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Straßenbeleuchtung: Gemeinde will mit moderner Technik sparen

Nach Aus der Nachtabschaltung: Stromkosten steigen deutlich an

EMMERTHAL. Die Gemeinde Emmerthal will im nächsten Jahr die restlichen alten Straßenlaternen auf LED-Technik umstellen, um Strom und damit Kosten zu sparen. Sie war unter Zugzwang geraten, nachdem sich die Mehrheit der Einwohner in einer Bürgerbefragung dafür ausgesprochen hatte, die Nachtabschaltung aufzuheben.

veröffentlicht am 15.11.2017 um 15:34 Uhr

Die Straßenbeleuchtung gilt als größter Ausgabenblock der Kommunen bei den Stromkosten. Foto: dpa
Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Die stundenweise abgeschalteten Straßenlampen sollten ursprünglich dazu beitragen, die Ausgaben der finanziell angeschlagenen Gemeinde zu verringern. Nun will sie einen Teil der Stromkosten langfristig durch energieeffiziente Beleuchtungstechnik auffangen. Ein dem Leasing vergleichbares Finanzierungsmodell („Contracting“) soll dazu beitragen, dass die Gemeinde nicht selbst für die Investitionen aufkommen muss.

Die Berechnungen für die neuen 649 Straßenlaternen stellte Frank Leßner von einem Ingenieurbüro für Elektrotechnik den Politikern und der Verwaltung in Emmerthal vor. Sozusagen „ein Trick“, wie er für das Finanzierungsmodell warb. Ein Unternehmen finanziere für die Gemeinde die neuen Leuchtkörper, wodurch die Kommune jährlich rund 45 000 Euro Stromkosten spare. Dieses Geld zahle sie fünf Jahre an den Investor – dann seien dessen Ausgaben finanziert. Anschließend entlaste die Einsparsumme den Haushalt der Gemeinde, sagte Leßner.

Einen Teil der Beleuchtung hatte die Gemeinde zu einem früheren Zeitpunkt modernisiert, was den Stromverbrauch bereits reduzierte. Als die Laternen nach der Bürgerbefragung nachts wieder durchgängig angeschaltet blieben, schnellten die Stromkosten hoch – auf rund 100 000 Euro jährlich und damit mehr als das Doppelte. Immerhin: Die Straßenbeleuchtung bilde beim Strom den größten Ausgabenblock einer Kommune wie Emmerthal, rechnete der Experte vor.

Ohnehin stehe die Gemeinde auch aus technischen Gründen unter Zugzwang. Beim überwiegenden Teil der zu modernisierenden Lampen handele es sich um Quecksilberdampf-Beleuchtung, die laut EU-Verordnung inzwischen verboten sei und nach und nach ersetzt werden müsste. Die nun für Emmerthal bevorzugte neue Technik habe einen eingebauten Dimmer, die den Stromverbrauch zusätzlich verringere. Ein Steuerungsprogramm reduziere das Licht zu bestimmten Nachtstunden.

Weitere Vorteile laut Leßner: Da die Beleuchtung dann auf dem neuesten Stand sei, würden in den Anfangsjahren die Ausgaben für Wartung, Leuchtmittelaustausch und Ersatzbedarf sinken. Und, so machte der Energieexperte noch einen Schwenk zur Weltklimakonferenz, die derzeit in Bonn im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses stehe: Der CO2-Ausstoß verringere sich um über 80 Prozent.

Einen Seitenhieb auf die trotzdem verbleibenden Mehrkosten für den jährlichen Strombedarf nach Wegfall der Nachtabschaltung in Höhe von rund 20 000 Euro konnte sich Oliver Gockel (SPD) zwar nicht verkneifen, dennoch herrschte in der Politik Einigkeit, das Konzept umzusetzen. „Wir müssen etwas tun und handeln“, meinte Bürgermeister Andreas Grossmann, ebenfalls SPD, nicht zuletzt mit Blick auf die alten Quecksilberdampflampen. Letztlich handele es sich bei den Berechnungen nur um aktualisierte Zahlen – grundsätzlich habe bereits Übereinstimmung bestanden. „Uns geht es darum, das Go zu bekommen, um die Ausschreibung zu starten“, sagte er. Im Frühjahr, kündigte Leßner, könnte dann mit dem Austausch der Technik begonnen werden.

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