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CDU und FWE fordern zügige Sanierung / SPD will erst nach Detailplanungen Prioritäten setzen

Millionen-Aufwand für die Grundschule

Emmerthal. Der große Sanierungsstau an der Grundschule Kirchohsen beschäftigt weiter die Politik. Kommunalpolitiker des Rates und die Verwaltung ließen sich vor Ort die Situation zeigen – der Schulelternrat hatte dazu mit der Schulleitung gleich eine Liste erarbeitet, wo er Handlungsbedarf sieht. „Die Mängel sind bekannt“, sagte Bürgermeister Andreas Grossmann (SPD) bei den anschließenden Beratungen im zuständigen Fachausschuss. Zunächst seien 30 000 Euro im Haushalt, um die weiteren Details planen zu lassen, wie weiter vorgegangen werden solle. Eine knappe Million Euro sei in der mittelfristigen Finanzplanung berücksichtigt, meinte er. Was bisher nicht vorgesehen sei: die Schulhofsanierung.

veröffentlicht am 28.04.2015 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 19:41 Uhr

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Laut Schulelternrat geht es darum, die Bitumendecke der Fläche – außerhalb der Unterrichtszeiten als Parklatz nutzbar – zu erneuern. Vorrangig gelten drei Punkte. Die Reinigungszeit in den Schulräumen müsse erhöht und ein jährlicher Posten für Unterhaltungsarbeiten im Haushalt vorgesehen sein. Beispielsweise seien die Fußböden so alt wie die Gebäude, lösten sich auf. Dringlich sei ein Fahrplan für die größeren Investitionen, die sich im siebenstelligen Bereich bewegten.

Während Oliver Gockel (SPD) alles zunächst im Fluss sah, von selbstverständlichen Bauunterhaltungen wie Türen bis hin zu den aufwendigeren Arbeiten („Wir müssen sehen, was prioritär ist“), erhöhte Rudolf Welzhofer (CDU) den Druck. Er erinnerte an die Zahlen eines Fachbüros aus dem Jahre 2013: 2,2 Millionen Euro seien für Bauarbeiten an der Schule notwendig, hinzu komme die energetische Sanierung des Nordflügels als zweiter Gebäudeteil. Die Kooperation der Schulen in Kirchohsen werde als wichtig angesehen. „Dazu bedarf es zeitnaher Investitionen“, forderte Welzhofer als Gruppensprecher der Opposition aus CDU und FWE.

Dass die Gemeinde nicht genügend für die Schule leiste, wollte Gockel allerdings so nicht stehen lassen. Es sei einiges in den vergangenen Jahren investiert worden. „Das heißt nicht, sich darauf ausruhen zu wollen“, meinte er. Gockel verwies auf die Summen, die der Bürgermeister für die Folgejahre genannt habe. „Ich bin ganz zuversichtlich, dass wir willens sind, die Investitionen zu tätigen“, meinte Gockel. Auch Ausschuss-Vorsitzender Ralf-Ulrich Böhm, ebenfalls SPD, sah wenig Anlass, dass sich die Politik dabei auseinanderdividieren lasse. Vor einigen Jahren sei „bewusst und gemeinsam entschieden worden“, zunächst einen Flügel des Gebäudes zu sanieren. Nun müsse nach detaillierten Planungen des Fachbüros erneut beraten werden. Böhm bezeichnete es als Signal nach draußen: Die Grundschule Kirchohsen „wird nicht ausbluten“, sondern bleibe die zentrale Einrichtung.

Zentrale Themen, die schon in der Vergangenheit immer wieder aufkamen, sind der Brandschutz und die Inklusion. Beide Bereiche stellte Welzhofer erneut mit in den Blickpunkt. Wo Brandschutzmängel vorhanden seien, müssten sie beseitigt werden. Bei der Frage der Inklusion müsse mit Blick auf die Barrierefreiheit mit den Verantwortlichen der Schule eine einvernehmliche Lösung gefunden werden.

Eines wollte Grossmann aber klargestellt wissen: „Ich wehre mich gegen den Eindruck, dass Kirchohsen beim Brandschutz anders behandelt wird.“ Was notwendig sei wie der Austausch von Türen, werde gemacht. Bei dem Wunsch der Schule gehe es nun um ein Alarmierungssystem mit kompletter Vernetzung der Räume, was aber erst im Zuge einer Sanierung sinnvoll sei.

Auch beim Thema Inklusion warnte er davor, unterschiedliche Punkte zu vermengen. Es gehe dabei auch um Kinder mit Förderbedarf durch Hörschädigungen oder soziale und emotionale Auffälligkeiten. Ginge es um Barrierefreiheit, dann würden die Ansätze der Gemeinde für die Umbauten in den Schulgebäuden aus den 1950er und 1970er Jahren bei weitem nicht reichen. Inzwischen habe auch das Land Niedersachsen die Zielmarke 2018 aufgeweicht, weil es die Probleme bei der Umsetzung sehe. Wenn das Land die Barrierefreiheit fordere, dann müsse es auch dafür zahlen. Grossmann: „Wir haben dafür kein Geld.“ cb



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