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Sanierung der Domänenburg: Politiker verärgert über Fachbüro

Kosten laufen aus dem Ruder

Aerzen. Im Westen nichts Neues – so könnte man das Thema umschreiben, das im Bauausschuss des Aerzener Rates parteiübergreifend für Frust bei den Kommunalpolitikern gesorgt hat. Bei den Reparaturarbeiten an der historischen Westfassade der Aerzener Domänenburg sollte eigentlich in Sachen Kosten alles viel besser laufen als bei der Sanierung des Rathauses. Schließlich hatten die Ratsherren vor nicht allzu langer Zeit nicht unerhebliches Lehrgeld zahlen müssen, als die denkmalschutzkonforme Erhaltung der gen Westen gerichteten Wetterseite des Verwaltungssitzes einen zusätzlichen fünfstelligen Betrag verschlang. „25 000 Euro sind damals veranschlagt worden, am Ende standen 87000 Euro auf der Rechnung. In Sachen Kostenexplosion sind wir durch die Rathausfassadensanierung ein gebranntes Kind“, erklärt der Bauausschussvorsitzende Friedel-Curt Redeker (CDU). Und nun scheint sich der Fall bei der Domänenburgfassadensanierung zu wiederholen.

veröffentlicht am 20.11.2014 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 04:41 Uhr

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Dipl.-Ing. Heinrich Adriaans von der mit der Bauplanung beauftragten Ingenieurgesellschaft aus Lage war bei der Sitzung nicht anwesend. Es war sein Glück, sonst wäre ihm offene Verärgerung der Ratsmitglieder entgegengeschlagen. Mehrfach habe der Ingenieur bekräftigt, dass der geplante Kostenrahmen von ursprünglich 156 000 Euro bereits sehr hoch gegriffen sei und sich die Politiker keine Gedanken machen bräuchten, dass dieser nicht eingehalten werden könne, erinnerte Redeker die Ratskollegen. Zwischenzeitlich musste dieser Etat dann aber doch auf 185 000 Euro aufgestockt werden, da sich die Schäden am historischen Gebäude umfangreicher darstellten als zunächst angenommen. Ein Ende der Kostenspirale ist offensichtlich noch nicht in Sicht. Weitere 40 000 Euro für die Westfassadensanierung der Domänenburg müssen in die Planung des Haushaltes 2015 eingestellt werden. Und eine endgültige Abrechnung liegt noch immer nicht vor, denn die Arbeiten ziehen sich hin.

Angesichts dieser Zahlen stellt nicht nur Egon Thöle (SPD/Grünen-Gruppe) die berechtigte Frage: „Wo läuft das hin?“ Um nicht zusätzlich zu den wachsenden Kosten auch noch auf die beantragten Fördermittel verzichten zu müssen, weil der endgültige Abschluss der Sanierungsmaßnahme auf sich warten lässt, erwirkte die Verwaltung eine Verlängerung bis zum 30. April, wie Bauamtsleiter Thomas Noltemeyer berichtet. Allerdings: Die im Haushaltsentwurf 2015 zusätzlich eingestellten 40 000 Euro können nicht nachträglich in die Bezuschussung des Projektes aufgenommen werden. Die Sanierungsmaßnahme wird unabhängig von den gestiegenen Kosten mit insgesamt 65 000 Euro bezuschusst. Ursprünglich war die Fertigstellung für Ende Oktober geplant. Nun drängt Noltemeyer darauf, dass zumindest die Gefache bis Weihnachten zugemauert seien.

Sollte die Westfassade der Domänenburg im Frühjahr in neuem Glanz erstrahlen, täuscht das aber nicht darüber hinweg, dass in Zukunft weitere teure Arbeiten zum Erhalt des denkmalgeschützten Gebäudes auf den Flecken Aerzen zukommen, wie Redeker weiter erklärt. „Rissbildung im Mauerwerk an diversen Stellen lässt auf Setzungsvorgänge schließen. Darüber hinaus steht die Sanierung des Ostflügels und des Innenhofes an“, zählt der Vorsitzende des Bauausschusses gleich mehrere zukünftige Baustellen auf.

Von Sabine Brakhan



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