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In Aerzen und Groß Berkel entstehen derzeit viele neue Eigenheime / Nahezu alle Grundstücke vermarktet

Nach Bauboom: Wieder Warteliste

AERZEN. Attraktive Lage der Bauplätze, niedrige Zinsen: In Aerzen und Groß Berkel entstehen derzeit viele neue Eigenheime. Eigentlich sollten die Baugebiete als Polster der Gemeinde für mehrere Jahre dienen - inzwischen sind die Grundstücke weitestgehend vermarktet. Die Folge: Es gibt wieder Wartelisten.

veröffentlicht am 11.01.2017 um 15:42 Uhr

Am Ortsrand von Groß Berkel wies die Gemeinde in zwei Abschnitten das Baugebiet Dübbwicksfeld aus. Die Nachfrage war zuletzt groß. Foto: Wal
Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Der Bauboom in Aerzen und Groß Berkel ist unübersehbar. Eigentlich sollten die beiden Neubaugebiete noch für mehrere Jahre reichen, damit Einwohner und Zugezogene ihren Traum vom Eigenheim verwirklichen können, doch: Nahezu komplett verkauft seien die knapp 40 Grundstücke, nachdem beginnend vor zwei Jahren weitere Abschnitte der Areale erschlossen worden sind, berichtet Bürgermeister Bernhard Wagner. „Auch wenn es immer noch etwas Bewegung dabei gibt“, wie Wagner hinzufügt: Inzwischen gebe es sogar wieder Wartelisten für mögliche noch zu erschließende Baugebiete, sagt Wagner.

Die Gemeinde, die selbst die Grundstücke erschließt und vermarktet, war von der Zahl der Bauwilligen schier überrascht worden. Fünf bis sieben Verkäufe in normalen Jahren, besonders in Groß Berkel zunächst schleppend gestartet, dann 2016 – in beiden Ortsteilen „einfach hervorragend gelaufen“, wie Wagner meint. Einen Vorteil hat die Gemeinde ja: Nachdem sie zunächst finanziell in Vorleistung getreten war, fließt auf diese Weise wieder Geld in die kommunalen Kassen zurück. Nicht zu unterschätzen ist ebenso der langfristige Effekt, wenn der Bevölkerungsrückgang gestoppt werden kann – mehr Einwohner bringen mehr Einnahmen. Nachteil: Das Polster an Bauplätzen, das in Aerzen und Groß Berkel eigentlich mittelfristig Potenzial für Neubauten bieten sollte, schmilzt.

Schon vor zwei Jahren hatte die Verwaltung mit Zahlen belegt, dass trotz der Nachfrage nach Bauplätzen der gesamte Wohnungsmarkt in Bewegung sei, der Verkauf von Gebrauchtimmobilien sogar weit darüber liege. Und: Eigentlich hatten Politik und Verwaltung das Ziel verfolgt, künftig stärker darauf zu setzen, Baulücken im Bestand stärker zu nutzen, gegebenenfalls dafür zu werben, alte Gebäude abzureißen und die Grundstücke dann neu zu bebauen. „Wir haben gedacht, dass wir da weiterkommen“, meint Wagner zum Stichwort Innenentwicklung, um die Kernorte zu beleben. „Aber das ist nicht so ganz einfach.“

In mehreren Abschnitten wurden in den vergangenen Jahren zwischen Aerzens Kernort und dem Schierholzberg Baugebiete erschlossen, zuletzt im Frühjahr 2015. Inzwischen sind fast alle Grundstücke bebaut. Foto: Wal

Positivbeispiel ist sicherlich die ehemalige Brache der Brotfabrik an der Aerzener Ortsdurchfahrt, wo Ende des Jahres ein Mehrfamilienhaus fertiggestellt worden ist. Auch in der einen oder anderen Lücke in der vorhandenen Bebauung entstanden zuletzt neue Eigenheime. Aber es bleiben nun einmal Einzelfälle. Denkmalschutz sei manchmal ein Ausschlusskriterium, was wie in Groß Berkel als potenzielle Freifläche wirke, sei ein Überschwemmungsgebiet, Häuser im innerörtlichen Bereich „mit allen Problemen, die das im Wohnumfeld birgt“, würden Bauwillige abschrecken, nennt der Bürgermeister einige Beispiele. Und, für viele entscheidend: Der Traum vom Eigenheim gerade für junge Familien sei halt mit bestimmten Vorstellungen verbunden. „Ein bisschen Platz und Grün drumrum“, wie Wagner sagt.

An zusätzlichen Neubaugebieten führt deshalb nach Ansicht der Verwaltung kein Weg vorbei. Details? Zumindest öffentlich hält Wagner sich derzeit mit Informationen zurück. „Da verrate ich noch nichts“, sagt der Bürgermeister – aber im Rathaus werde an den Planungen gearbeitet.



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