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Bildungshaus Börry: Politiker befürchten weitere Überraschungen bei Bauarbeiten

Kosten steigen – Umzug verzögert sich

Emmerthal. Ausgerechnet in Zeiten, in denen die Emmerthaler Kommunalpolitiker angesichts der Finanzmisere jede Ausgabe auf den Prüfstand stellen: Das Bildungshaus für Börry, wo derzeit die Bauarbeiten im Schulgebäude stattfinden, verursacht weiter steigende Kosten. „Hand aufs Herz“, fragte schließlich Ausschussvorsitzender Ralf-Ulrich Böhm (SPD) den Architekten Peter Nehmann: „Befürchten Sie noch mehr Überraschungen?“ Die aber, glaubt er, für die weiteren Bauarbeiten ausschließen zu können. „Da bin ich guten Mutes“, meinte der Architekt. Dafür sorgte er anschließend noch für eine andere überraschende Nachricht, die nichts mit Geld zu tun hat, dafür aber mit dem Zeitplan. Voraussichtlich erst im Januar nächsten Jahres soll der Umzug erfolgen – eigentlich war der ursprüngliche Termin bereits nach den Sommerferien geplant. Von „ein paar unangenehmen Dingen“ schließlich sprach Böhm vor dem Ausschuss, der sich mit Bauthemen befasst. „Ein gewaltiger Verzug.“

veröffentlicht am 12.03.2013 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 19:21 Uhr

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Und der hat Folgen, wie CDU-Ratsherr Rolf Keller, gleichzeitig Ortsbürgermeister von Börry, schnell bewusst war. Der Umzug im Januar 2014 ist ja nur ein Zwischenschritt. Das Bildungshauskonzept sieht vor, dass Schule und Kindergarten unter einem Dach sind. Die Bauarbeiten für die Kindertagesstätte als Ersatz für die bisherigen Standorte Hajen und Esperde beginnen aber erst, wenn die Schüler in das dann neugestaltete und sanierte Altgebäude umgezogen sind. „Wir müssen die Eltern ja in Kenntnis setzen, wie es weitergeht“, mahnte Keller an, der daran erinnerte, dass ursprünglich im Sommer 2014 der Gesamtkomplex fertig werden sollte. Als neuen Termin nannte der Architekt dafür nun das Frühjahr 2015. Weitere Konsequenzen, wie Erster Gemeinderat Elmar Günzel andeutete: Es müsse darüber nachgedacht werden, wie für unter dreijährige Kinder aus der Ortschaft Börry ersatzweise Krippenplätze in anderen Tagesstätten der Gemeinde angeboten werden könnten. Und als Günzel wenige Stunden später im Ortsrat Amelgatzen saß, gab er zu verstehen, dass sich dann auch das Bildungshauskonzept dort verzögern werde.

Auch wenn die Politiker ihr Unverständnis über die jüngste Entwicklung äußerten, so ging es ihnen nicht um Schuldzuweisungen. Ohnehin konnte der Umbau in Börry erst mit über fünf Wochen Verzögerung begonnen werden. „Zunächst habe ich gedacht, dass wir die Zeit kompensieren können“, meinte Architekt Nehmann. Doch nicht nur die Kälte des langen Winters machte den Firmen zu schaffen. Altbauten bergen unvorhersehbare Probleme, die erst offenbar werden, wenn der Putz oder die Verkleidungen entfernt werden. „Wir haben dann festgestellt, wie marode einige Teile sind“, berichtete Nehmann. Als Beispiel nannte er Deckenbalken, die ihre statische Funktion nicht mehr erfüllen.

Einen Teilerfolg konnte er zumindest vermelden, der bei den strengen Brandschutzbestimmungen hätte erreicht werden können. In Diskussionen mit dem Brandsachverständigen und der Bauaufsicht des Landkreises sei eine einfachere und günstigere Lösung für zusätzliche Fluchtwege aus zwei Klassenräumen im Erdgeschoss gefunden worden. Bei allem Verständnis für die Sicherheit der Kinder ging das Keller aber immer noch zu weit. „Ich könnte platzen“, ärgerte sich der Ratsherr. Aus den ebenerdigen Klassenräumen gebe es vielfältige Möglichkeiten, im Ernstfall nach draußen zu gelangen, nun müssten zusätzliche Türen als Fluchtwege eingebaut werden. „Ich halte das für überreguliert“, sagte er. „Wenn die Gesetze nicht geändert werden, weiß ich nicht, wie wir dann überhaupt noch öffentliche Gebäude saniert bekommen.“

Notwendige zusätzliche Bauarbeiten treiben die Gesamtkosten um 34 000 auf 2,111 Millionen Euro; hinzu kommen Wünsche der Gemeinde sowie der Schule und Kindertagesstätten, die nun für einen aktuellen Kostenstand von 2,171 Millionen Euro sorgen. Der Architekt machte deutlich, dass die Bauarbeiten eventuell bis nach den Herbstferien abgeschlossen werden könnten. In Absprache mit Schule und Kindergärten wolle man aber auf der sicheren Seite sein und setze nun den Januar als Umzugstermin. Dass in den Sommerferien ein Großteil der Arbeiten aufgeholt werden könnte, sei nur theoretisch denkbar. Viele Firmen hätten schon andere Aufträge, da in Börry eigentlich der Bau im Sommer hätte fertig sein sollen. An den Unternehmen würde es nicht liegen, so Uwe Dreyer, Fachbereichsleiter Technische Dienste: „Die Firmen zeigen sich sehr kooperativ.“ cb



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