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Unternehmen investiert mehr als 100 Millionen Euro

Lenze-Gruppe meldet Rekordumsatz

GROSS BERKEL. Die Lenze-Gruppe, die in diesem Jahr ihr 70-jähriges Bestehen feiert, ist nach eigenen Angaben weiter auf Wachstumskurs. Der Umsatz erreicht mit 678,3 Millionen Euro (plus 31,9 Millionen Euro) einen Rekordwert, während der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) um 20,7 Prozent auf 58,5 Millionen Euro.

veröffentlicht am 12.10.2017 um 15:23 Uhr
aktualisiert am 12.10.2017 um 17:32 Uhr

Blick in die Produktion der Firma Lenze in Groß Berkel. Foto: Lenze
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Wolfhard F. Truchseß Reporter
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70 Jahre nach seiner Gründung präsentiert sich das Unternehmen Lenze SE als weltweit aufgestellte Gruppe mit stetig steigenden Umsatzzahlen, nachhaltigen Gewinnen und erheblichen Investitionsabsichten. Allein am Standort Extertal sollen im nächsten Geschäftsjahr zusätzliche 50 Millionen Euro für den Aufbau eines Mechatronic Competence Campus investiert werden, wie die Geschäftsführung mir Christian Wendler und Dr. Yorck Schmidt gestern auf der Bilanzpressekonferenz in Groß Berkel bekannt gaben. Mit dieser größten Investition der Unternehmensgeschichte werden drei Produktionsstätten in einem Werk mit modernster Logistik zusammengefasst. Dies darf auch als ein erneutes Bekenntnis zu dem Standort verstanden werden. Insgesamt will die Unternehmensgruppe bis zum Jahr 2021 weltweit zwischen 300 und 400 Millionen Euro investieren und auch ein Lenze Automation Camp als Ausbildungszentrum für junge Ingenieure errichten. „Es ist unser strategisches Ziel, beim Umsatz eine Milliarde Euro zu erreichen“, erklärte Wendler. Denn neben dem Kerngeschäft sollen neue, zukunftsorientierte Geschäftsfelder im Bereich der Digitalisierung aufgebaut werden. Das Lenze-Geschäft stütze sich dann auf drei Säulen, erklärte Wendler: „Auf mechatronische Produkte und Pakete, auf hard- und softwarebasierenden Automatisierungssystem und digitalen Service.“

Bei Umsatz und Profitabilität wartete das Unternehmen gestern mit Rekordzahlen auf: Nach Angaben von Vorstandschef Wendler stieg der Konzernumsatz im Geschäftsjahr 2016/2017 mit einem Plus von 4,9 Prozent um 31,9 Millionen Euro auf 678,3 Millionen Euro. Sowohl in Europa als auch in Asien und Amerika legte der Spezialist für Automatisierungslösungen deutlich zu. „Wir sind überall besser als der Markt im allgemeinen“, betonten Wendler und Schmidt, wobei das Marktumfeld von deutlichen Unsicherheiten geprägt gewesen sei. Seinen Gewinn nach Steuern gibt das Unternehmen mit 38,1 Millionen Euro an. Das operative Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) gibt die Lenze SE mit 58,5 Millionen Euro an. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Anstieg um 20,7 Prozent. Auch das Eigenkapital sei gestärkt worden, erklärte Wendler. „Bei einer Bilanzsumme von 466,3 Millionen Euro erreichte die Quote 64,1 Prozent.“ Im Jahr zuvor hatte sie noch bei 63,7 Prozent gelegen. „Wir sind damit auch für die Zukunft finanziell so aufgestellt, dass wir aus eigener Kraft wachsen können.“

Zum Erfolg habe beigetragen, „dass Lenze in den vergangenen Jahren seine Vermarktungs- und Vertriebsstärke massiv ausgebaut hat“. Ziel sei es, dies in den kommenden Jahren fortzusetzen. Weltweit beschäftigt die Lenze SE derzeit rund 3500 Mitarbeiter. Im vergangenen Geschäftsjahr wurde ihre Zahl um etwa 180 aufgestockt, davon allein 136 in Deutschland. Im laufenden Geschäftsjahr soll die Mitarbeiterzahl etwa in derselben Größenordnung steigen.

Bei steigendem Wettbewerbsdruck biete Lenze seinen Kunden „umfassende Systemlösungen im Bereich der Automatisierung“ an, erklärte Wendler. „Denn wir verstehen die komplexen Anforderungen der Industrie und übersetzen sie in einfache mehrwertstiftende Lösungen.“ Dabei sei es dem Unternehmen gelungen mit dem Umrichter i500 die beste Produkteinführung in der Lenze-Geschichte zu erreichen. „Wir haben innerhalb von zwölf Monaten allein 50 000 Umrichter dieses neuen Typs abgesetzt und stehen mittlerweile vor der Zahl 100 000“, berichtete Technik-Vorstand Frank Maier. Die Konjunktur sei im Bereich Maschinenbau in den vergangenen Monaten hervorragend gewesen und flache sich im Augenblick zum Glück etwas ab, erklärte Maier am Rande der Veranstaltung. „Ich hätte sonst Sorge, dass sie explodiert.“

Mit etwa 400 Kunden und Lieferanten hatte Lenze bereits am Mittwoch das 70-jährige Jubiläum mit zahlreichen Vorträgen und Informationsveranstaltungen gefeiert. Der Tag wurde dann am Abend mit einem großen Fest im Alten Hallenbad in Hameln beschlossen.

Ein großes Fest für die „Lenzianer“ und ihre Familienangehörigen wird es morgen ab 12 Uhr am Standort in Extertal mit einem umfangreichen Programm geben. Vorstandschef Christian Wendler rechnet mit 4000 Gästen, die das Jubiläum dort feiern wollen.

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