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Vor Groß Berkeler Schule gilt bald dauerhaft reduzierte Geschwindigkeit / Anträge für Aerzen und Dehmke

Nach Protesten: Bewegung bei Tempo 30

GROSS BERKEL AERZEN/ DEHMKE. Die Maximalforderung von Eltern und weiteren Groß Berkelern nach dauerhaft Tempo 30 an der Dorfstraße und Ohrschen Straße bleibt zwar unerfüllt, aber zumindest zeichnet sich eine entsprechende Lösung im Bereich der Grundschule ab.

veröffentlicht am 05.04.2017 um 12:13 Uhr

Wegen der Baustelle am Ohrberg herrscht an der Ohrschen Straße in Groß Berkel derzeit ein Tempolimit. Zumindest im Bereich der Grundschule soll an der Landesstraße künftig weiterhin Tempo 30 gelten. Neue gesetzliche Regelungen machen es möglich. Foto
Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Das bestätigte Aerzens Erster Gemeinderat Andreas Wittrock nach Gesprächen mit den zuständigen Behörden. Auch die problematische Verkehrssituation in Dehmke sei zur Sprache gekommen, nachdem zuvor der Gemeinderat ein entsprechendes Votum abgegeben habe.

Über 500 Einwohner von Groß Berkel hatten bei einer Unterschriftenaktion die Forderung unterstützt, dass für die Landesstraße im Hummedorf über die Bauarbeiten am Ohrberg hinaus das reduzierte Tempo gelten soll. Vorübergehend hatte die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr während der Baupause an der Regelung festgehalten, bevor in den Osterferien erneut Groß Berkel als Umleitungsstrecke dient. Bislang galt der Grundsatz, dass überörtliche Verkehrsverbindungen wie Landes- und Bundesstraßen nicht als Tempo-30-Zonen ausgewiesen werden konnten.

Nun könnte der Ort allerdings von gesetzlichen Änderungen profitieren. Bekanntlich hatte der Gesetzgeber Mitte Dezember 2016 die Straßenverkehrsordnung geändert. Danach wird neuerdings die Möglichkeit eingeräumt, innerhalb von geschlossenen Ortschaften auf Hauptverkehrsstraßen beispielsweise im unmittelbaren Bereich von Schulen und Kindergärten die Geschwindigkeit auf 30 Stundenkilometer auf höchstens 300 Meter Länge zu reduzieren. Dazu gibt es einen offiziellen Antrag der Gemeinde Aerzen.

Für den Bereich der Schule gebe es Einvernehmen, sagte Wittrock auf Nachfrage, ohne nähere Einzelheiten dafür zu nennen. „Aber es bewegt sich was“, kündigte der Erste Gemeinderat nach den Gesprächen an. Der Landkreis als anordnende Straßenverkehrsbehörde wolle dazu in Kürze genauere Informationen an die Öffentlichkeit geben, ab wann und in welchem Bereich der Straße Tempo 30 gelten sollte.

Nicht so einfach sei der Bereich des Kindergartens, der nicht direkt an die Landesstraße angrenze, sondern an den Dorfplatz Kathers Hof und an die ohnehin mit Tempolimit ausgewiesene Straße „An der Kirche“. Im Kurvenbereich der Dorfstraße sollten zunächst Zählplatten weitere Daten ermitteln. Im Rat hatte er bereits angekündigt, dass auch für den Bereich der Grundschule Aerzen eine Tempo-30-Regelung angestrebt werde, nachdem Elternvertreter in der Sitzung diesen Wunsch geäußert hatten.

Zunächst zusätzliche Fakten erhofft sich die Gemeinde für Dehmke, wo in der Ortsdurchfahrt Messgeräte aufgestellt worden seien, sagte Wittrock. Dabei würden das Fahrzeugaufkommen und die Geschwindigkeiten ermittelt. Dem Landkreis sei die Situation bereits im Gespräch dargestellt worden, bevor dann auf Grundlage weiterer Daten der Antrag der Gemeinde nachgereicht werde, erläuterte der Erste Gemeinderat.

Einwohner von Dehmke hatten die auf 30 reduzierte Geschwindigkeit im Bereich einer Bushaltestelle gefordert, um besonders die Sicherheit von Grundschülern zu erhöhen. Zwar fand die Forderung einhellige Unterstützung im Rat. Allerdings erinnerte Friedel-Curt Redeker (CDU) als Vorsitzender des für Verkehrsfragen zuständigen Fachausschusses daran, dass die Verantwortung beim Landkreis liege. Im Beschluss hieß es, dass der Landkreis zumindest verkehrsberuhigende Maßnahmen anordnen solle, wenn Tempo 30 nicht bewilligt werde. Eine klare Absage erteilte die CDU aber dem Wunsch der Mehrheitsgruppe aus SPD und Grünen im Ortsrat Groß Berkel, einen kurzen Teilbereich der Laatzener Straße bis zur Dorfstraße ebenfalls mit der reduzierten Geschwindigkeit auszuweisen. „Ein Schildbürgerstreich“, sagte Redeker. Ohnehin könne dort nicht schnell gefahren werden, Verkehrsschilder seien überflüssig. Dr. Marcus Schaper (Grüne) hielt an der Forderung fest, weil sie konsequent sei. Die Mehrheit im Rat aus SPD, Grünen und Linke stimmte dem Beschluss zu.

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