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Ungewöhnlicher Protest gegen Fällung von Birken auf Gellerser Friedhof

Lyrik auf Baumstümpfen

Gellersen. „Stark zieht es mich hin zu dem, was langsam gewachsen ist! Und seine Wurzeln tief geschlagen hat!“ – Der Protest gegen die Fällung der Birken auf dem Friedhof in Gellersen hat lyrische Formen angenommen.

veröffentlicht am 27.04.2016 um 14:00 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:48 Uhr

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Autor:

von sabine brakhan
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Auf allen drei Baumstümpfen wurden poetische Zeilen, die sich an Texten des Liedermachers Siegfried Fietz orientieren, angebracht. Zum Zeitpunkt der Ortsbesichtigung im Vorfeld der letzten Aerzener Ortsratssitzung waren die farbigen Seiten auf den Stümpfen noch nicht befestigt gewesen. Mit der Entscheidung darüber, welche Ersatzpflanzungen für die drei gefällten Birken vorgenommen werden sollen, wurde vom Ortsrat die Zukunftswerkstatt Gellersen beauftragt. Diese will allerdings verschiedene Varianten zur Diskussion stellen. In einer Bürgerversammlung im Sommer soll dann über die Vorschläge abgestimmt und diese Entscheidung dann im Rahmen einer Pflanzaktion im Herbst umgesetzt werden (wir berichteten). Währenddessen hat Aerzens Erster Gemeinderat Andreas Wittrock in den alten Akten zum Gellerser Friedhof interessante Details entdeckt. „Bereits 1924 wurde von Landwirt Niemeyer, der das Friedhofsland zur Verfügung stellte, in einem Kaufkontrakt schriftlich bestimmt, dass auf dem Friedhof keine Bäume sondern nur Büsche angepflanzt werden dürfen“, berichtet Wittrock aus dem Inhalt des handschriftlichen Dokuments. Auch bei der Erweitung des Friedhofs im Jahr 1961 ist mit Arno Brenker, dem inzwischen verstorbenen Verkäufer der Fläche, schriftlich vereinbart worden, dass eine Hecke den Bereich einfriedet und jede weitere Bepflanzung eine Höhe von zwei Metern nicht überschreiten darf. Die Birken überschritten dieses vertraglich festgelegte Höchstmaß deutlich. Allerdings sei nicht diese Vertragsvereinbarung sondern die Verkehrssicherungspflicht der Gemeinde der Grund für das Entfernen der drei Bäume gewesen, betont der Erste Gemeinderat. Die Birken waren bereits zum Teil stark geschädigt, wie durch einen von der Verwaltung beauftragten Sachverständigen festgestellt wurde.



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