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Eheleute Jan und Hannelore Larsen heirateten heute vor 50 Jahren in der Kapelle von Schloss Schwöbber

Norweger trifft seine große Liebe im Exil

Grupenhagen. Wären die Wirren des Zweiten Weltkrieges und die daraus resultierenden Folgen nicht gewesen, Jan und Hannelore Larsen hätten sich sicher nie kennengelernt und könnten heute nicht ihre goldene Hochzeit im Kreis ihrer großen Familie feiern.

veröffentlicht am 10.03.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 18:21 Uhr

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Autor:

Sabine Brakhan
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Der Krieg hat Jan Larsen nicht nur früh den Vater genommen, zeitweise schien es auch so, als solle er seine Mutter nie wiedersehen. 1939 geboren, wuchs der Norweger bis zu seinem sechsten Lebensjahr in Kirkenes bei seinem Onkel auf, da seine Mutter zum Arbeitsdienst in Norwegen verpflichtet worden war.

Nach Kriegsende kam er in ein Kinderheim in Sarpsborg, da es seiner mittlerweile mit einem Deutschen verheirateten Mutter nicht gestattet wurde, das Kind mit nach Deutschland zu nehmen. 1950 endlich traf er zum ersten Mal seine Mutter in Hannover. „Ich weiß noch genau, dass ich ein Schild um den Hals trug, auf dem mein Name stand“, erinnert sich der heute 73-Jährige an die Reise ins Ungewisse.

Sprachschwierigkeiten hatte der junge Norweger kaum, denn von den Soldaten in Kirkenes hatte er bereits als kleiner Junge die deutsche Sprache gelernt. In Hannover beendete Jan Larsen seine Schulausbildung und erlernte anschließend den Beruf des Melkers. Da sein Lehrbetrieb dem Neubau des VW-Werkes in Stöcken weichen musste, wechselte er nach seiner Lehre zur Hamelner Molkerei. Hier trafen sich die Jubilare 1960 zum ersten Mal.

Hannelore Kuhlmann aus Schwöbber, damals 17 Jahre alt, hatte eine Radtour nach Hameln unternommen. „Sie war mir sofort aufgefallen und so bin ich einfach mit dem Motorrad hinter ihr hergefahren“, berichtet Jan Larsen von seinem erfolgreichen Flirtversuch. 1962 wurde in der Kapelle auf Schloss Schwöbber geheiratet und noch im selben Jahr musste der junge Ehemann und mittlerweile auch Vater seine achtmonatige Militärzeit im norwegischen Stavanger ableisten. „Sonst wäre ich staatenlos geworden“, erklärt er. Doch das sollte nicht die letzte berufliche Trennung des Paares sein.

Jan Larsen war viele Jahre auf Auslandsmontage, da er in seinem erlernten Beruf als Melker keine Arbeit mehr fand. 1968 zog die Familie ins Eigenheim in Grupenhagen. Hannelore Larsen hat neben der Erziehung der Kinder zeitweise in der Schuhfabrik in Groß Berkel sowie der Hamelner Firma Mess gearbeitet. Seit 1996 genießen die Jubilare ihren Ruhestand gern im eigenen Garten. „Wenn es die Gesundheit erlaubt, fahren wir jedes Jahr einmal nach Norwegen“, erzählt Hannelore Larsen, die die Heimat ihres Mannes liebgewonnen hat.



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