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Klaus Ahlswehde wusste von Verlauf aus Schulzeiten – und dokumentiert mit GPS mehrere Punkte

Messingtafeln markieren exakt 52. Breitengrad

Hajen (gm). Ob Weser, Emmer oder Humme – die Gewässer prägen die Region. Vom Leben am Wasser erzählen in unregelmäßigen Abständen die Beiträge einer Serie, die Emmerthaler und Aerzener mit ihren Beziehungen zu den Flüssen und Bachläufen vorstellen. Heute: Was haben die kanadische Provinzhauptstadt Calgary, Warschau, Amsterdam, Berlin und das russische Irkutsk mit dem Emmerthaler Weserdorf Hajen gemeinsam? Nicht viel, aber durch all diese Großstädte und das beschauliche Hajen verläuft der 52. Grad nördlicher Breite.

veröffentlicht am 27.08.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 07:21 Uhr

Klaus Ahlswehde ist Initiator der 2006 errichteten kleinen Messinginformationstafeln, die unter anderem auch am Hajener Weserrad
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„Als Kindern wurde uns schon in der Schule vermittelt, dass der 52. nördliche Breitengrad direkt unsere Kirche passiert“, erinnert sich der Hajener Diplom-Ingenieur Klaus Ahlswehde. „Im Frühjahr 2002 bekam ich vom damaligen Bankdirektor a. D. Wilhelm Meyer aus Heyen eine Karte, die annährend den Verlauf des 52. Breitengrades durch unser Hajen darstellte“, erzählt Klaus Ahlswehde.

Fortan war Ahlswehde vom Erkundungsfieber gepackt und recherchierte mit seinem Bekannten Udo Krause, einem damaligen Berufssoldaten, um exakt genau den Verlauf des 52. Breitengrades nördlicher Breite in ihrem Heimatdorf zu ermitteln. Der in Bückeburg stationierte Portepeeunteroffizier Udo Krause ließ sich seinerzeit von einer befreundeten topografischen Einheit aus Hannover die genauen UTM-WGS-84-Koordinaten des 52. nördlichen Breitengrades ausrechnen. „Versehen mit einem Bundeswehr-GPS-System, heute sagen wir Navi dazu, starteten wir unser geografisches Abenteuer am Grohnder Fährhaus“, berichtet Klaus Ahlswehde.

„An diesem GPS-Vergleichspunkt haben wir im September 2002 unser Navigationssystem ausgerichtet. Wir haben es sozusagen für unsere Recherchen geeicht“, schmunzelt Ahlswehde. Ausgestattet mit Navi, Karte und Kompass, erlebten die Hobbygeografen entlang der Feldmark, in Verlängerung der innerörtlichen Bauernstraße, erstmals ihren allergrößten Erfolg. „Unser GPS-System sprang von 51 Grad nördlicher Breite, 59 Minuten und 59 Sekunden innerhalb weniger Zentimeter auf 52 Grad, 0 Minuten und 0 Sekunden um“, erzählt der Hajener von diesem besonderen Moment. „Wir haben den Punkt markiert, wollten aber unbedingt weiter recherchieren. Schließlich wusste ich von Wilhelm Meyer, dass sich der 52. nördliche Breitengrad quer durch unser Dorf erstreckt“, verdeutlicht Ahlswehde. Drei weitere Punkte im Ort, allesamt bei exakt genau 52 Grad, 0 Minuten und 0 Sekunden, ermittelten die Hajener Breitengradforscher, um sie später sichtbar zu dokumentieren.

„Unserem damaligen Gemeindebürgermeister Gerd Feldmann konnte ich seinerzeit noch ein paar Euro entlocken, und der Gemeindechef ließ nach Beglaubigung durch das Hamelner Katasteramt an den jeweiligen Stellen Markierungspunkte setzen“, erinnert sich Ahlswehde, der in dieser Zeit noch als Vorsitzender des Emmerthaler Bau- und Verkehrsausschusses aktiv und recht einflussreich war. „Das AKW in Grohnde fertigte uns unentgeltlich nach unseren Schablonen die unverwüstlichen Messingplatten und unser Bauhof hat sie dem Pflaster des jeweiligen Bodenbelages angepasst und fest im Erdreich verankert“, bilanziert Klaus Ahlswehde zufrieden.

Entlang des Hajener Weserradweges, etwa 250 Meter hinter dem ehemaligen Fähranleger in Richtung Grohnde, inmitten der Siedlung „Zum Eichberg“, vor dem ehemaligen Spritzenhaus an der Thingstraße und in der Feldmark, sind die etwa 25 Zentimeter langen Messingplatten verankert und erinnern an geografische Gemeinsamkeiten mit verschiedenen Weltmetropolen auf diesem Globus.



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