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Mit Fantasie zur ganz persönlichen Duftnote

Gellersen (sbr). Kleine Farnwedel aus dem benachbarten Gellerser Wald zieren die Seifenstückchen, denen Andrea Dieckmann den hübschen Namen „Waldfee“ gegeben hat. Florentiner Seifenkugeln aus Seifenflocken, Blüten und Duftessenzen runden das duftende Bukett im wahrsten Sinne des Wortes ab. „Der Fantasie sind beim Seifensieden fast keine Grenzen gesetzt, was Duftkombinationen und Farben anbetrifft. Da entscheidet hauptsächlich der persönliche Geschmack“, erzählt die Gellerserin, die das Hobby Seifensieden vor fünf Jahren für sich entdeckte.

veröffentlicht am 03.01.2010 um 17:17 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 15:41 Uhr

Seife
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Gellersen (sbr). Schimmernd liegt der glitzernde „Elfenstaub“ auf den perlmuttfarbenen Seifenstücken. Wie Latte macchiato sind die Stücke daneben aufgebaut. Dunkelbraune Kaffeebohnen scheinen regelrecht im Milchschaum zu ertrinken. Kleine Farnwedel aus dem benachbarten Gellerser Wald zieren die Seifenstückchen, denen Andrea Dieckmann den hübschen Namen „Waldfee“ gegeben hat. Florentiner Seifenkugeln aus Seifenflocken, Blüten und Duftessenzen runden das duftende Bukett im wahrsten Sinne des Wortes ab. „Der Fantasie sind beim Seifensieden fast keine Grenzen gesetzt, was Duftkombinationen und Farben anbetrifft. Da entscheidet hauptsächlich der persönliche Geschmack“, erzählt die Gellerserin, die das Hobby Seifensieden vor fünf Jahren für sich entdeckte.
 „Als ich mir mein erstes Stück handgesiedete Seife gekauft hatte, war ich sofort begeistert. Dieses Hautgefühl und der Duft waren einmalig, aber leider auch der Preis. Das wollte und konnte ich mir auf die Dauer nicht leisten. Also beschloss ich: Wenn andere das können, dann kann ich das auch! Theoretisch war alles klar: Wasser plus Natronlauge plus Fett ergibt Seife, ein bisschen Duft sowie Farbe dazu und fertig ist meine erste eigene Seife! Wie gesagt: Theoretisch!“, schmunzelt sie heute über ihre anfängliche Naivität. „Das Ergebnis war eine einzige Katastrophe“, gibt die 46-Jährige offen zu.
 Im Internet und in Fachliteratur hat sich Andrea Dieckmann anschließend ausführlich über die Herstellung von Seife informiert und sich ein umfassendes Wissen angeeignet. Als großer Fan der Mittelalter-Szene hat sie außerdem besonders die Geschichte des Seifensiedens interessiert. „Die älteste Anleitung zum Kochen von Seifen stammt von den Sumerern. Das 4500 Jahre alte Rezept wurde in Keilschrift auf Tontafeln überliefert. Auch die Ägypter, Griechen, Römer und Kelten kochten Holzasche mit Pflanzenölen. Allerdings nutzten sie das Produkt dieser chemischen Reaktion nicht zum Waschen, sondern beispielsweise zum Aufhellen und Pflegen der Haare“, weiß die gelernte Näherin, Industrieschneiderin und examinierte Krankenschwester zu berichten. „Obwohl auch im Mittelalter kein besonders großer Wert auf Hygiene gelegt wurde, förderte Karl der Große (747-814) das in dieser Zeit in seinem Frankenreich aufkommende Handwerk der Seifensieder. Noch bis ins 19. Jahrhundert wurde Holzasche in Leinensäckchen gefüllt und als Waschmittel in Waschtrögen genutzt.“
 Doch schon der zweite Versuch brachte Andrea Dieckmann den gewünschten Erfolg – und mittlerweile hat sie sich an über 25 verschieden Duftseifen ausprobiert. „Manche Seifensieder nehmen nur pflanzliche Fette und solche aus biologischem Anbau, andere bevorzugen tierische Fette, die sich gut verseifen lassen und eine feste und angenehm schäumende Seife ergeben. Ich habe die besten Erfahrungen mit feinen Basisölen aus Jojoba, Mandeln, Sesam, Kokos oder Oliven sowie Shea- und Kakaobutter gemacht. Dann hat meine Seife eine besonders starke Rückfettung, worauf ich größten Wert lege“, erzählt die Seifensiederin aus Leidenschaft.



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