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Lenk sieht kaum noch Aussichten für einen Denkmal-Förderverein / Das Interesse ist nur sehr gering

Mit seinen Plänen für die Fähre geht es abwärts

Hajen (gm). Über 620 Jahre Fährtradition gehen in Hajen im nächsten Jahr zu Ende. Derweil liegt das Fährschiff, dessen neue Wintersaison bislang immer Mitte Oktober begann, unterhalb des Ruhberges am Anleger. Fährmann Dirk Borchers holt dort an der Weser nicht mehr über, der Bedarf ging allerspätestens seit dem Brückenschlag von Hehlen nach Daspe auch fast gegen null. Kaum Widerspruch gab es, als der Gemeinderat jüngst aus Kostengründen das Aus beschloss und nur noch die Grohnder Fähre – auch als touristische Attraktion – betreiben will. Ein kleines Hintertürchen hielt die Politik für die Nos-talgiker offen: An Land könne die Hajener Fähre erhalten bleiben, wenn sich dafür ein Förderverein bildet. Doch ist das Interesse dafür groß genug?

veröffentlicht am 29.10.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 00:21 Uhr

Ortsbürgermeister Andreas Lenk würde gerne die Hajener Fähre erh
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Börrys Ortsbürgermeister Andreas Lenk, selbst unmittelbar in Hajen in der Nähe der Fähre zu Hause, plante bereits Anfang des Jahres, das Schiff als technisches Denkmal zu erhalten. Und: Es hätte auch an die lange Tradition erinnern können. Immerhin gibt es Hinweise, darauf, dass dort schon im Jahre 1389 eine Fähre existiert haben könnte. Auf jeden Fall belegt ist erst 1514/1515 ein Fricke Varmeister (Fährmeister) als Bewohner von Hajen. Seit 1650 häuften sich dann die Quellen, die dieses Transportmittel an der Weser dokumentieren, knapp 20 Namen werden genannt.

„Wir wollten einen Förderverein ins Leben rufen, um die Fähre hier vor Ort auf unserer Seite fest im Wasser zu verankern“, erinnert der ausgebildete Binnenschiffer Lenk an die Pläne zu Jahresbeginn. „Denn ein Fährschiff gehört ins Wasser und nicht an Land“, so der damalige Wunschgedanke des Ortsbürgermeisters. Aber nach Rücksprache und einer Ortsbesichtigung mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt Hannoversch Münden wurde diese Idee mangels Masse ganz schnell wieder verworfen. „Die geschätzten Kosten von etwa 60 000 Euro hierfür hätten weder die Gemeinde und schon gar nicht ein Förderverein aufbringen können“, bedauert Lenk. Eine realisierbare Alternative wäre ein „Trockendock“ in unmittelbarer Nähe des Hüossen-Denkmals. Soll heißen, dass das Fährschiff von seinem jetzigen Standort im Wasser ein paar hundert Meter weiter flussabwärts gezogen und dort mit einem Schwerlastkran oder vergleichbaren technischen Hilfsmitteln aus dem Wasser gehievt wird. Die Kosten für dieses Vorhaben schätzt die Verwaltung auf 10 bis 15 000 Euro. „Eine Fähre auf der grünen Wiese ist zwar nicht meine Vorstellung“, meint Lenk, der dennoch diese Idee unterstützen würde. Die Verwaltung bot sogar an, zu überprüfen, ob es für die Land-Lösung Gelder durch das Leader-Projekt der EU geben könnte.

Voraussetzung hierfür wäre allerdings die Gründung eines Fördervereines bis zum Jahresende 2010, der sich verpflichtet, die Pflege und die Folgekosten des Fährdenkmals für mindestens 20 Jahre zu übernehmen. „Das ist unrealistisch“, sagt der Ortsbürgermeister. „Wir haben bislang zwei, vielleicht drei Fährliebhaber im Ort, die sich für die Folgekosten auf fünf Jahre verpflichten würden.“ Lenk: „Wer weiß, was in 20 Jahren ist, dieses bindende Risiko wird vermutlich niemand eingehen.“ Die wahrscheinliche Alternative: Die Fähre endet bei einem Schrotthändler.



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