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Mehr Hubschrauberlärm nervt die Aerzener

Aerzen (cb). Seinen Ruhestand hat sich Karl-Heinz Schwarz ruhiger vorgestellt. Wenn er seinen Garten am Berliner Ring am Ortsrand von Aerzen genießen will, fühlt er sich immer häufiger vom dröhnenden Lärm der Hubschrauber genervt, die am Schierholzberg in niedriger Höhe kreisen. „An manchen Tagen ist das unerträglich“, beklagt sich Schwarz.

veröffentlicht am 14.05.2009 um 16:15 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 05:21 Uhr

Hubschrauber
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Aerzen (cb). Seinen Ruhestand hat sich Karl-Heinz Schwarz ruhiger vorgestellt. Wenn er seinen Garten am Berliner Ring am Ortsrand von Aerzen genießen will, fühlt er sich immer häufiger vom dröhnenden Lärm der Hubschrauber genervt, die am Schierholzberg in niedriger Höhe kreisen. „An manchen Tagen ist das unerträglich“, beklagt sich Schwarz. Aus Gellersen berichtete jüngst Ratsherr Friedel Dieckmann im Ausschuss von zunehmenden Beschwerden über die Heeresflieger aus Bückeburg, die das Kirschendorf ansteuern. „Teilweise bis tief in die Nacht“, weiß Dieckmann viele um den Schlaf gebracht. Aus Reher haben Oliver Lange und Karsten Quednau schon versucht, bei den zuständigen Stellen der Bundeswehr ihre Beschwerden über die lautstarken Transporthubschrauber loszuwerden, die selbst in der Mittagszeit den Waldrand am Pyrmonter Berg ansteuern. Vergeblich, wie sie sich beklagen. Mehr noch: Eine Besserung ist nicht in Sicht, auch wenn in den vergangenen Tagen weniger Hubschrauber unterwegs waren. 
 Die Zahl der Flüge werde weiter zunehmen, so berichtet auf Nachfrage unserer Zeitung Oberstleutnant Gunter Feuerbach, Pressestabsoffizier der Heeresfliegerwaffenschule Bückeburg. Doch: Die Zahl der Flugbewegungen, die von der militärischen Luftfahrtbehörde für den Außenlandeplatz Laatzen auf dem Schierholzberg genehmigt ist, werde dabei nicht überschritten. Maximal 2000 Flüge sind demnach jährlich erlaubt. „Wir befinden uns in dem zugestandenen Limit“, berichtet Feuerbach, was die Luftfahrtbehörde bestätigt.
 Die zunehmenden Beschwerden sieht der Oberstleutnant „in der Logik der Entwicklung“ an der Heeresfliegerschule begründet. Zuletzt seien die Zahl der Flüge zurückgegangen, die in der – verzögert verlaufenen – Einführung des neuen Transporthubschraubertyps NH 90 begründet liegt. Nachdem die Ausbildung zunächst an Simulatoren begonnen worden sei, folge jetzt der Flugbetrieb. Aufgrund des Nachholbedarfs würden nun mehr Hubschrauber auch zu den Außenlandeplätzen – wie eben die frühere Raketenstellung Laatzen auf dem Schierholzberg – starten.  Die Beschwerden sind längst im Rathaus bekannt. Bürgermeister Bernhard Wagner hat sich schon mit der Wehrbereichsverwaltung Nord als zuständige militärische Luftfahrtverwaltung in Verbindung gesetzt. Sein Ziel ist es außerdem, Mitglied der Fluglärmkommission zu werden, die vom Verteidigungsministerium Ende der 1980er Jahre für Bückeburg eingerichtet worden ist, um im ständigen Dialog mit den Vertretern der umliegenden Kommunen zu sein. „Vielleicht bekommt der Flecken Aerzen damit ein Forum für die Sorgen und Nöte der Betroffenen“, sagt Wagner. Zwar habe er ein gewisses Verständnis für eine gute Ausbildung der Piloten, die inzwischen weltweit in Krisengebieten im Einsatz seien, dennoch: Es müsse möglich sein, den größten Lärm – wenn schon nicht reduzierbar – zu bestimmten Zeiten zu kanalisieren, so der Bürgermeister.

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