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Neubau an der Grundschule: CDU beklagt mangelnde Beteiligung der Politik

Kindergarten-Pläne kochen wieder hoch

Groß Berkel. Die Aerzener CDU fühlt sich ausgegrenzt bei den Planungen für den Kindergarten Groß Berkel. Fraktionsvorsitzender Friedel-Curt Redeker empörte sich darüber, erst aus dem Pfarrbrief der Kirchengemeinde davon erfahren zu haben, dass die Verwaltung des Rathauses mit den Beteiligten der Tagesstätte Gespräche geführt habe. „Ich war entsetzt“, sagte Redeker. „Auch die Ortsbürgermeisterin wusste nichts davon – warum läuft das ohne politische Beteiligung?“

veröffentlicht am 05.03.2014 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 20:21 Uhr

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In der Ratssitzung zitierte Redeker weite Passagen aus dem Bericht aus dem Pfarrbrief, allerdings ohne darauf hinzuweisen, dass bereits seit vielen Jahren die Idee bekannt ist: den Standort des Kindergartens neben der Kirche eventuell zur Grundschule zu verlegen. Erster Gemeinderat Andreas Wittrock erinnerte im Rat lediglich daran, dass diese Möglichkeit auch schon über das Förderprogramm „Kleine Städte und Gemeinden“ geprüft werde. Das Gespräch in Groß Berkel sei auf Bitten der Elternvertreter geführt worden, weil sie einige Zustände im Kindergarten bemängelt hätten. In der Elternschaft herrsche die Meinung vor, am bisherigen Standort festhalten zu wollen, sagte Wittrock.

Die Standortfrage stand auch im Mittelpunkt der Pfarrmitteilungen, aus denen Redeker zitierte. Danach sei noch nicht klar, ob und wann es einen Neubau des Kindergartens an der Schule in Groß Berkel geben wird. Die politische Gemeinde aber „favorisiert auf jeden Fall diese Lösung und hat hierfür bereits Gelder beantragt“, heißt es in dem Bericht. Ein entscheidender Grund für den Neubau sei das denkmalgeschützte Gebäude des alten Standorts, fasst die Kirchengemeinde zusammen. Da die Auflagen der Denkmalschutzbehörde eingehalten werden müssten, sei es nicht kostengünstig, den Kindergarten zu renovieren oder zu sanieren. Sollte es aber doch zu einer Sanierung kommen, müsste der Kindergarten für mindestens zwölf Monate gesperrt, für diese Zeit ein Ausweichstandort gefunden werden, berichtete Redeker auf Grundlage des Berichts der Kirchengemeinde.

Warum sich Redeker nun übergangen fühlte, wurde in der Ratssitzung nicht deutlich. Schließlich waren bereits vor fünf Jahren die Pläne politisch diskutiert worden, an der Grundschule einen Neubau für den Kindergarten – damals vor allem wegen der Krippenplätze – zu errichten. Diese Idee war über lange Zeit verfolgt worden, letztendlich aber an einer Grundstücksfrage gescheitert. Aber bereits im Januar 2010 hatte Bürgermeister Bernhard Wagner (SPD) gegenüber unserer Zeitung angekündigt: „Das Konzept wollen wir weiterverfolgen.“ Wenn in der Grundschule in einigen Jahren weitere Räume frei werden sollten, könnte zu gegebener Zeit noch einmal geprüft werden, ob der Kindergarten doch noch umziehe, hatte der Bürgermeister damals gesagt.

Im August 2011 hatte der SPD-Fraktionsvorsitzende Burkhard Schraps, ebenfalls aus Groß Berkel, im Dorferneuerungsausschuss diese Meinung wiederholt. Er begründete dies mit dem hohen Sanierungsbedarf an dem denkmalgeschützten Gebäude und mit pädagogischen Argumenten ebenso wie mit den zurückgehenden Geburtenzahlen. „So kann der Standort gesichert werden“, sagte Schraps damals. Selbst im jüngst vorgestellten „Interkommunalen integrierten Entwicklungs- und Handlungskonzept“ der Nachbarkommunen Aerzen und Emmerthal wurde das Projekt des Kindergartens und der Schule auf einem gemeinsamen Gelände als mögliches Projekt vorgestellt.

Unabhängig davon: Zu allen Zeiten, in denen die Standortfrage diskutiert wird, keimt Kritik auf. Träger des Kindergartens ist die evangelische Kirchengemeinde Groß Berkel. Dort hat sich der Kirchenvorstand wiederholt mit der Standortfrage befasst – und bezieht erneut eindeutig Stellung gegen die Überlegungen im Aerzener Rathaus: „Der Kirchenvorstand spricht sich nach wie vor deutlich dafür aus, dass unser Kindergarten im jetzigen Gebäude bleibt und nicht in einen noch zu errichtenden Neubau an die Grundschule Groß Berkel wechselt.“ cb



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