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Kindergarten Groß Berkel soll an die Grundschule umziehen

Neubau statt Umbau

Groß Berkel. Der Kindergarten Groß Berkel soll in einen Neubau an der Grundschule umziehen, wenn Fördergelder bewilligt werden. Die Mehrheitsgruppe aus SPD und Grünen im Aerzener Gemeinderat hat gegen die Stimmen der CDU bei einer Enthaltung (Linke) beschlossen, den Kindergarten an die Grundschule zu verlegen.

veröffentlicht am 20.12.2015 um 18:08 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:54 Uhr

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Autor:

Sabine Brakhan
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Zuvor hatte die SPD/Grüne-Gruppe einen entsprechenden Antrag auf die Tagesordnung setzen lassen, ohne ihn vorher in den Fachausschüssen beraten zu lassen.

Das sei auch nicht nötig, klärte Aerzens Erster Gemeinderat Andreas Wittrock auf, nachdem die CDU-Fraktion Unmut über die Vorgehensweise bekundete. Im Übrigen sei der Ratsbeschluss die Voraussetzung, um die Zweidrittel-Förderung durch das Städtebauförderungsprogramm „Kleinere Städte und Gemeinden“ zu beantragen, so Bürgermeister Bernhard Wagner. In seinen Ausführungen zur Begründung des Antrages berichtete Ratsherr Christoph Sommer (SPD) von sichtbaren baulichen Mängeln innerhalb des denkmalgeschützten Backsteingebäudes und von etwa 190 Quadratmetern, die im Raumprogramm des jetzigen Kindergartengebäudes fehlen. Im Auftrag der Kommune ermittelte die Kreissiedlungsgesellschaft einen Renovierungsaufwand für den Altbau in Höhe von mehr als 1,1 Millionen Euro. Hinzu kämen Kosten von etwa 500 000 Euro für die Erweiterung der Nutzungsfläche. Aus dem Gutachten geht weiter hervor, dass die notwendigen Arbeiten über alle Gewerke und die Brandschutzmaßnahmen einer Grundsanierung des Gebäudes gleichkämen. Alarmierend sei auch die Aussage des Gutachters, die Sommer zitierte: „Hinsichtlich des Brandschutzes gibt es erhebliche Bedenken, wie die Schutzziele erreicht werden können.“

Für einen Neubau wurden Gesamtkosten in Höhe von etwa 2,3 Millionen Euro ermittelt. Als Vorteile eines Neubaus an der Grundschule zählte Sommer ein gemeinsames Raumnutzungskonzept, die eventuelle Anlehnung an das bestehende Betreuungsangebot der verlässlichen Grundschule seitens des Kindergartens sowie die erleichterte Zusammenarbeit der Erzieher und Lehrer bezüglich des Brückenjahres auf. Ein gemeinsamer Standort erleichtere darüber hinaus seiner Meinung nach den Eltern mehrerer Kinder verschiedener Altersklassen die Bring- und Abholsituation. Auch gab Sommer zu bedenken, dass Kindergartenkinder schon früh das Schulgebäude, den Schulhof, die Schulkinder und Lehrer kennen lernen und sich somit leichter orientieren können, wenn beide Einrichtungen an einem Standort vereint würden. Ein Neubau sei dann im Gegensatz zum bisherigen Standort barrierefrei und ebenerdig. Darüber hinaus bekämen die Gruppenräume einen direkten Zugang zum Außengelände, welches einzelnen Kindern die Möglichkeit bietet, den Außenbereich häufiger zu nutzen, so Sommer. Ein weiteres Argument für einen Neubau sei, dass sich Unterhaltskosten reduzieren lassen, wenn aus zwei Standorten einer würde, erklärte der Ratsherr weiter.

Außerdem berichtete Sommer dem Gemeinderat, dass offenbar eine Privatperson Interesse an der Nutzung der unteren Räumlichkeiten des jetzigen Kindergartengebäudes bekundet habe. Das sei ihm so zugetragen worden. „Geplant wäre eine Großtagespflege und somit wäre die weitere Nutzung des Gebäudes gewährleistet“, so Sommer.

Die CDU-Fraktion bezeichnete den Antrag als „Schnellschuss, der das Ortskernaussterben fördere.“ Die Alternative zu einer Umsiedlung des gesamten Kindergartens wäre die Auslagerung einer Kindergartengruppe. Das Denkmodell eines Neubaus vor Ort scheidet aus, weil einem Abriss des denkmalgeschützten Hauses nicht stattgegeben würde und ein ebenerdiger Neubau aufgrund der engen Platzverhältnisse im Altdorf nicht zu realisieren sei, wurde in der Debatte deutlich.

Denkmalschutz und enge Platzverhältnisse im Altdorf: Das Denkmodell eines Neubaus des Groß Berkeler Kindergartens vor Ort scheidet aus mehreren Gründen aus. Geplant ist nun, an der Grundschule einen Neubau zu erreichten.

sbr



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