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Ein seltenes Exemplar: Das Brennabor-Fahrrad von 1911

Mit dem Oldtimer aufs Felgenfest

AMELGATZEN. Am Sonntag ist wieder Felgenfest. Tausende Fahrradbegeisterte machen sich auf den Weg, um an diesem Tag radelnd das Weserbergland zu erleben. So auch Lutz Schmidt. Er ist mit einem besonderen Exemplar unterwegs, denn sein Drahtesel ist nun schon älter als 100 Jahre: Mit einem Brennabor-Fahrrad von 1911 wird er am Sonntag ein Teil der rund 55 Kilometer langen Strecke entlang radeln. Etwas verrostet steht der Oldtimer da, doch die Strecke schaffe das gerade erst restaurierte Fahrrad locker, sagt er.

veröffentlicht am 14.06.2019 um 16:05 Uhr
aktualisiert am 14.06.2019 um 19:50 Uhr

Das alte Fahrrad lässt sich wieder ganz normal fahren. Foto: MW
Maximilian Wehner

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„Normalerweise findet man solche Fahrräder nur noch in Museen“, sagt der 48-jährige Fahrradliebhaber. Anders bei diesem Brennabor-Fahrrad. Denn dieses wird noch benutzt – wenn auch nur zu besonderen Anlässen. „Es lässt sich wie ein normales Fahrrad fahren“, erklärt Schmidt. Er schätzt das Baujahr auf 1911. Dies sei durch die Rahmennummer nachvollziehbar, erklärt er. Allerdings könne er dies nur schätzen. Sein Brennabor-Fahrrad hat eine Rahmennummer im 600 000er-Bereich. Diese Baureihe wurde von zirka 1911 bis 1913 hergestellt. Ganz sicher lässt sich zudem sagen, dass es vor 1915 erbaut wurde, denn ab 1915 wurde die Jahreszahl in die Radnabe eingeprägt, erzählt der 48-Jährige. Dies habe sein Brennabor-Fahrrad noch nicht.

Als er das Fahrrad erwarb, war es in einem sehr schlechten Allgemeinzustand. „Es ließ sich nicht mehr fahren“, erzählt Schmidt. „Die Kette war so eingerostet, dass sie sich kein Stück mehr bewegt hat.“ Doch nach rund zwei Wochen Arbeit erstrahlte das Rad wieder in vollem Glanz. Auch die verrostete Kette hat er wieder gangbar machen können. Und das mit einem einfachen Trick, wie er erzählt: „Ich habe die Kette in ein Gemisch aus Wasser und Essig gelegt und dort mit einer Batterie Strom darauf gegeben. Irgendwann ist dann der Rost verschwunden.“ Und die Kette ist besonders: Während heutzutage nur noch 1/2-Zoll-Ketten für Fahrräder verwendet werden, ist an diesem Fahrrad eine 5/8-Zoll-Kette. „So was wird heute nicht mehr benutzt.“ Bei der Restaurierung des Fahrrads habe er viel Wert darauf gelegt, möglichst alle Originalteile wieder zu verwenden. So hat das Fahrrad beispielsweise noch die ersten Speichen, die dieses Fahrrad besaß, sagt Schmidt. Auch die Felgen und der Rahmen sind noch original an diesem Fahrrad. So hat das Fahrrad sogenannte Wulstfelgen. Das heißt, dass am Rand der Felge eine Wulst ist, die den Reifen in der Felge hält. Heute gebe es nur noch einen Hersteller, der solche Wulstfelgen produziert, erzählt der Fahrradliebhaber. Bei den Reifen ist er sich aber sicher: Diese sind nicht original. Er tippt auf die 30er Jahre. Das Fahrrad hat trotz der Restaurierung immer noch „Patina“, denn „das rostige Aussehen habe ich konserviert“. Dazu hat er den Rahmen gereinigt und anschließend mit einem Konservierungsöl versiegelt. Mit dieser Technik bleibe die Rostoptik erhalten.

„Das behalte ich erst mal. An so was kommt man selten ran. Das hat schon zwei Weltkriege überlebt“, meint der Fahrradliebhaber, der im Jahr rund 3000 Kilometer mit dem Rad unterwegs ist. Dass er das Fahrrad gefunden hat, sei ein echter Glücksfall. „Eigentlich ging es um was anderes.“ Und zwar um ein altes Damenfahrrad der Marke Opel. Doch dann habe er dieses Fahrrad zufällig gefunden. Es stand zwischen alten Betten, erzählt Schmidt. Er fragte den Besitzer, ob er das haben könne. Dieser wollte es eigentlich als Deko benutzen, erzählt Schmidt. Dennoch konnte er das Fahrrad schließlich mitnehmen. Erst im Nachhinein sei ihn aufgefallen, was das für ein Fahrrad sei.

5 Bilder
Schimdt zeigt den Brennabor-Schriftzug auf dem Sattel Foto: MW

Das Restaurieren von Fahrrädern ist sein Hobby. In knapp drei Jahren hat er 14 Fahrräder wieder flottgemacht. Zu diesem Hobby ist er durch seine Arbeit gekommen, erzählt der 48-Jährige. Dort habe es ein altes NSU-Fahrrad gegeben, welches dann allerdings ausgedient hatte. Schmidt sagt, dass er dieses Fahrrad mit nach Hause nehmen durfte. Dort habe er es dann restauriert und anschließend zusammen mit seinen Kollegen verkauft, wodurch ein gemeinsames Frühstück raussprang.



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