weather-image
Der Global Player aus Groß Berkel legt gute Zahlen vor – und hat noch Großes vor

Lenze verdient 65 Millionen Euro

AERZEN. Die international tätige Lenze-Gruppe eilt von Erfolg zu Erfolg: Der Aerzener Konzern hat seinen Wachstumskurs im Geschäftsjahr 2017/18 fortgesetzt – und die gesteckten Ziele noch deutlich übertroffen. Der Umsatz stieg um 9,2 Prozent auf den Rekordwert von 741 Millionen Euro und lag klar über der Erwartung.

veröffentlicht am 07.11.2018 um 14:47 Uhr
aktualisiert am 07.11.2018 um 16:50 Uhr

Lenze steht für Automatisierung, Lenze steht für Innovationen – und auch für gute Geschäftszahlen. Foto: Ralf Böttcher/Lenze
Thomas Thimm

Autor

Thomas Thimm Stv. Chefredakteur zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Das organische, also das um Währungseffekte bereinigte Umsatzwachstum betrug sogar stolze 11,2 Prozent. Eine Bestmarke erreichte auch das Ergebnis vor Zinsen und Steuern, das die rund 3700 Mitarbeiter in 60 Ländern um 12,3 Prozent auf 65,7 Millionen Euro steigerten. Der Jahresüberschuss ist um 21 Prozent gewachsen, dies insbesondere aufgrund einer sich für das Unternehmen günstig entwickelnden Steuerquote. Lenze-Chef Christian Wendler bekräftigt, bis zum Jahr 2020/2021 den Umsatz auf 850 Millionen Euro steigern zu wollen – mit den Chancen der Digitalisierung peilt der Automatisierungsspezialist mittelfristig sogar die Milliarde an.

Für den Global Player Lenze SE mit Hauptsitz in Groß Berkel sind nach Darstellung der Chefetage digitale Zukunftsthemen, neue Produkte und ein deutlich verstärkter Vertrieb die Wachstumstreiber. Gegenüber unserer Zeitung erklärte das Unternehmen: „Auf jahrzehntelanger Erfahrung in der Mechatronik aufbauend, stärkt Lenze im Rahmen der Umsetzung seiner Strategie 2020+ gezielt seine Position als weltweiter Systempartner für die Maschinenautomatisierung. Dank skalierbarer Hard- und modularer Software nimmt Lenze hier zunehmend eine führende Rolle ein.“

Am besten ist Lenze unter dem Strich: Zum wiederholten Mal hat der Konzern seine Profitabilität gesteigert. Ein Vorsteuerergebnis von 65,7 Millionen Euro ist ein starkes Argument für Lenze und den Standort Weserbergland – und eine Voraussetzung für finanzielle Stabilität. Damit hat Lenze „ausreichend Spielraum für Investitionen“, wie es in Groß Berkel heißt. Am Standort Extertal in Nordrhein-Westfalen entsteht derzeit beispielsweise mit dem Mechatronic Competence Campus ein wichtiges Zukunftsprojekt für Lenze. Das Unternehmen investiert hier bis zur geplanten Fertigstellung des Mechatronik-Campus im Jahr 2020 rund 50 Millionen Euro in den Standort. Zudem wurde das Eigenkapital gestärkt. Bei einer Bilanzsumme von 483,1 Millionen Euro betrug das Eigenkapital 321,3 Millionen Euro (Vorjahr: 299,0). Das entspricht einer Eigenkapitalquote von 66,5 Prozent gegenüber 64,1 Prozent im Vorjahr. Zusätzlich verfügt die Lenze-Gruppe über ein Nettofinanzvermögen in Höhe von 63 Millionen Euro.

Der Vorstand sieht Lenze für die Zukunft strategisch und finanziell „sehr gut aufgestellt“ und positioniert sich selbstbewusst. „Wir wollen nicht weniger als den Takt in der weltweiten Fabrikautomation vorgeben und den digitalen Wandel ganz vorne mitgestalten“, sagt Vorstandschef Wendler. Für das Geschäftsjahr 2018/2019 rechnet Wendler mit einem moderaten Umsatz- und Ergebniswachstum. „Wir verfolgen unsere Wachstumsstrategie und investieren überproportional in unsere Vertriebskanäle, in Forschung und Entwicklung sowie in das Dienstleistungsangebot im Bereich digitaler Services.“

Von der Wachstumsdynamik des Unternehmens profitieren die strategischen Sparten Mechatronics und Automation Systems gleichermaßen. Auch der Umsatz in der Zukunftssparte Digital entwickelte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr positiv. Als Taktgeber in der weltweiten Fabrikautomation verfügt Lenze mit seinen zwei Tochtergesellschaften − dem Bremer CPQ-Spezialisten encoway und dem Sindelfinger Software-Unternehmen logicline − über einen nach eigener Darstellung „maßgeblichen Wettbewerbsvorteil“, der es ermöglicht, digitale Services und Lösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette aus einer Hand anzubieten. Dazu zählen vor allem zentrale Zukunftsthemen rund um Industrie 4.0 und das Internet der Dinge.

Den größten absoluten Umsatzanstieg erzielte Lenze in Europa – Asien verzeichnete mit 18,6 Prozent den größten prozentualen Anstieg. Um als Global Player erfolgreich zu bleiben, müssen die Vertriebswege immer weiter optimiert werden. Deshalb fokussiert Lenze seine Aktivitäten hierbei gezielt auf fünf wachstumsstarke Branchen: Automotive, Consumer Goods, Converting & Printing, Intralogistic und Textile. In diesen Industrien könne das Unternehmen seine Anwendungs- und Marktkompetenz in hoch automatisierten Produktionsprozessen „optimal einbringen“, sagt Lenze über sich selbst. Für seine Technologie- und Innovationsstärke zieht Lenze eine Zahl aus dem Köcher: Im vergangenen Geschäftsjahr wurden 1000 Kundenprojekte realisiert.

Mein Standpunkt
Thomas Thimm
Von Thomas Thimm

Auch im Weserbergland gibt es Leuchttürme: An den Top 10 der Region können sich viele andere Unternehmen orientieren. Lenze gehört zur Spitzengruppe dieser Top 10. Doch keine Spur von Ausruhen: Der weltweit agierende Konzern will bald zum Umsatz-Milliardär werden. Dank einer klugen Strategie und innovativer Technik darf man den Aerzenern dies auch zutrauen.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt