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Landrat und Bürgermeister hoffen auf Einsicht der Pendler

Neuregelung in Amelgatzen – mit Appell an Autofahrer

EMMERTHAL. Die Debatte um die umstrittene Verkehrsregelung in Amelgatzen als Folge der Großbaustelle erlebt eine neue Wendung: Der Landkreis hebt die Beschränkung auf, durch seit Mitte Januar der Birkenweg, Schlesierweg und Koppelweg für den Fahrzeugverkehr gesperrt sind und nur Anlieger diese Straßen nutzen dürfen.

veröffentlicht am 08.02.2018 um 17:03 Uhr

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Der Landkreis begründet in einer Mitteilung mit „einer neuen Faktenbewertung“. Gleichzeitig weist die Behörde den Nutzern der Straße eine „verantwortliche Rolle für eine dauerhafte Lösung“ zu.

„Eine gute Lösung für alle gibt es nicht. Entweder die Anlieger leiden und die Straße ist hoffnungslos verstopft oder wir trennen die örtliche Gemeinschaft“, zitiert die Pressestelle Landrat Tjark Bartels. „Deswegen geht es nur, wenn die Autofahrer freiwillig möglichst häufig die Umleitung nutzen.“

Die geforderte Ausweitung des Anliegerbereiches auf Amelgatzen und Nachbarorte sei rechtlich weder zulässig noch polizeilich kontrollierbar. Auch eine vorbehaltlose Aufhebung der Anliegerbeschränkung hätte massive Verkehrsbehinderungen ebenso wie eine übermäßige Anliegerbelastung zur Folge.

Nach intensiven Gesprächen unter Beteiligung von Landrat Tjark Bartels, Bürgermeister Andreas Grossmann und der Kreistagsabgeordneten und Fraktionsvorsitzenden im Emmerthaler Rat, Ruth Leunig, ist deshalb gemeinsam entschieden worden, die Anliegerbeschränkung wieder aufzuheben. Um die sich daraus ergebende Belastung für die Anwohner erträglich zu halten, soll eine Tonnagebeschränkung für die genannten Straßen von 3,5 Tonnen gelten. Die erforderliche verkehrsbehördliche Anordnung soll schnellstmöglich erteilt werden.

Daneben ist verabredet worden, an den Umleitungsstellen durch Beschilderung – aber auch über die sozialen Netzwerke – für ein freiwilliges Ausweichen zu werben.

Landrat Bartels: „Wir appellieren an die Vernunft und die Verantwortung aller Verkehrsteilnehmer, die offiziellen Umleitungsstrecken zu nutzen. So kann durch eigenes Tun die Belastung der direkten Verbindung und der dortigen Anwohner reduziert werden und sichergestellt werden, dass diese Lösung Bestand hat.“

„Helfen Sie dabei mit“, appelliert Bürgermeister Andreas Grossmann, der sich mit der Lösung zufrieden zeigte „Gefragt sind insbesondere auch die Amelgatzer selbst und die Bevölkerung der Nachbarorte, nur im Ausnahmefall dort durchzufahren. Auch die Bildung von Fahrgemeinschaften für den Weg zum Kindergarten oder zur Sporthalle würde zu einer deutlichen Entlastung der Strecke führen.“

Einvernehmen bestand, die weitere Verkehrsentwicklung kritisch zu beobachten und die Anliegerbeschränkung notfalls auch wieder einzuführen.

Auch Markus Brockmann, Leiter des Geschäftsbereiches der Nds. Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, äußerte sich mit der Änderung zufrieden: „Damit kann ich gut leben. Zur genauen Ausgestaltung der Aufhebung und den zu treffenden Maßnahmen werden zeitnah weitere Gespräche mit Gemeinde, Straßenverkehrsbehörde und Polizei geführt“.

Bartels abschließend: „Wir hoffen, damit zumindest zu einer gewissen Befriedung der Situation beizutragen. Bedanken möchte ich mich, dass trotz unterschiedlicher Interessenlage der Meinungsaustausch weitestgehend sachlich erfolgt ist. Das ist leider nicht immer so.“

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