weather-image
15°

Grundschulleiterin sorgt sich um Gesundheit / Bürgermeister: Schulbetrieb nicht gefährdet

Klassenräume vorerst gesperrt

Groß Berkel. Raum 8 der Groß Berkeler Grundschule ist entkernt, das Klassenzimmer verschlossen und das Schloss ausgetauscht. Ebenso hat die Schulleitung die Räumung des angrenzenden Klassenraums veranlasst, und auch der Computerraum kann aufgrund eines beißenden Geruchs nur eingeschränkt genutzt werden. Was in der Ortsratssitzung in der vergangenen Woche noch als banaler Lüftungsfehler dargestellt wurde, scheint nach der gestrigen Sitzung des Schulausschusses eine ganz andere Dimension zu haben. Im Ortsrat hieß es noch, es handele sich lediglich um „den typischen Schulgeruch“ beziehungsweise eine „Geruchsbelästigung, hervorgerufen von in den Wänden aufsteigender Feuchtigkeit“. Erster Gemeinderat Andreas Wittrock betonte im Ortsrat ausdrücklich, dass keine Gesundheitsgefahr für die Grundschüler bestehe und der Schulbetrieb nicht in Frage gestellt sei. Ortsratsmitglied Friedel-Curt Redeker (CDU) plädierte vor allem in Bezug auf die Geruchsbelästigung im PC-Raum dafür, dass Hausmeister, Lehrkräfte, Schulleitung und Reinigungspersonal darauf achten müssten, den Raum regelmäßig zu lüften. Auch im Aerzener Schulausschuss waren die ganz offensichtlich wohl doch massiveren Schäden am Gebäude der Groß Berkeler Grundschule ein Thema.

veröffentlicht am 23.10.2014 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 06:41 Uhr

270_008_7519630_lkae_Grundschule_Gross_Berkel.jpg

Autor:

von sabine brakhan
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Aus der Darstellung von Schulleiterin Agnes Wulff hörte es sich dann auf einmal gar nicht mehr nach einem harmlosen Lüftungsfehler an. „Der als Klassenraum genutzte Raum 8 sei vom TÜV als gesundheitlich bedenklich eingestuft“ worden, so die Aussage der Grundschulleiterin vor dem Ausschuss. „Das an diesen Raum angrenzende Klassenzimmer haben wir übergangsweise vorsichtshalber ebenfalls geräumt, obwohl dieses hygienisch noch nicht beanstandet wurde. Für den Schulbetrieb bedeutet das allerdings, dass nun sowohl der Sonderpädagogikraum als auch die Lernwerkstatt vorübergehend als Ausweichklassenräume dienen, diese in ihrer eigentlichen Funktion zurzeit nicht genutzt und deshalb Projekte nur eingeschränkt durchgeführt werden können“, erklärte Wulff. Auch Bürgermeister Bernhard Wagner machte auf Anfrage noch einmal deutlich, dass die Schüler der Groß Berkeler Grundschule in den übrigen Unterrichtsräumen keinen gesundheitlichen Gefahren ausgesetzt wären und der Schulbetrieb nicht gefährdet sei. „Wir haben den Klassenraum unverzüglich überprüfen lassen, als uns der Hinweis auf eine mögliche Gefahr im Verzug erreichte und sofort entsprechende Maßnahmen eingeleitet. Sowohl die Schule als auch die Elternschaft sind stets über den aktuellen Stand der Dinge informiert worden“, so Wagner.

In den umfangreichen, bis 2011 durchgeführten energetischen Sanierungsarbeiten am Groß Berkeler Schulgebäude war das mittlerweile 28 Jahre alte Dach nicht eingeschlossen. Nun bildet sich offenbar Kondenswasser an der Decke. Angesichts der zu erwartenden immensen Kosten für die aller Wahrscheinlichkeit nach notwendige Sanierung des kompletten Traktes – laut Ortsrat verschlinge allein die Sanierung des verschlossenen Raumes rund 50 000 Euro – stehen die Kommunalpolitiker vor der zwischenzeitlich ausgesetzten Diskussion, ob und in welcher Form die Grundschule und der Kindergarten in Groß Berkel zusammengelegt werden können. Bereits vor einigen Jahren war dieses Thema kontrovers in den politischen Gremien diskutiert und letztlich besonders in der Öffentlichkeit auf Ablehnung gestoßen, wie Bürgermeister Wagner erinnert.

Mittlerweile stellen sich jedoch im Zuge des demografischen Wandels und stark sinkender Geburtenraten ganz andere Fragen: Kann der Schulstandort Groß Berkel durch die Zusammenlegung mit dem örtlichen Kindergarten dauerhaft gesichert werden? Ist es finanziell überhaupt tragbar, an zwei Gebäuden mit mittlerweile immensem Sanierungsbedarf festzuhalten oder ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, mit einem Kindergartenanbau im Zuge der nötigen Sanierungsarbeiten an der Grundschule einen zukunftsweisenden Schritt zu wagen? Bis Mitte Januar 2015 hat die Grundschule Groß Berkel nun Zeit, dem Schulausschuss ein Raumnutzungskonzept nach ihren Wünschen und Vorstellungen als Diskussionsgrundlage vorzulegen. Dann wolle der Ausschuss gemeinsam mit allen Beteiligten – sowohl Schule als auch Kindergarten – erneut über das weitere Vorgehen beraten, wie der Schulausschussvorsitzende Karl-Heinz Frevert mitteilt. Vorher werde allerdings auch nicht mit Sanierungsarbeiten in dem verschlossenen Raum 8 der Grundschule begonnen, so die Verwaltung.

Der von den Schäden betroffene Trakt der Groß Berkeler Grundschule.


Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt