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Unternehmen will „Kunden optimal bedienen“ / Neubau für bis zu 75 Beschäftigte

Lohmann plant Forschungs- und Entwicklungszentrum

EMMERTHAL. Das Unternehmen Dr. Paul Lohmann plant den Bau eines Forschungs- und Entwicklungszentrums, um sich als Spezialist für Mineralsalze stärker auf Kundenwünsche auszurichten und innovative Produkte auf den Markt zu bringen. Die bisherige Abteilung „platzt aus allen Nähten“, sagt Geschäftsführer Jürgen Lohmann.

veröffentlicht am 29.06.2017 um 14:22 Uhr
aktualisiert am 29.06.2017 um 17:50 Uhr

Das international tätige Emmerthaler Unternehmen Dr. Paul Lohmann hat in den vergangenen Jahren die Neuausrichtung vorangetrieben. Foto: Dana
Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Die Investition folge der vor rund zehn Jahren eingeleiteten Neuausrichtung des Unternehmens, verstärkt neue Anwendungsfelder für hochwertige Mineralsalze zu entwickeln statt auf Massenprodukte zu setzen. Produkte des weltweit agierenden Herstellers kommen vor allem in der Pharma- sowie in der Lebensmittel- und Nahrungsergänzungsmittel-Industrie zum Einsatz.

Erste Entwurfspläne für das dreistöckige Gebäude in unmittelbarer Nachbarschaft des Firmenareals in Kirchohsen liegen vor. Angestrebt werde ein Baubeginn im nächsten Jahr. „Wir hoffen, das Forschungs- und Entwicklungszentrum 2019 in Betrieb nehmen zu können“, sagt Lohmann über den Komplex, der die derzeit 57 auf mehreren Abteilungen verteilten Beschäftigten an einem Standort konzentrieren solle. Künftig sollen dort laut Planung 70 bis 75 Mitarbeiter beschäftigt sein. „Damit schaffen wir auch ein attraktives Umfeld für Wissenschaftler und Chemielaboranten“, meint Lohmann, der gleichzeitig von einem „deutlichen Signal für den Wirtschaftsraum Weserbergland“ spricht.

Wir verkaufen Produkte – und dazu bieten wir eine Lösung an.

Jürgen Lohmann, Geschäftsführer

„Wir verkaufen Produkte – und dazu bieten wir eine Lösung an“, erklärt der Geschäftsführer des Familienunternehmens mit fast 500 Beschäftigten an den Standorten Emmerthal und Lüneburg. Weg vom Massenmarkt, hin zu hochspezialisierten Nischenprodukten – unter diesem Schlagwort hat sich das Familienunternehmen in den vergangenen Jahren neu ausgerichtet. „Wir haben massiv im Bereich der Labors und Anwendungstechnik investiert“, verweist Lohmann sowohl auf Anlagen als auch Personal. Seit dem Jahr 2008 wurde die Kapazität in den Bereichen Forschung und Entwicklung verfünffacht.

„Attraktives Umfeld für Wissenschaftler und Chemielaboranten“: Bis zu 75 Mitarbeiter sollen in dem Forschungs- und Entwicklungszentrum ideale Voraussetzungen finden. Foto: Alexander Raths /Fotolia
  • „Attraktives Umfeld für Wissenschaftler und Chemielaboranten“: Bis zu 75 Mitarbeiter sollen in dem Forschungs- und Entwicklungszentrum ideale Voraussetzungen finden. Foto: Alexander Raths /Fotolia
Jürgen Lohmann, Geschäftsführer
  • Jürgen Lohmann, Geschäftsführer

Über 400 verschiedene Salze in insgesamt über 5000 unterschiedlichen Spezifikationen zählen zum Sortiment des Unternehmens, das seinen Wachstumskurs gegen den bundesweiten Trend der Chemieindustrie laut dem zuletzt vorliegenden Jahresabschluss 2015 (Umsatz 106,87 Millionen Euro, Jahresüberschuss 11,58 Millionen Euro) fortsetzen konnte. Dr. Paul Lohmann setzt auf die sogenannte „Value Added Strategie“, nach der dem Kunden ein besonderer Mehrwert und Zusatznutzen des Produktes geboten werden soll, um sich von der Konkurrenz abzusetzen. Mit Unternehmen, die beispielsweise in Billiglohnländern standardisierte Natriumsalze etwa für Waschmittel „waggonweise“ produzierten (Lohmann: „Das kann jeder“), könne der Spezialist aus Emmerthal „nicht mehr wettbewerbsfähig“ gegenhalten. „Wir setzen in den Nischen an, wo es um technologisches Know-how für hochwertige Lebensmittel und pharmazeutische Produkte geht“, sagt der Geschäftsführer.

Nicht nur das Getränk Bionade, das er Gästen anbietet, nennt er – einige Inhaltsstoffe, die auf den Etiketten der Flaschen stehen, stammen aus Emmerthal. Besonders deutlich werde der Qualitätsanspruch bei Babynahrung, die mit Eisen-Verbindungen angereichert werde. Damit es keinen metallischen Geschmack gebe, verfüge das Unternehmen über Anwendungen, diese Stoffe zu verkapseln. Mineralstoffe, die Kindernahrung zugesetzt werden, unterliegen außerdem ganz besonderen Reinheitskriterien. Noch mehr kommt dieser hohe Anspruch in der Pharmaindustrie zum Ausdruck. Etwa in Injektions- oder Infusionslösungen verwendete Mineralsalze müssen höchsten Qualitätsanforderungen entsprechen.

Forschung, Produktion und Vertrieb – auf diesen drei Säulen setzt das international tätige Unternehmen (Exportquote bei 65 Prozent) seinen Erfolgskurs fort, wie der Geschäftsführer sagt – „um die Kunden optimal zu bedienen“. Lohmann: „Das ist uns in den vergangenen zehn Jahren gut gelungen.“



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