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Lea ist mit acht Jahren bereits eine erfolgreiche Kutschenfahrerin / 64 Gespanne im Ahorn am Start

Mit Kraft und Eleganz durch den Parcours

Aerzen. Auf den Führerschein mit 17 muss Lea Schröder noch neun Jahre warten. Das Fahrabzeichen der Klasse vier der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (DFA IV), den sogenannten Kutschenführerschein, kann die talentierte junge Fahrerin aber bereits in zwei Jahren machen. Damit darf die junge Sehnderin dann ganz offiziell in Begleitung eines erwachsenen DFA IV-Inhabers am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen – im gemächlichen Tempo mit einem PS. Doch darauf komme es ihr gar nicht an, wie sie sagt. Sie freut sich schon jetzt auf die Teilnahme an Gelände-Fahrturnieren. Bis es so weit ist, feilt die Achtjährige in Begleitung ihrer Eltern und ihres fünfjährigen Bruders Jasse bei regionalen Stil-Hindernis-Wettbewerben weiter an ihrer schon jetzt hervorragenden Fahrtechnik und verweist die gestandenen Gespanne auf die Plätze. Beim Fahrturnier des Kutschenfahrvereins Aerzen/Ahorn am Wochenende belegte die Grundschülerin aus Sehnde, die für den Pony-Club Hohenfeld-Bolzum startet, im Stil-Hindernisfahren der Einspänner in der Klasse E den 1. Platz.

veröffentlicht am 27.08.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 06:41 Uhr

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Autor:

Sabine Brakhan
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„Es gibt offiziell kein Mindestalter, um den Kutschenführerschein machen zu können“, sagt Philipp Schröder. „Voraussetzung ist allerdings, dass der Fahrer ausreichend Erfahrung im Umgang mit Pferden und Pferdegespannen besitzt“, erklärt Leas Vater weiter. Er ist Fahrausbilder, sozusagen Fahrlehrer für angehende Kutscher. Um beim Deutschen Olympischen Komitee die Trainerlizenz zu beantragen, musste er verschiedene Fahrabzeichen und Trainerscheine nachweisen, wie er sagt. Seiner Meinung nach ist das zehnte Lebensjahr die unterste Grenze, um die Prüfung zum Kutschenführerschein ablegen zu können, denn in der vierten Grundschulklasse werden die Kinder an die Verkehrsregeln herangeführt, müssen an der Fahrradprüfung teilnehmen und dabei ihr sicheres Verhalten im Straßenverkehr unter Beweis stellen. Die fehlende Erfahrung im Straßenverkehr ist auch der Grund, warum Lea nur beim Stil-Hindernisfahren auf dem umzäunten Turnierplatz-Parcours teilnehmen und nicht mit ihrem Deutschen Klassikpony „Pricilla“ das Gelände erobern darf.

Das ebenfalls zum Erwerb des Kutschenführerscheins nötige theoretische und praktische Basiswissen im Umgang mit Pferden hat die junge Dame bereits. Dass sie über ausreichende Grundkenntnisse im Gespannfahren und der „Achenbachschen Fahrlehre“, den Voraussetzungen zur Teilnahme an Stil-Hindernisfahrten, verfügt, stellte sie mit ihrem Sieg beim Fahrturnier im Ahorn eindrucksvoll unter Beweis. Die nötigen Kenntnisse über artgerechte Pferdehaltung, umweltbewusstes Verhalten und das Tierschutzgesetz erwirbt Lea in ihrer pferdebegeisterten Familie ganz nebenbei. Familie Schröder nennt neben „Prici“, wie die Achtjährige ihr fünfjähriges Pony liebevoll ruft, noch weitere neun Pferde ihr Eigen. Bereits seit ihrem zweiten Lebensjahr sitzt Lea im Sattel. „Das Reiten und Kutsche Fahren macht mir einfach viel Spaß. Wenn dann, so wie heute, im Kegelparcours kein Ball herunterfällt, und wir die Wertnote 7,4 (von möglichen 10) und Null-Fehlerpunkte bekommen, ist das besonders toll“, freut sich die jüngste Turnierteilnehmerin über den Erfolg.

„Lea wollte schon von klein auf unbedingt reiten und Kutsche fahren, aber natürlich gibt es Grenzen. Der Teilnahme an Gelände-Fahrturnieren würden wir jetzt noch nicht zustimmen. Da muss sie einfach noch ein bis zwei Jahre warten und weitere Erfahrungen im Gespannfahren sammeln“, sagt Philipp Schröder ganz konsequent. Während er beim Stil-Hindernisfahren am Samstag als Beifahrer in der zweiten Reihe hinter seiner kleinen Tochter Platz nahm, saß er im Gelände am zweiten Turniertag vorn auf dem Kutschbock. Begleitet wurde der erfahrene Fahrer dort von seiner Frau Sylvia. Die darf allerdings nicht sitzen, denn im Gelände steht der Beifahrer hinten auf der Kutsche. Und noch etwas möchte Lea unbedingt noch lernen: das Flechten der Pony-Mähne vor einem Turnier. „Das kann keiner so schön wie Mama“, ist die Achtjährige überzeugt. Heinrich Sander als Organisator des zweiten Fahrturniers des Kutschenfahrvereins Aerzen/Ahorn zeigte sich angesichts des großen Teilnehmerfeldes von 45 gemeldeten Gespannen aus ganz Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen sowie des Publikumsinteresses trotz des Regens am zweiten Veranstaltungstag sehr zufrieden. Letztendlich gingen an zwei Turniertagen 40 Gespanne im Dressur- und Hindernisfahren und 24 bei der Geländeprüfung an den Start, wie Christa Podewski von der Meldestelle erklärt.

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  • Lea Schröder siegte beim Stil-Hindernisfahren der Einspänner.


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