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Anbau, Umbau, Neubau: SPD und Grüne wollen Zahlen und Fakten / Fachwerkgebäude ein „Fass ohne Boden“

Neues Rathaus gilt nicht mehr als Tabu

Aerzen. Seit Jahren debattiert die Politik über die Sanierung des denkmalgeschützten Fachwerkgebäudes des Aerzener Rathaus-Komplexes – nun kommt Bewegung in das Dauerthema: Die Mehrheitsgruppe aus SPD und Bündnisgrünen hat die Verwaltung beauftragt, Zahlen und Fakten für einen An-, Um- oder Neubau vorzulegen. Eine zeitnahe Umsetzung sei anzustreben. Die Politiker setzen dafür ein Limit, um weitere Debatten einzugrenzen. Schon im nächsten Jahr soll im Haushalt Geld für eine Anschubfinanzierung bereitgestellt werden, wie Gruppensprecher Burkhard Schraps (SPD) auf Nachfrage sagte.

veröffentlicht am 24.09.2013 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 06:41 Uhr

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Ein Jahr lang hatte wieder Stillstand geherrscht, nachdem im vergangenen Herbst ein Architekturbüro ein Sanierungs- und Umbaukonzept für die Verwaltungsgebäude mit Fachwerkgebäude, Zwischentrakt und alter Schule vorgestellt hatte. Die Kosten hatten die Politiker aufgeschreckt – 3,5 Millionen Euro sollte die Modernisierung des Komplexes kosten. Für die Gruppe aus SPD und Grünen ist das kein Thema mehr, obwohl der Architekt dem Umbau und der Sanierung den Vorzug gegenüber einem Neubau gegeben hatte. „In unseren Augen utopisch“, sagt Schraps über die erhebliche Summe, wobei die größten Mängel im Fachwerkhaus bestehen und der Zwischentrakt aus den sechziger Jahren selbst nach Ansicht der Architekten abgerissen werden sollte. Bleibt im Kern nur die ehemalige Schule, die neben den Verwaltungsräumen noch Kindergärten beherbergt, aber die größten Raumkapazitäten hat.

Eines steht für Schraps wie für Friedrich Pettig (Grüne) auf jeden Fall fest: Selbst wenn es keinen Neubau geben sollte, sollen alle weiteren Planungen ohne das Fachwerkgebäude vorgenommen werden. Für Pettig ist das denkmalgeschützte Fachwerkhaus selbst „ein Fass ohne Boden“. Das Gebäude entspreche nicht den Voraussetzungen für eine moderne Verwaltung. „Wir reden über Inklusion“, sagt der Grüne. Aber weder Besucher noch Mitarbeiter könnten barrierefrei das Rathaus nutzen. Ein Neubau könnte auf eine bedarfsgerechte Verwaltung zugeschnitten sein, wobei die Unterhaltungskosten sinken würden. Auch Schraps verweist auf die Probleme mit der Inklusion und darüber hinaus mit der energetischen Sanierung.

Ob ein Umbau, eventuell mit zusätzlichem Anbau, oder ein neues Rathaus günstiger komme, müssten die Zahlen der Verwaltung ergeben, meint der SPD-Ratsherr. Die Planungen sollten dabei auf die Zukunft gerichtet sein. Da die Einwohnerzahl sinke, müsse die Verwaltung künftig mit weniger Platz auskommen. Wenn ein Neubau geplant werde, könnte das Rathaus ortsnah zum alten Standort, eventuell auf der Brache der ehemaligen Brotfabrik an der Osterstraße, errichtet werden, nennt Schraps als Beispiel. Nun sei die Verwaltung gefordert, Kosten und Praxisnutzen der verschiedenen Modelle gegenüberzustellen.

Beide Fraktionsvorsitzenden wissen um die schwierige finanzielle Lage der Gemeinde, die Investitionen erschwere. Deshalb verweisen sie auf alternative Möglichen wie PPP-Modelle (Public-Private Partnership), bei denen private Unternehmen die Vorfinanzierung übernehmen. Auch dazu solle die Verwaltung Vorschläge vorlegen. Was die Zukunft des denkmalgeschützten Gebäudes aus dem Jahre 1776 gegenüber der Marienkirche betrifft, halten sich die Politiker der Mehrheitsgruppe noch zurück. Schraps: „Darüber müssen wir uns in einem dritten oder vierten Schritt unterhalten.“ cb



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