber die weitere Finanzierung eines solchen Deutschkurses scheint gesichert.“ Grossmann war sogar schon als Spendensammler aktiv geworden. „Es gab zunächst einmal Zusagen für rund 3000 Euro, aber Gelder sind noch nicht gezahlt werden. Wahrscheinlich werden wir das Geld nicht brauchen oder wir verwenden es für andere sinnvolle Zwecke.“ Jesssika Klein konnte weiter berichten, dass in Esperde noch ein Sprachkurs im ehrenamtlichen Engagement angeboten wird. Die Fachkraft stellte fest, dass diese Kurse nicht nur die Deutschkenntnisse, sondern auch die Gemeinschaft fördern, da etwa aufgegebene Hausaufgaben zusammen erledigt werden. Als weitere Veranstaltung wies sie noch auf ein Info-Gespräch hin, in den heimische Firmen, das Job-Center, die Agentur für Arbeit und Arbeitgeberverbände an einem Tisch gebracht werden sollten, um Möglichkeiten der Flüchtlingsbetreuung auszuloten. Hier zeigte sich Grossmann enttäuscht, dass von rund 150 Betrieben in der Gemeinde nur sieben an der Runde teilnahmen. In diesem Zusammenhang schlug Matthias Koch (CDU) vor, die Gemeinde solle sich als Vorbild bei den Arbeitgebern präsentieren und noch mal überlegen, ob Flüchtlinge nicht wie in anderen Gemeinden auch am Bauhof tätig werden könnten. 116 Schutzsuchende gibt es laut Jessika Klein derzeit in der Gemeinde Emmerthal, darunter 24 Familien und 14 Einzelpersonen. Bei den Familien sind die Herkunftsländer zumeist der Irak, Iran und Syrien, bei den Einzelpersonen ist es Algerien. Bis Ende Juni sind 34 weitere Flüchtlinge angekündigt. „Wohnraum dafür ist nach derzeitigem Stand vorhanden. Und all unsere Schutzsuchenden werden nicht zuletzt durch einen großen ehrenamtlichen Einsatz betreut“, so die Fachkraft für Flüchtlingsbetreuung. Ein Frauencafé, ein musikalischer Abend oder ein geplantes Begegnungscafé seien dabei nur einige Projekte.tis



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