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Mit bis zu 99 Stundenkilometern durch Herkendorf: Eltern in Sorge um ihre Kinder

Messergebnisse bestätigen hohes Tempo

Herkendorf. Maike Feldmann und Daniela Ziegenhorn wird heiß und kalt vor Sorge, wenn ihre Kinder Paula, Justus, Amina, Marlon und Lana sich zu Fuß oder mit dem Fahrrad aufmachen, um Freunde im Ort zu besuchen, denn: Der Weg der Kinder innerhalb des Ortes Herkendorf führt entlang der vielbefahrenen Kreisstraße. Insgesamt 15 Kinder wohnen in diesem Bereich und sind gezwungen, sich ohne Bürgersteig die Herkendorfer Straße mit zahlreichen, viel zu schnell fahrenden Fahrzeugen zu teilen. „Das ist alles andere als ein sicherer Schulweg“, beklagen die Mütter in der jüngsten Ortsratssitzung der Ortschaft Dehmkerbrock.

veröffentlicht am 10.12.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 03:41 Uhr

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Und schriftlich hat sich sogar der Nachwuchs an die Politiker gewandt. „Wir bitten den Ortsrat, etwas gegen die Raser in unserem Dorf und auf der Kreisstraße zu unternehmen, damit wir auch heil ankommen“, heißt es in dem Schreiben, das von Malte Rochau sowie Tim und Lennart Kallmeyer im Namen der Kinder und Jugendlichen unterzeichnet ist.

Dass sich ein großer Teil der Kraftfahrer in dem Wohnbereich der Familien Feldmann und Ziegenhorn nicht an das vorgeschriebene innerörtliche Tempolimit von 50 Stundenkilometern hält, ist nicht nur eine gefühlte Annahme, sondern wurde im Oktober bei einer Messung belegt, die die Gemeinde in beide Richtungen unternommen hatte. Insgesamt passierten in der Zeit vom 2. bis 12. Oktober 15 118 Fahrzeuge den innerörtlichen Messpunkt. Allein 7007 Fahrzeuge waren zu schnell unterwegs, fast die Hälfte also. Auf den Tagesdurchschnitt heruntergerechnet sind das 1374 Fahrzeuge, von denen 637 mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 57,4 Stundenkilometern an den Kindern vorbeifahren. Noch alarmierender sind die ermittelten Höchstgeschwindigkeiten vom ersten Wochenende: Am Samstag zeigte die Tachonadel eines Rasers 99, am Sonntag 98 Stundenkilometer in einem Bereich, in dem die Höchstgeschwindigkeit 50 Stundenkilometer beträgt. Und auch an allen anderen Tagen beträgt die maximal gefahrene Höchstgeschwindigkeit deutlich über 80 Stundenkilometer.

Erster Gemeinderat Andreas Wittrock, der von alarmierenden Ergebnissen sprach, sicherte den Anwohnern zu, die Fakten an den für die Straße auch innerörtlich zuständigen Landkreis weiterzuleiten und darüber hinaus das Gespräch mit den entsprechenden Stellen zu suchen. Ortsratsmitglied Friedrich Dohme, selbst Anwohner der Herkendorfer Straße, wies auf die zahlreichen Motorradfahrer hin, die seiner Meinung nach die Strecke mit einer noch deutlich höheren Geschwindigkeit passierten und nicht von der Messeinrichtung erfasst werden könnten. „Die sind nicht selten hier mit 150 Sachen unterwegs“, sagt Dohme.

Auf Unverständnis stößt bei den Herkendorfern, warum auf einem etwa 200 Meter langen Teilstück der Landesstraße 29 zwischen dem Abzweig nach Hemeringen und dem Herkendorfer Ortsschild der Tempo-70-Bereich aufgehoben wird. „Das ist wie ein Freibrief für Raser“, empören sich die Anwohner. Mit ähnlicher Besorgnis haben sich Dehmker Bürger an Ortsratsmitglied Willibald Brennecke gewandt. Während von Dehmkerbrock kommend bereits weit vor dem Dehmker Ortsschild auf Höhe der ersten Häuser ein Tempolimit von 50 gilt, gibt es in der Gegenrichtung außerorts trotz beidseitiger Bebauung keine Geschwindigkeitsbegrenzung. An dieser Stelle wünschen sich die Bürger eine einheitliche beidseitige Regelung, so wie sie auch am anderen Ortsrand in beziehungsweise aus Richtung Königsförde gilt. Zurzeit wird auch in dem von Brennecke angesprochenen Bereich die Geschwindigkeit gemessen. Ergebnisse liegen noch nicht vor. sbr



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