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Kabarettist Bernd Gieseking blickt auf das Jahr 2017 zurück

„Müssen Mücken jetzt auswandern?“

AERZEN. Mit seinem satirischen Jahresrückblick 2017 „Ab dafür“ ist Bernd Gieseking in der Domänenburg zu Gast. Angesichts der unzähligen Ereignisse, Meldungen und Fake-News falle die Auswahl nicht leicht, bemerkt er.

veröffentlicht am 21.01.2018 um 16:58 Uhr

Bernd Gieseking steht zum 20. Mal auf der Bühne in der seit Wochen ausverkauften Domänenburg. Foto: kkü
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Karin Küster Reporterin
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„Früher“, meint Gieseking, „kam zuerst das Ereignis, einige Stunden später gab es die ersten Kommentare dazu. Inzwischen lese ich schon Kommentare, bevor die Meldung herauskommt!“

Dabei seien die Themen oft sehr komplex und daher gar nicht so leicht zu verstehen. „Diesel – bis ich das verstehe, kann ich mich bei VW bewerben“. Gefallen hat ihm die Rede von Schäuble an den neuen Bundestag. Der Bundestagspräsident habe sich besonders an alle Novizen im Bundestag gewandt. Immerhin sind 40 Prozent Neulinge. „Stellen Sie sich das mal in einem Unternehmen vor! Ist der Betrieb dann noch funktionsfähig?“

Ein rotes Tischchen mit einem Telefon steht auf der Bühne. Ab und zu klingelt es und wichtige Leute rufen im Laufe des Abends bei Gieseking an, der behauptet, mit allen persönlich bekannt zu sein: Christian Lindner, Martin Schulz, Kim Jong-un aus Nordkorea, US-Präsident Donald Trump und die SPD-Basis. Unsinnige, aber amüsante Dialoge ergeben sich, jedoch kommen Giesekings Ratschläge bei den Anrufern nicht so recht rüber.

Die Meldung von einem angeblichen Streit zwischen einer Veganerin und der Stadt Limburg um das Lied „Fuchs, du hast die Gans gestohlen“ nahm Gieseking ausgiebig aufs Korn und sorgte mit seinen Dialogen bei einer fiktiven Gerichtsverhandlung mit allen Beteiligten (Veganerin, Bürgermeister, Fuchs, Gans, Richter und Staatsanwalt) für viele Lacher im Publikum. Die Richtigstellung: Es handelte sich um Fake-News, der Bürgermeister und die Veganerin sind auf Facebook befreundet, jemand brachte die Geschichte als Groteske in die Zeitung, daraufhin wurde die Veganerin – völlig zu Unrecht – mit Beschimpfungen und Hasskommentaren überhäuft.

Die Playmobilfigur „Martin Luther“, ein Verkaufsschlager oder doch nur von der Kirche verschenkt? Die grammatikalisch unkorrekte Sprache der Bild-Zeitung: „Wir sind nicht Burka.“ Insektensterben interessiert niemanden, obwohl 90 Prozent der Insekten „systemrelevant“ sind – genau wie die Banken! Gieseking prangert das „Teflontalent“ der Politiker an und erntet Beifall und Lacher beim Publikum. Er erinnert an das egoistische Manöver der Elke Twesten, das Paar Söder/Seehofer, den Aufstieg und Absturz des Martin Schulz und den „entfesselten“ Christian Lindner. Humorvoll – in Form eines Kneipengesprächs unter Männern – geht der Kabarettist das Thema Insektensterben an: „Selbst mit einer Lesebrille – nirgends findest du ‚ne Grille.“ Dürfen nun Mücken erschlagen werden oder sollen sie gefälligst auswandern? Sind Insekten eigentlich Nutztiere?

„Ein gelungener Abend“, findet Renate Beyer aus Königsförde. „Ich schätze das Kulturprogramm in Aerzen wirklich sehr. Mir gefällt es hier trotz der beiden Säulen, die die Sicht auf die Bühne etwas behindern. Wir sind hier in einer alten Domänenburg, das gehört eben dazu!“

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