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Öffis erweitern Angebot in Aerzen und Emmerthal und bieten Pedelecs zusammen mit Busfahrkarte an

Mit dem Fahrrad zur Haltestelle

Aerzen/Emmerthal. Mit dem Pedelec zur Bushaltestelle: Das Angebot, ein Fahrrad mit einem Elektromotor zu mieten und zeitgleich eine Busfahrkarte zu besitzen, steht jetzt auch den Bürgern des Fleckens Aerzen und der Gemeinde Emmerthal zur Verfügung.

veröffentlicht am 21.04.2016 um 17:10 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:48 Uhr

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Autor:

von karen klages
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Wer mit einer Geschwindigkeit von 20 km/h von Königsförde nach Groß Berkel fährt, ist in 9 Minuten an der dortigen Bushaltestelle am Mühlendamm. Die Rechnung, die Öffis-Geschäftsführer Thorsten Rühle für die drei Kilometer lange Strecke aufstellt, geht in Verbindung mit einem Pedelec auf. „Weiter als 500 bis 1000 Meter läuft keiner mehr zu einer Bushaltestelle. Wir möchten mit dem Angebot die Mobilität für die Bürger in abgelegenen Ortschaften gewährleisten“, heißt es von Seiten der Öffis und des Landkreises, der 75 Prozent der Kosten des Projekts trägt. „Es ist ein attraktives Angebot, denn es gibt in einer großen Flächengemeinde wie Aerzen schon weite Wege“, freut sich Aerzens Bürgermeister Bernhard Wagner.

Das erweiterte Mobilitätsangebot, durch das mehr Einwohner besser die Schnellbuslinien 20, 30 und 40, die wochentags alle 30 Minuten in Richtung Hameln fahren, erreichen können, ist bereits im vergangenen Sommer als Pilotprojekt in Hessisch Oldendorf gestartet. „Wir wussten nicht, ob uns die Kunden die Türen einrennen“, so Rühle. Zu Beginn sei dem nicht so gewesen; nach zwei Monaten habe man aber erste Verträge abschließen können. Insgesamt sind es neun Pedelecs, die im Raum Hessisch Oldendorf derzeit unterwegs sind. In Aerzen und Emmerthal wolle man mit jeweils zehn Pedelecs starten. Die Kosten für die Pedelec-Miete und die Busfahrkarte für zwei Tarifzonen betragen zusammen 79 Euro im Monat. Also nur geringfügig mehr, als eine Monatskarte für den Bus, die für die gleichen Tarifzonen bei 69,80 Euro liegt. Der Vertrag dieser sogenannten MobilCard läuft über ein Jahr; „die letzten vier Monate sind kostenfrei“, erklärt Rühle die aktuelle Werbeaktion für Neukunden. Die seien es auch, die man mit dem neuen Angebot erreichen wolle. Die Kombination zwischen Pedelec- und Busfahren sei eine Alternative für Autofahrer. „Das animiert Menschen, auf andere Beförderungsmittel umzusteigen“, findet Emmerthals Bürgermeister Andreas Grossmann. Der Vorteil sei laut Öffis zudem, dass man das Pedelec auch in seiner Freizeit nutzen und die Busfahrkarte (dies gilt aber nur bei einem Jahresabo) auf jemand anderen übertragen könne. Ein Halbjahresabo kostet 89 Euro im Monat.

Aufmerksam geworden sei man bei den Öffis auf die Kombination von Pedelec- und Busfahren durch das fahrradaffine Münsterland. Im Umkreis von Mettingen gebe es entlang einer Schnellbuslinie mehrere Pedelec-Stationen. „Dort hat es drei Jahre gedauert, bis es gefruchtet“, erklärt Rühle das Projekt und bleibt daher geduldig, wenn Vertragsabschlüsse noch auf sich warten lassen.

In Groß Berkel werden am Mühlendamm und in Emmerthal am Hallenbad Fahrradboxen zum sicheren Abstellen der Pedelecs eingerichtet; erst einmal jeweils fünf. Entlang der Linie 20 im Hessisch Oldendorfer Stadtgebiet gibt es drei Pedelec-Stationen, und auch am Hamelner Bahnhof lassen sich die Elektrofahrräder sicher einschließen.

Um sich mit dem Pedelec vertraut zu machen, bieten die Öffis an, das Elektrofahrrad eine Woche kostenfrei zu nutzen. Probefahrten werden zudem auf den Wochenmärkten am kommenden Freitag, 29. April, vormittags in Hessisch Oldendorf und nachmittags in Aerzen, angeboten.

Kinderleicht

Ein Fahrrad mit Motor wird Pedelec genannt. Wenn man in die Pedale tritt, schaltet sich der Elektromotor zu. Bei einem E-Bike läuft der Motor auch, wenn man nicht in die Pedale tritt. Mit dem Pedelec kann man dank des Motors bis zu 25 km/h schnell fahren. Wer schneller unterwegs sein möchte, muss mehr treten. Bis zu 130 Kilometer kann man fahren, dann muss der Motor wieder aufgeladen werden. Das geht an jeder Steckdose. Man braucht für ein Pedelec weder ein Kennzeichen noch einen Führerschein. Theoretisch kann jeder, der Fahrrad fahren kann, auch mit einem Pedelec umgehen.



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