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Neue Gremien für Kirchengemeinden / Bistum schließt Zusammenlegung von Pfarreien ab

Nach Fusionswelle: Katholiken wählen

Weserbergland. Die Katholiken im Bistum Hildesheim haben die Wahl. Am Wochenende können alle Gemeindemitglieder ab 16 Jahren über die Besetzung der Gremien in ihrer Pfarrgemeinde abstimmen. Gewählt werden die Mitglieder des Pfarrgemeinderates sowie des Kirchenvorstands oder Pastoralrates. Das gilt auch für die Kirchengemeinden des Dekanates Weserbergland, zu dem gut 37 000 Katholiken gehören. Die Amtszeit beträgt vier Jahre. Der Pfarrgemeinderat bearbeitet alle wesentlichen Fragen, die für die Gestaltung des Gemeindelebens von Bedeutung sind. Der Kirchenvorstand ist für alle finanziellen und administrativen Angelegenheiten in der Gemeinde zuständig. Dechant Joachim Wingert, Pfarrer von St. Augustinus Hameln mit Afferde und Emmerthal und gleichzeitig zuständig für die neun Kirchengemeinden des Dekanates Weserbergland, hebt die wichtige Bedeutung der Ehrenamtlichen in den Gremien hervor. Sein Appell an die Katholiken lautet deshalb, vom Stimmrecht Gebrauch zu machen – „weil es ihre Gemeinden und Kirchen sind und es unser gemeinsames Anliegen ist, dass Kirche lebendig bleibt“.

veröffentlicht am 13.11.2014 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 05:21 Uhr

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Der Dechant macht deutlich, dass auch mit Unterstützung der Gremien in den vergangenen zehn Jahren bedeutende Schritte bewältigt worden seien. Kirchengemeinden fusionierten (in Hameln bereits im Jahr 2006), mehrere Gotteshäuser in der Region wurden aufgegeben, darunter in Fischbeck und Afferde. Die Kirche steckt damit mitten in einem Prozess, der vielen Kommunen erst noch bevorsteht. Das Bistum Hildesheim teilte jetzt mit, dass die Zusammenlegung von Pfarreien zum Monatsbeginn abgeschlossen worden ist. Damit hat sich die Anzahl der Pfarreien innerhalb eines Jahrzehnts in mehreren Schritten von 350 auf 119 verringert. Mit der Zusammenführung von Pfarrgemeinden zu größeren Räumen der Seelsorge reagiert das Bistum auf den Rückgang an Gläubigen, an Priestern und an finanziellen Mitteln. Zuletzt wurde im Weserbergland 2012 die Fusion der Kirchengemeinden Rinteln und Hessisch Oldendorf vollzogen. Dechant Wingert kündigt an, dass weitere Herausforderungen im Weserbergland bevorstehen. Die Planungen des Bistums sehen vor, dass für die Gemeinden des Dekanates mit bislang neun Pfarrern bis zum Jahr 2025 nur noch sechs Seelsorger zuständig sein werden. „Die Zahl macht deutlich, dass es noch mal richtig ans Eingemachte geht“, sagt er. Grundsätzlich hält er deshalb die Gremien für wichtig, damit „die Verantwortung auf viele Schultern verteilt wird“.

Verantwortung trägt für vier Jahre auch Knut Rother von der Kirchengemeinde St. Elisabeth Hameln mit Klein Berkel und Aerzen. Mit Akribie kümmert er sich um die Finanzen. Der heute 72-Jährige, seit 2007 im Ruhestand, war vor der letzten Wahl gezielt von Pfarrer Winfried Moecke angesprochen worden, wegen seiner beruflichen Fachkenntnisse für den Kirchenvorstand zu kandidieren. Immerhin war Rother als Controller für einen gesamten Geschäftsbereich des BHW verantwortlich. Nun befasst er sich mit den Finanzen der Kirchengemeinde – und das angesichts immer knapper werdender Gelder. Trotz des hohen zeitlichen Einsatzes blickt Rother zufrieden auf seine Amtszeit zurück, die aber aus Zeitgründen auch die einzige bleiben soll: „Ich war überrascht, was für eine tolle Sache das war – durch das Ehrenamt habe ich selbst profitiert.“ Pfarrer Moecke sieht in den kirchlichen Gremien eine große Bedeutung, weil sie dazu beitragen, dass früher eigenständige Teilgemeinden nach der Fusion zusammenwachsen. Der Kirchenvorstand sorge dafür, mit weniger Personal und Finanzen gut umgehen zu können. Neben der Verwaltung gehe es auch um die Pastoral. Da seien die Pfarrgemeinderäte gefordert, zu überlegen, „wie wir den Glauben in heutiger Zeit weitergeben können“.

Mit einer Ausnahme stehen im Dekanat nur Kirchenvorstände und Pfarrgemeinderäte zur Wahl. In Bad Münder wählen die Katholiken hingegen einen Pastoralrat, der die Aufgaben beider Gremien gemeinsam erfüllt. Das gilt auch für die Katholiken aus Salzhemmendorf und Coppenbrügge, die allerdings zur Kirchengemeinde Gronau und damit zu einem anderen Dekanat gehören. In Bad Pyrmont und Lügde (Bistum Paderborn) finden in diesem Jahr keine Wahlen statt.

Was für Parteien gilt, erleben auch die Kirchengemeinden: Die Suche nach Kandidaten wird schwieriger. Pfarrer Wingert ist schon erleichtert, dass in seiner Gemeinde für beide Gremien zwei Kandidaten mehr als notwendig zur Verfügung stehen. Besonders für den Kirchenvorstand sei darauf geachtet worden, dass sie über fachlichen Hintergrund verfügen. Zur St.-Augustinus-Gemeinde gehören schließlich noch ein Altenpflegeheim mit rund 100 Bewohnern und ein Kindergarten mit rund 100 Kindern – beide Einrichtungen natürlich mit entsprechendem Personal. Wingert: „Das entspricht schon einem mittelständischen Betrieb.“ gs



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