weather-image
16°
Landkreis kauft Grundstück in Amelgatzen

Naturschutz wird ausgeweitet

AMELGATZEN. Der Landkreis Hameln-Pyrmont hat durch Grundstücksankauf in der Gemarkung Amelgatzen eine weitere Möglichkeit zur Ausweitung von Biotopschutz im Naturschutzgebiet „Emmertal“ geschaffen.

veröffentlicht am 28.12.2017 um 15:43 Uhr
aktualisiert am 28.12.2017 um 16:42 Uhr

Nach dem Ankauf bietet sich nach Angaben der Naturschutzbehörde nun die Möglichkeit, die Fläche in das bestehende Naturschutzkonzept einer extensiven, gewässer- und bodenschonenden Weidewirtschaft zu integrieren. Foto Dana
Joachim Zieseniß

Autor

Joachim Zieseniß Reporter Bodenwerder zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Auf dem 3,3 Hektar großen Grünlandstück, das bisher als Grünland mit mehrfacher Mahd intensiv zur Grünfuttergewinnung genutzt wird, bietet sich der Naturschutzbehörde nach dem Ankauf nun die Möglichkeit, die Fläche in das bestehende Naturschutzkonzept einer extensiven, gewässer- und bodenschonenden Weidewirtschaft zu integrieren.

Die Fläche soll extensiv durch örtliche Landwirte oder Tierhalter nach den Vorgaben des Arten- und Biotopschutzes bewirtschaftet werden. Das neu dazu gekaufte Grundstück grenzt nördlich an eine bestehende, als Weidefläche genutzte, Kompensationsfläche des Naturschutzes an.

Die Emmerauen bei Amelgatzen gehören zum Naturschutzgebiet Emmertal, das auf einer Flächengröße von insgesamt 677 Hektar den niedersächsischen Teil der Emmer in den Landkreisen Holzminden und Hameln Pyrmont sowie die Zuflusssysteme des Hohe- und des Wörmkebachs umfasst.

Das Naturschutzgebiet überlagert sich teilweise mit Natura-2000-Gebieten, so dem FFH-Gebiet Emmer und dem EU-Vogelschutzgebiet. Die Ufer der naturnahen Fließgewässer sind mit ausgedehnten Hochstaudenfluren und streckenweise mit Baum- und Strauchbeständen bewachsen. In den Gewässern ist eine gut entwickelte Wasservegetation vorhanden.

Die Aue an der Emmer und ihr Zufluss-System wird landwirtschaftlich überwiegend als Grünland genutzt. Hier finden sich insbesondere artenreiche Feuchtwiesen und -weiden, Flutmulden, Altarme und Quellbereiche. An der Emmer sind stellenweise ausgeprägte Steilufer vorhanden. Vereinzelt sind noch Reliktbestände von Auwald erhalten geblieben.

Das Emmertal ist im Dezember 1994 als Naturschutzgebiet ausgewiesen worden, weil das naturnahe Fließgewässersystem als Lebensraum schutzbedürftiger Pflanzen- und Tierarten und deren Lebensgemeinschaften geschützt, gepflegt und entwickelt werden soll. Das Fließgewässer ist mit seinen auentypischen Biotopen für Wissenschaft und Naturkunde von Bedeutung. Grünland darf hier nicht in Acker umgewandelt werden, und es gibt Beschränkungen in der Anwendung von chemischen Pflanzenschutzmitteln. Gülle oder Jauche dürfen nicht aufgebracht, Silage- oder Futtermieten nicht angelegt werden.

Als nächste Maßnahme des Naturschutzes soll zur naturnahen Entwicklung der Emmer ein breiter Gewässerrandstreifen an der Emmer angelegt werden, um die Gewässerstrukturgüte im Sinne der europäischen Wasserrahmenrichtlinie zu verbessern.

Wie Erhard Lefers vom Naturschutzamt des Landkreises mitteilt, sind derzeit für die Renaturierung der Emmer vor allem im Bereich zwischen Amelgatzen und Hämelschenburg insgesamt rund 50 Hektar zusammenhängendes Aueland erworben worden. Dieses Land wird von der Naturschutzbehörde der Landwirtschaft zur extensiven Bewirtschaftung als Weideland rückverpachtet. Laut Lefers geht es bei dieser Maßnahme darum, sich Flächen für die langfristige Umsetzung des Emmer-Gewässerentwicklungsplanes zu sichern. Mit dem soll der Emmer wieder ein natürlicher Verlauf gegeben werden.

Der Ankauf einschließlich der Nebenkosten ist aus Mitteln des „Ersatzgeldkontos“ finanziert. Ebenso sollen hieraus vor allem auch die Kosten gedeckt werden, die für die Herrichtung der Beweidung und zur Durchführung zukünftiger Pflegemaßnahmen des Gewässerrandstreifens erforderlich werden.

Information

Info

Das Ersatzgeldkonto ist ein vom Kreishaushalt unabhängiges Konto, in das die Betreiber beim Bau von Windkraftanlagen zweckgebunden Mittel für Naturschutz-Ausgleichsmaßnahmen zahlen. Per 22.11.2017 wies dieses Konto einen Bestand von 1 423 620,60 Euro auf. Diese Mittel können kreisweit für den Ankauf von Naturschutzarealen, dessen Abwicklung sowie für die naturschutzkonforme Herrichtung und Bewirtschaftung der Ankaufsflächen verwandt werden. „Unter dem Strich“ tritt somit keine Belastung des Kreishaushaltes ein. Kosten, die zur Pflege und Entwicklung des Naturschutz-Grundstücks entstehen, werden ebenfalls dem Ersatzgeldbudget entnommen.joa



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt