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Bürgerinitiative: Ohne anwaltliche Unterstützung geht es nicht / Kritik an Landvolk-Aufruf

Maststall-Gegner befürchten Probleme

Aerzen (cb). Die Bürgerinitiative Dehrenberg stellt sich darauf ein, dass die Antragsunterlagen für die geplanten Hähnchenmastställe erst Anfang nächsten Jahres vorliegen werden. Das berichtete Initiativen-Sprecher Dr. Ludger Frieler unter Berufung auf den Landkreis als Genehmigungsbehörde bei einer Versammlung der Aerzener Grünen. Dann sollten im nächsten Schritt des Verfahrens die Einwendungen geltend gemacht werden. Die rund 15 Mitglieder der Maststall-Gegner stellen sich allerdings auf ein schwieriges Verfahren ein.

veröffentlicht am 17.11.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 02:41 Uhr

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„Wenn der Landkreis erst geprüft hat, wird es schwierig, dagegen vorzugehen“, meinte Frieler. Unter Berufung auf andere Bauprojekte fügte er hinzu: „Ohne anwaltliche Unterstützung geht es nicht“ – die sei aber kaum finanzierbar. In Dehrenberg plant ein Landwirt zwei Ställe mit knapp unter 80 000 Mastplätzen. Was die Einwohner bekanntlich besonders stört: Bereits jetzt gibt es mitten im Dorf von ihm einen Schweinestall, in dem er gut tausend Tiere – und damit mehr als ursprünglich genehmigt – hält. Wie Frieler berichtet, würden derzeit durch die Mitglieder der Bürgerinitiative Geruchsprotokolle erstellt. Damit wollen sie dokumentieren, dass die auf dem Lande als zumutbar angesehene Geruchsbelästigung von 15 Prozent der Jahresstunden überschritten werde.

Nach Informationen der Initiative sei der Landwirt derzeit dabei, die Auflagen des Landkreises für den bestehenden Schweinestall umzusetzen, der ursprünglich nur für 670 Tiere genehmigt worden war. Die Pläne für die Hähnchenmastställe seien wegen Brandschutzbestimmungen neu konzipiert worden.

Wie berichtet, war in dieser Woche mit Ursula Frieler eine Mitstreiterin der Bürgerinitiative zu einer der beiden Vorsitzenden der Aerzener Grünen gewählt worden. Ratsherr Michael Dombrowski bezeichnete es als einen Erfolg der Mehrheitsgruppe aus SPD und Grünen, dass das sogenannte gemeindliche Einvernehmen für die Maststallpläne nicht hergestellt worden sei. „Zumindest haben wir damit ein Zeichen gesetzt“, weiß er, dass dies kaum Einfluss auf die Genehmigung hat. Dr. Marcus Schaper, der ebenfalls dem Rat angehört, sieht das Problem eher grundsätzlicher, weil die großen Agrarkonzerne die Mast „auf dem Rücken der Landwirte austragen“.

Die Bürgerinitiative kündigte an, nun verstärkt das Gespräch mit den Kirchen zu suchen, um sie mit in das Thema einzubeziehen. Kirchliche Organisationen und Verbände – beispielsweise Brot für die Welt oder der Diözesanrat der Katholiken im Bistum Hildesheim – hatten neben anderen Initiativen und Gruppen am vergangenen Wochenende ebenfalls zu einer Demonstration in Hannover aufgerufen, um für eine faire Agrarpolitik und artgerechte Tierhaltung einzutreten. Umso mehr sorgte bei der Versammlung der Grünen eine Information von Ludger Frieler für Empörung: Das Landvolk Niedersachsen habe seine Mitglieder aufgerufen, dem Verband „ungerechtfertigte und überzogene Kritik“ von Pastoren „an moderner Landwirtschaft“ beispielsweise in Predigten zum Erntedank zu melden. Frieler wertete dies als Aufruf zur Denunziation. Inzwischen hat die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) die Verantwortlichen in den Kirchengremien aufgefordert, sich „gegenüber den Ausspäh-Aufforderungen des niedersächsischen Landvolk-Verbands über missliebige Äußerungen von Pastoren und Pfarrern zur Agrarindustrie schützend vor ihre Mitarbeiter zu stellen“.



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