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Proteste zeigen Wirkung / Pläne zu Überschwemmungsgebieten an der Ilse werden überarbeitet

Minister stoppt Pläne zum Hochwasserschutz

Börry (gm). Landesumweltminister Hans-Heinrich Sander erreichte zwar erst mit 40-minütiger Verspätung den Konferenzraum des Börryer Museums, wurde aber nach seinem Gespräch mit vielfachem „Tischklopfen“ der zahlreich erschienenen Einwohner verabschiedet. Der Grund: Sander stoppte die Pläne, mit denen die Überschwemmungsgebiete für den Ilsebach festgelegt werden sollen.

veröffentlicht am 20.10.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 19:41 Uhr

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Um den vorbeugenden Hochwasserschutz am Ilsebach zu optimieren, hatte der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) im Sommer 2008 und im Frühjahr 2009 (Nachvermessung) die GEUM.tec aus Hannover damit beauftragt, das Überschwemmungsgebiet für den Ilsebach neu zu ermitteln. Nachdem die Gemeinde das Ergebnis der Berechnung am 13. August auf ihrer Homepage veröffentlicht hatte, klingelten bei einigen unmittelbaren Anwohnern die Alarmglocken. Neben den baurechtlichen Genehmigungen sind künftig auch wasserrechtliche Genehmigungen erforderlich, die natürlich auch mit weiteren Kosten und vielen Amtsgängen für die Grundstückseigentümer verbunden sind.

„Bürgerwille ist vorrangig“

Torsten Röpke von der Unteren Wasserbehörde des Landkreises, der mit dem Unterhaltungsverband Ilse – Hamel für die ordnungsgemäße Unterhaltung der Ilse zuständig ist, stand den Bürgern ebenso Rede und Antwort wie Stefan-Robert Heinrich vom NLWKN und Dr. Michael Franke vom Planungsbüro GEUM.tec. „Die Grenzen für das Überschwemmungsgebiet ergeben sich aus einem Hochwasser, das statistisch alle 100 Jahre zu erwarten ist“, verdeutlichte Torsten Röpke vom Landkreis. „Das kann in 99 Jahren passieren oder vielleicht auch in 3 Jahren“, so der Fachmann von der Unteren Wasserbehörde. „Früher war die Ilse teilweise 5 bis 6 Meter breit, heute sind es vielleicht noch 2 oder 2,50 Meter“, meinte Günther Hinrichs aus Börry. Die meisten Einwohner waren sich einig, dass bei der Gewässerunterhaltung seit vielen Jahren nichts mehr gemacht wurde und der Ilsebach kontinuierlich schmaler geworden sei. Daher bleibe ihm nicht mehr genügend Raum, um sich bei einem Hochwasser auszudehnen.

Die vorläufige Sicherung des Überschwemmungsgebietes wurde heute im Ministerialblatt zunächst einmal veröffentlicht und hat somit Festsetzungscharakter. Nach mehreren Telefonaten, die der Umweltminister noch während der Bürgerinformation mit seinem Ministerium führte, versprach er, dass das Umsetzungsverfahren gestoppt wird. „Hier ist der Bürgerwille vorrangig, und wir nehmen die Ausweisung als Überschwemmungsgebiet zunächst einmal zurück“, so der Umweltminister.

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Die weitere Vorgehensweise ist diese, dass sich die Aufsichtsbehörde noch einmal mit der Situation auseinandersetzt, wie ein Hochwasser abfließen kann. „Die Gemeinde Emmerthal muss sich mit dem Unterhaltungsverband Ilse – Hamel, der Unteren Wasserbehörde und Vertretern des Ortsrates an einen Tisch setzen, um den Ursprungszustand des Baches wieder herzustellen“, appellierte Umweltminister Hans-Heinrich Sander. „Und danach wird das NLWKN eine neuerliche Ermittlung in Auftrag geben“, sagte Torsten Röpke.

Immer wieder treten Bäche – hier nach einem früheren Starkregen im Kreisgebiet – über die Ufer.

Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) hat die vorläufige Sicherung für das Umsetzungsverfahren der Überschwemmungsgebiete für die Ilse zunächst einmal gestoppt.

Fotos: Archiv/gm



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