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Forderung: Mehr Lohn und kürzere Arbeitszeit

Lenze-Beschäftigte streiken

GROSS BERKEL. Für die Firmenchefs dürfte der Streik überraschend begonnen haben: Um 11.30 Uhr haben zahlreiche Lenze-Mitarbeiter Freitag die Arbeit niedergelegt und vor dem Werkseingang für die Forderungen der IG Metall demonstriert.

veröffentlicht am 05.01.2018 um 15:16 Uhr
aktualisiert am 05.01.2018 um 18:20 Uhr

Uwe Mebs, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Alfeld-Hameln-Hildesheim, sprach vor den streikenden Lenze-Mitarbeitern. Foto: jsp
Jens Spickermann

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Um ihrer Warnung an die Arbeitgeber-Seite möglichst deutlich Ausdruck zu verleihen, war der Warnstreik erst zwei Stunden vorher angekündigt worden. Auch die Mitarbeiter der Spätschicht planten, die Arbeit vorzeitig abzubrechen.

Sechs Prozent mehr Lohn und eine für zwei Jahre auf 28 Wochenstunden reduzierbare Arbeitszeit sind die Kernforderungen der IG Metall für die Beschäftigten. Die Arbeitsniederlegung sei „schon mal ein Vorgeschmack auf eine kurze Vollzeit“, sagte Uwe Mebs, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Alfeld-Hameln-Hildesheim.

Bei der zweiten Tarifverhandlung am 6. Dezember hatte NiedersachsenMetall den Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie lediglich zwei Prozent mehr Lohn angeboten – und das erst ab April.

Nachdem am Mittwoch bereits die Hamelner Volvo-Mitarbeiter gestreikt hatten, folgten nun auch die Lenze Mitarbeiter der Aufforderung der Gewerkschaft, ihrem Ärger Luft zu machen. Mit den von Gewerkschaftsvertretern verteilten Fahnen und Transparenten hielten sie auf dem Werksgelände eine unübersehbare Protest-Kundgebung ab. Nach Aussage eines Betriebsrates habe die Nachtschicht bereits mit 35 Mitarbeitern geschlossen die Arbeit vorzeitig abgebrochen, an der Arbeitsniederlegung um 11.30 Uhr hätten sich etwa 200 Mitarbeiter – und damit etwa die Hälfte der Belegschaft – beteiligt. An der Versammlung auf dem Werksgelände hätten noch ungefähr 120 Beschäftigte teilgenommen.

„Zwei Prozent haben sie uns in der zweiten Verhandlung am 6. Dezember angeboten, ab April und bis dahin eine Einmalzahlung von 200 Euro. Für insgesamt 15 Monate. Das ist kein Angebot, sondern eine Provokation“, sagte Mebs. Eine Option, für maximal zwei Jahre nur 28 Stunden in der Woche zu arbeiten, sei für Arbeitnehmer nötig, die beispielsweise Zeit für Pflege oder Kinderziehung bräuchten. „Wer Fachkräfte halten will, muss ihnen auch die Arbeitszeiten bieten, die zu ihrem Leben passen“, so Mebs. Jugendvertreter Alexander Stillich forderte unter anderem bessere Ausbildungsbedingungen. Sofern keine Einigung erzielt wird, werde es weitere Warnstreiks geben, hieß es von Mitarbeitern.

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