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Ortsumgehung für Grohnde jetzt im „Vordringlichen Bedarf“: Geteilte Meinungen

Kritiker melden sich schon zu Wort

Emmerthal. Dass die geplante Umgehungsstraße für Grohnde nun höchste Priorität erhält, hat auch die Politiker in Emmerthal überrascht. Der Druck in dem Dorf sei ja nicht so groß gewesen wie in anderen Orten entlang der Bundesstraße, etwa in Reher, Groß Berkel oder Coppenbrügge, sagte Rolf Keller (CDU).

veröffentlicht am 17.04.2016 um 15:56 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:58 Uhr

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Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Im Gegenteil, so Keller, der Vorsitzender des zuständigen Fachausschusses vom Gemeinderat ist. Keller erinnerte an eine Versammlung zum Thema im Jahr 2008 in Grohnde. „Da waren die Meinungen sehr geteilt“, verwies er darauf, dass besonders von Einwohnern in Richtung Scharfenberg Kritik gekommen sei. „Die Trasse lag nahe der Bebauung“, sagte Keller. Der Ruf nach einer Umgehungsstraße sei in der Vergangenheit nicht sehr laut gewesen. Umso mehr sei nun der Ortsrat gefordert.

Dass sich die Gemeinde nun seiner Forderung entsprechend mit einer Stellungnahme zum Bundesverkehrswegeplan 2030 zu Wort melden sollte, fand keine Zustimmung. Oliver Gockel (SPD) hält dies nicht für sinnvoll. Ohnehin frage er sich, welchen Inhalts diese sein solle, meinte Gockel. Es sollte erreicht werde, dass „wir in Emmerthal mit einer Stimme sprechen“ meinte Rudolf Welzhofer (CDU). „Wir sollten froh sein mit Grohnde“, sieht er eine erhebliche Entlastung für das Weserdorf. Welzhofer erinnerte daran, dass der Schwerlastverkehr auf der Ortsdurchfahrt („teilweise eine Maut-Umgehung“) sehr „extrem“ sei, außerdem gelte die Platanenallee als großer Unfallschwerpunkt.

Bürgermeister Andreas Grossmann sieht ebenfalls keinen Grund, dass die Gemeinde in dem öffentlichen Beteiligungsverfahren zum Bundesverkehrswegeplan 2030 eine Stellungnahme abgibt. „Die Stimmung bei den Einwohnern ist geteilt“, begründete er. Und just am selben Tage hätten sich einige Grohnder, die von einer Neubautrasse betroffen sein könnten, mit einem anonymen Schreiben im Rathaus gemeldet. Sie wollten ihren Unmut kundtun, zitierte er. Schließlich hätten sie bewusst dort am Ortsrand gebaut, während den Bewohnern an der bisherigen Bundesstraße deren Situation ebenfalls klar gewesen sei. Als weiteres Argument führten die Anwohner an, dass sie künftig auch von Kiestransporten betroffen seien. Das Stimmungsbild habe sich gegenüber 2008 nicht geändert, sagte Grossmann. Grundsätzlich teile er aber die Ansicht von Welzhofer, dass eine Ortsumgehung die Lebensqualität verbessere, nannte der Bürgermeister als persönliche Meinung.

Allerdings werde er eine Stellungnahme der Bürgermeister aus den Kommunen entlang der Bundesstraße und des Landkreises unterstützen, damit die nunmehr herabgestufte Südumgehung in Hameln wieder höchste Priorität bekomme. Grossmann verwies darauf, dass die Berliner Straße in

Kirchohsen mit der Valentinibrücke für viele „die heimliche Südumgehung“ sei, außerdem heimische Wirtschaftsunternehmen eine verbesserte Verkehrsanbindung forderten. Bürgermeister Grossmann: „Wenn die Südumgehung herausfällt, wäre das ein herber Verlust für Emmerthal.“

Uta Weiner-Kohl gab in der Sitzung als stellvertretende Leiterin des Geschäftsbereiches Hameln der Niedersächsischen Behörde für Straßenbau und Verkehr Details zum Verfahren bekannt. Bis der Bundesverkehrswegeplan in Berlin voraussichtlich bis zum Jahresende verabschiedet werde, könne es „noch Verschiebungen geben“. Dass die Ortsumgehung Grohnde mit aufgenommen worden sei, sieht sie besonders in dem hohen Nutzen-Kosten-Verhältnis begründet, so lautet ihre Vermutung. Wenn das Grohnder Projekt im „Vordringlichen Bedarf“ bleibe, bedeute das nicht, dass ihre Behörde 2017 mit den Planungen beginne, die dann ohnehin auch anders ausfallen könnten. „Da gehen noch einige Jahre ins Land“, sagte Weiner-Kohl. Einen Zeitraum von 10 bis 15 Jahren nannte sie. „Und dann muss auch Geld vom Bund kommen.“



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