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Sorge um Trinkwasser

Mehr Schutz für Brunnen im Bereich Kirchohsen gefordert

veröffentlicht am 31.08.2016 um 16:02 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 10:18 Uhr

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Autor:

Friedrich-Wilhelm Thies
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SPD und Grüne hatten aber Bedenken, dies im Schnellschuss zu tun oder sogar, weil man von Dritten dazu gedrängt werde. Daher standen sie einem Antrag der Gruppe CDU/FWE auch kritisch gegenüber, der auf eine schnellstmögliche Erhöhung des Trinkwasserschutzes für die Brunnen im Bereich des Wasserwerkes Kirchohsen zielt.

Zu Beginn der Sitzung hatte der Vorsitzende der Bürgerinitiative „Keine Windkraft in Emmerthal“, Stephan Stallmann, bezogen auf den Tagesordnungspunkt zum Thema Trinkwasser den Ausschussvorsitzenden Ralf-Ulrich Böhm noch gebeten, dafür zu sorgen, dass kein Politiker an der Abstimmung und Beratung teilnimmt, der als Eigentümer eventuell in einen Interessenskonflikt kommen könnte. Dazu entgegnete Bürgermeister Andreas Grossmann, dass man dies im Vorfeld bereits geprüft habe und es keine rechtlichen Gründe gebe, dass einer der anwesenden Politiker nicht an der Beratung teilnehmen dürfe. „Wenn, geschieht dies lediglich auf freiwilliger Basis“, erklärte Grossmann. Friedrich-Günther Leppelt (CDU) machte davon allerdings Gebrauch und nahm während der Behandlung des Tagesordnungspunktes im Zuschauerbereich Platz. Für die Gruppe CDU/FWE stellte Rudolf Welzhofer dann den Antrag zum Trinkwasserschutz vor. Die Verwaltung soll beauftragt werden, zu prüfen, ob die Trinkwasserbrunnen des Wasserwerks Kirchohsen auf den gleichen Stand gebracht werden können wie in Börry, wo 2015 ein Trinkwasserschutzgebiet mit den Schutzzonen 1 bis 3 eingerichtet wurde.

„Falls diese Möglichkeit besteht, beantragen wir eine schnellstmögliche Umsetzung“, zitierte Welzhofer aus dem Antrag. Uwe Klüter (CDU) plädierte ebenfalls dafür, den Trinkwasserschutz zu verbessern und ihn mehr in den Fokus zu nehmen: „Das kann man ja auch Mitteilungen des Landes Niedersachsen entnehmen. Wir sollten den Schutz für die Brunnen im Raum Kirchohsen, der ja immerhin 6000 Bürger versorgt, verbessern und ihn so stark ausbauen, wie das in Börry der Fall ist.“ Geklärt ist aus seiner Sicht die Problematik mit der Bahnlinie Emmerthal-Vorwohle. Grossmann sieht das anders. Der Bürgermeister weist entsprechende Interpretationen zu Aussagen der Verwaltung zurück: „Wir alle wissen, dass die Bahnlinie einen neuen Besitzer hat und eventuell wieder in Betrieb gehen soll.“ Daher könnte diesbezüglich noch keine Aussage in Sachen Trinkwasserschutz getroffen werden.

Oliver Gockel (SPD), der die Beschäftigung mit dem Thema für gut, sinnvoll und wichtig hielt, wollte aber zunächst einmal geklärt wissen, ob es für die Brunnen 1 bis 3 beim Wasserwerk Kirchohsen überhaupt schon eine Trinkwasserschutzzone gäbe.

Das sei nicht der Fall, erklärte Uwe Dreyer, Fachbereichsleiter Technische Dienste bei der Gemeinde Emmerthal. Die Einrichtung eines Trinkwasserschutzgebiets für den Brunnen Grohnde Süd liege derzeit beim Landkreis zur Genehmigung vor und seit 2015 ist es für den Brunnen Börry vorhanden. Bei den Brunnen in der Gemarkung zwischen Kirchohsen und Grohnde gibt es sie nicht. Außerdem seien die Brunnen 2 und 3 wahrscheinlich abgängig.

„Hier sind wir auf der Suche nach neuen Brunnen. Ein Verfahren, das aber noch nicht abgeschlossen ist und andauert“, bemerkte Dreyer.

Bei SPD und Grünen sah man vor diesem Hintergrund gar keine Möglichkeit, schnell zu handeln. Thomas Jürgens (Grüne) etwa warnte vor einem Schnellschuss. Er wie auch Reinhard Feyer (SPD) als Anwohner im Ilsetal und Mitglieder im Ortsrat Börry verwiesen darauf, dass es auch dort Jahre gedauert habe, bis man zu einem Trinkwasserschutzgebiet gekommen sei. „Dabei haben wir die Sache einfach laufen lassen und die Dinge nach und nach abgearbeitet. Man sollte sich hier nicht von außen oder gar Dritten drängen lassen, wie ich hier den Eindruck habe“, meinte Reinhard Freyer.

Auch die Bürgerinitiative „Keine Windkraft in Emmerthal“ hat den Trinkwasserschutz beim Bau von Windkraftanlagen auf ihrer Agenda.

Der Ausschussvorsitzende Böhm hielt nach der Diskussion fest, dass es für Börry ein Trinkwasserschutzgebiet gäbe und für Grohnde Süd das Genehmigungsverfahren laufe. „Bei den Brunnen in Kirchohsen müssen wir erst mal abwarten, wo eventuell neue Standorte ermittelt werden, bevor wir uns dazu Gedanken machen können.“

Bürgermeister Grossmann regte daher an, einen Fachmann einzuladen, der dem Ausschuss sowie den Ortsräten Kirchohsen und Grohnde detaillierte Informationen darüber geben kann, wie das weiter Vorgehen aussehen soll und wie die Verfahren zeitlich ablaufen sollen. Daher wurde in Abstimmung mit der Gruppe CDU/FWE noch kein Beschluss über den Antrag gefasst. Es sollen die weiteren Beratungen abgewartet werden.



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