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Seit über einem Jahr Großbaustelle / Einwohner hatten Sanierung der Ortsdurchfahrt aber lange Zeit gefordert

Lüntorfer sehnen Ende der Arbeiten herbei

Lüntorf (tis). Der Ausbau der Landesstraße in der Ortsdurchfahrt Lüntorf befindet sich auf der Zielgeraden – oder besser gesagt: vor der letzten Kurve zur Zielgeraden. Noch gibt es einiges zu tun, bis die Bauarbeiter endgültig abziehen können. Ortsbürgermeisterin Rita Bode und die Einwohner freuen sich aber schon jetzt auf eine dann schöne neue Ortsdurchfahrt. Manch einer hat aber auch die Nase voll von den langen Bauarbeiten, die sich über ein Jahr hinzogen. „Doch zunächst einmal wird eine große Zufriedenheit hier bei uns in Lüntorf herrschen, wenn der Ausbau beendet ist“, erklärt Rita Bode. Wann es so weit ist, dazu möchte sich Matthias Bode, stellvertretender Leiter „Technische Dienste“ in der Gemeinde Emmerthal und Bauleiter in Lüntorf, nicht festlegen: „Kann sein Ende September, kann aber auch sein, dass wir noch in den Oktober gehen.“

veröffentlicht am 03.08.2015 um 15:40 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 13:48 Uhr

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Die Ortsbürgermeisterin ist froh, dass die Niedersächsische Straßenbaubehörde und die Gemeinde die Gelder für den Ausbau der L 428 zwischen dem Ortsausgang Richtung Ottenstein und der Triftstraße endlich zur Verfügung gestellt haben. Denn lange Zeit haben die Lüntorfer darum gekämpft, dass die Buckelpiste, größtenteils ohne Bürgersteig, ein Ende hat. „Ich kann mich noch dran erinnern, wie ich vor 30 Jahren mal eine Ortsratsitzung verlassen musste, weil ich mich zu sehr über die unhaltbaren Zustände aufgeregt habe“, ruft sie in Erinnerung. Damals habe sie sich mit anderen Müttern mit schulpflichtigen Kindern zusammengetan, um auf die Missstände aufmerksam zu machen. „Schließlich musste die Kopfsteinpflaster-Gosse als Bürgersteig benutzt werden“, sagt Rita Bode. Das sei ja nun gottlob vorbei. Und nachdem die Nebenstraßen und ein erstes Teilstück der L 428 schon vor Jahren ausgebaut worden seien, würde das Dorfbild jetzt sicher weiter verbessert.

Es gibt auch Lüntorfer, die nach dem Ausbau der Durchgangsstraße schon neue Gefahrenstellen sehen. Etwa, wenn der Gehweg an unübersichtlichen, kurvenreichen Stellen endet und die Fußgänger die Seiten wechseln müssen. Nicht sehr glücklich über die lange Sperrung und Behinderungen ist unter anderem Landwirt Friedhelm Nagel: „Ich muss große Umwege fahren, um meine Ländereien und Äcker zu erreichen. Und das über eine so lange Zeit, das ist eigentlich unzumutbar.“ Er bemängelt, dass sich trotz der Straßensperrung gerade am Wochenende viele Auto- und Motorradfahrer durch die Baustelle quetschen würden. Nagel: „Können die alle keine Verkehrsschilder lesen?“

Die Ortsbürgermeisterin weiß, dass den Anwohnern bei den Bauarbeiten viel abverlangt wurde. „Sie konnten ihre Grundstücke nicht erreichen, mussten etwa Einkäufe über weitere Strecken nach Hause tragen, ihr Auto in Nebenstraßen parken. Aber ich muss die Bauarbeiter loben, die sich immer bemühen, das Ganze in Grenzen zu halten.“ Das bestätigt auch ein betroffener Handwerksbetrieb, dessen Mitarbeiter namentlich nicht erwähnt werden möchte. Die Bauarbeiter hätten vieles möglich gemacht, wenn zum Beispiel neue Ware per Lkw angeliefert wurde, seien immer sehr nett gewesen. Doch auch hier ist man froh, wenn die Baustelle vor der Haustür endlich Geschichte ist.

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  • Voraussichtlich Ende September, eventuell im Oktober, sollen die Arbeiten abgeschlossen sein – und das wollen die Lüntorfer feiern. tis

Feriengäste

bleiben dem Dorf treu

Friedrich-Wilhelm Sander musste beim Vermieten seiner Ferienwohnungen keine Einbußen durch die Baustelle verzeichnen. „Ich habe unsere Gäste immer vorab informiert, sodass sie wussten, wie sie uns erreichen und dass es hier eine große Baustelle gibt.“ Auch er ist sich sicher, dass Lüntorf durch diesen Ausbau gewinnen wird. Mit dem Fortschritt der Bauarbeiten ist er aber nicht ganz so zufrieden. „Es hat doch geheißen, die einzelnen Bauabschnitte würden immer komplett fertiggestellt. Im ersten fehlt aber noch die Feindecke, im zweiten sogar die komplette Asphaltdecke, während man jetzt gerade beim dritten Abschnitt die Bürgersteige anlegt“, wundert sich Sander. Zudem habe er gehört, die Feindecke solle nun für alle drei Bauabschnitte komplett aufgetragen werden und die Fahrbahn werde dann zwei Tage nicht nutzbar sein. „Wie soll das denn funktionieren, da gibt es doch auch Handwerksbetriebe und landwirtschaftliche Betriebe, die erreichbar sein müssen“, fragt sich der Lüntorfer.

Matthias Bode räumt ein, dass zunächst geplant war, die Bauabschnitte jeweils komplett fertigzustellen. „Das Wetter, die Tatsache, dass manche Arbeiten erst erledigt sein mussten, bis andere folgen, der Einbau der in eins gefertigten Betongossen und verschiedene Restarbeiten haben dies aber verhindert“, argumentiert der Bauleiter. An der Abzweigung nach Deitlevsen musste noch eine Gasleitung saniert werden. Deshalb wird im Kreuzungsbereich dort auch ein Stück der K 41 mit erneuert, um nicht wieder Flickwerk zu haben. Daher ist jetzt geplant, die Asphalt-Tragschicht für die Bauabschnitte 2 und 3 Ende August einzubringen. Dann soll die Feindecke folgen. „Auch das kann nur erfolgen, wenn das Wetter mitspielt“, erklärt Bode. „Sicher wird es dann noch mal zu Problemen mit den Grundstückszufahrten geben, auch hier versuchen wir, dass das Ganze im Rahmen bleibt.“

Wenn dann einmal alles fertig sein wird, haben sich sicher alle Wogen wieder geglättet, wie die Ortsbürgermeisterin glaubt. Sie möchte dann auch eine kleine Einweihungsfeier starten: „Ich habe da schon erste Pläne im Hinterkopf“, sagt Rita Bode. „Aber zunächst müssen wir erst mal ein konkretes Datum zur Fertigstellung haben, dann sehen wir weiter.“



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