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AWO-Vorsitzender Jürgen Pook und sein Team geben aus Altersgründen Pflege ab

Mr. „Maikuhle“ sagt Tschüss!

GROSS BERKEL. Noch knapp acht Wochen, dann beginnt im Flecken Aerzen wieder die Saison der Grillplätze „Maikuhle“ in Groß Berkel und „Hühnerbusch“ in Aerzen. Zu einer Institution in Sachen „Maikuhle“ ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten der AWO-Vorsitzende Jürgen Pook geworden. Er koordinierte nicht nur die Reservierung des beliebten Grillplatzes, gemeinsam mit seinem AWO-Team sorgte er auch zwanzig Jahren lang dafür, dass am Waldrand stets alles zur Zufriedenheit der Gäste hergerichtet war.

veröffentlicht am 07.03.2018 um 17:51 Uhr
aktualisiert am 07.03.2018 um 18:30 Uhr

Haben die Verantwortung abgegeben, und dennoch: Jürgen Pook und Helmut Herpich (v. r.) zieht es immer noch zur Groß Berkeler „Maikuhle“. Foto: sbr
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Sabine Brakhan Reporterin
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Das begann im Frühjahr mit dem Gehölzschnitt und dem Großreinemachen und endete im Herbst damit, dass die Grillhütte winterfest gemacht wurde. Auch für die Instandhaltung war das Team zuständig.

Bereits zum Saisonabschluss im vergangenen Jahr hatten Jürgen Pook und sein Helferteam erklärt, dass sie aus Altersgründen in diesem Jahr für diese Aufgaben nicht mehr zur Verfügung stehen und der AWO-Ortsverein die Verantwortung und damit auch den Betrieb und das gesamte vereinseigene Inventar der Maikuhle an den Flecken Aerzen abgibt.

Damit obliegt nun nicht nur die Wartung der Spielgeräte dem Aerzener Bauhof, sondern auch die Pflege des gesamten Areals samt Gebäuden. „Schon meine Großeltern sind am 1. Mai zur Feier in die Groß Berkeler Maikuhle gewandert, allerdings lag die damals noch ein Stück weit höher im Wald“, erinnert sich der 74-Jährige. Später wurde dann ein ehemaliger Steinbruch direkt am Waldrand zum Ziel des Mai-Ausmarsches und der Name Maikuhle für den neuen Festplatz übernommen, berichtet der Groß Berkeler weiter. 1977 errichtete die AWO dort eine Schutzhütte für Wanderer, fünf Jahre später kam die Grillhütte hinzu und wieder ein paar Jahre darauf entstand eine überdachte Terrasse.

Das Schild weist den Weg zur idyllisch gelegenen Maikuhle. Foto: sbr
  • Das Schild weist den Weg zur idyllisch gelegenen Maikuhle. Foto: sbr
Jürgen Pook, AWO-Vorsitzende
  • Jürgen Pook, AWO-Vorsitzende

Mittlerweile bietet die Anlage am Waldrand wettergeschützte Plätze für rund 100 Personen. Ruhebänke wurden aufgestellt. Eine Schaukel und ein Wippetier bieten Abwechslung auch für die Kleinen. „Wir können die Pflege des Platzes und der Gebäude nicht mehr leisten“, erklärt Jürgen Pook, der in den letzten Jahren viel Unterstützung durch Helmut Herpich und Adolf Völpel erfahren hat. „Aber auch die beiden sind in meinem Alter und älter und da kommt man langsam an seine Grenzen“, erklärt der Senior. Die Reservierung der Maikuhle sowie die Schlüsselübergabe läuft in diesem Jahr noch übergangsweise über Jürgen Pook, kann aber auch bereits, wie für den Aerzener „Hühnerbusch“, im Rathaus in Aerzen vorgenommen werden.

Pünktlich zum Frühlingsanfang wird auch der Grillplatz „Am Hühnerbusch“ auf die bevorstehende Saison vorbereitet. Einen Großteil der Erhaltungsmaßnahmen des beliebten Ausflugsziels wird vom Aerzener Heimat- und Verschönerungsverein übernommen. Das Helferteam um den Vorsitzenden Frank Schiffling hält die Grillhütten samt Einrichtung sowie die Sitzgelegenheiten in Schuss und entlastet den Aerzener Bauhof, indem der Verein den Gehölzschnitt für die Kommune übernimmt. 1982 wurde der „Hühnerbusch“ vom Aerzener Heimat- und Verschönerungsverein mit Grillhütte, Grillstation, Lagerfeuerplatz, diversen Sitzgelegenheiten und einem monumentalen Steinplattentisch versehen.

Die Ausstattung mit Kinderspielgeräte erfolgte sowohl durch den Flecken Aerzen als auch durch den Verein. Während die Groß Berkeler „Maikuhle“ über fließendes Wasser und Strom sowie eine Toilettenanlage verfügt, befindet man sich im „Hühnerbusch“ noch in der echten Natur. Irgendwann im Laufe der Zeit beschloss der Ortsrat Aerzen, dass zumindest ein Toilettenhäuschen während der Saison auf dem angrenzenden Parkplatz platziert werden sollte. Gesagt, getan: fortan wurde, alle Jahre wieder von Mai bis September, die mobile Toilettenkabinen aufgestellt und die Miete hierfür aus Aerzener Ortsratsmitteln beglichen, während die Einkünfte aus der Vermietung des Platzes an die Gemeindeverwaltung flossen, die für die regelmäßige Müllentsorgung und Rasenpflege zuständig ist.

Gegen diese Regelung regte sich jüngst im Aerzener Ortsrat Widerstand. „Bei der Finanzierung der Mietkosten für die mobile Toilettenkabine zeichnet sich für die Zukunft eine andere Lösung ab“, erklärt Aerzens Erster Gemeinderat Andreas Wittrock auf Anfrage.



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