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Nun geht die Gemeinde in die konkreten Planungen

Kindergarten, Schule, Rathaus: Ein finanzieller Kraftakt

AERZEN. Es ist ein Mammutprogramm, das sich die Gemeinde Aerzen für die nächsten Jahre auf die Fahnen geschrieben hat. Zu den größten Investitionen des Gesamtpakets mit rund 21 Millionen Euro bis zum Jahr 2020 zählen die Bereiche Schule und Kinderbetreuung, bevor dann das nicht mehr zeitgemäße Rathaus folgen kann.

veröffentlicht am 06.02.2017 um 17:39 Uhr

Erst Neubau, dann Umbau? Noch ist im Trakt der ehemaligen Schule (links) mit Blick auf das Rathaus die Kinderbetreuung untergebracht. Das Thema Rathaus bekommt mit den Umzugsplänen neuen Aufwind. Die Planungen sollen 2018 beginnen. Fotos: Wal
Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Umfangreich die Liste, mit der die Verwaltung die Investitionen dokumentiert – nachdem viele Projekte oft aus finanziellen Gründen immer wieder vertagt worden sind. „Die Situation ist immer noch nicht rosig“, sagt Bürgermeister Bernhard Wagner. „Aber der Grundsatz ist: Es geht weiter.“ Selbst der Landkreis, der als Kommunalaufsicht über das Geld der Gemeinde wacht, zeigt sich offen für das Investitionsprogramm, wie der Bürgermeister sagt.

Umzug des Kindergartens Groß Berkel auf das Gelände der Grundschule: Seit langer Zeit dauern die Diskussionen über das Betreuungsangebot in dem denkmalgeschützten Gebäude neben der Kirche an. Als nicht ganz unumstritten galt in der Vergangenheit die Zusammenlegung des Kindergartens mit der Schule, wozu ein Neubau notwendig wird. „Alle Beteiligten sind aber mit eingebunden“, sagt Wagner über einen Arbeitskreis mit Vertretern beider Einrichtungen, die diese Planungen begleiten. Die Vorbereitungen seien auf einem guten Weg, berichtet er über den aktuellen Sachstand. 2,6 Millionen Euro plant die Gemeinde im Haushalt 2017 für den Kindergarten-Neubau ein, wobei sie nicht allein für die Kosten aufkommen muss. Der größte Anteil an Fördergeldern stammt mit 1,32 Millionen Euro aus dem Programm „Kleine Städte und Gemeinden“. Es hat zum Ziel, die Infrastruktur von Kommunen, die vom demografischen Wandel betroffen sind, zukunftsgerecht auszurichten. Die Planungen seien weit vorangekommen, auch die Flächen würden vom Grundsatz her zur Verfügung stehen, sagt der Bürgermeister zum Stand der Grundstücksverhandlungen. Ob tatsächlich in diesem Jahr mit dem Bau begonnen werde, sei aber noch offen. Unabhängig davon seien aber Investitionen in der Grundschule vorgesehen, die auch im Zusammenhang mit dem Umzug des Kindergartens stehen. Zunächst soll – voraussichtlich in den Sommerferien – ein Raum der Schule saniert werden. Dafür sind 200 000 Euro eingeplant.


Neubau Kindergarten im Kernort: Die Politiker im Verwaltungsausschuss gaben jüngst grünes Licht, damit im Rathaus das Projekt vorangetrieben werden kann. Ohnehin besteht Sanierungsbedarf in der Einrichtung in der ehemaligen Grundschule an der Pöhlenstraße, die inzwischen seit rund 20 Jahren als Provisorium neben dem Rathaus gilt. Darüber hinaus ergibt sich in der Gemeinde ein weiterer Bedarf an Betreuungsplätzen für Kinder – an keinem der Kindergarten aber gibt es dafür Kapazitäten. Deshalb soll ein neuer Kindergarten errichtet werden. In diesem Jahr sind Planungskosten von 50 000 Euro vorgesehen, der Bau soll 2018/2019 für etwa 2,1 Millionen Euro erfolgen. Da es erhebliche Mängel beim Brandschutz in den Räumen der Pöhlenstraße gibt, sollten 2017 bereits 190 000 Euro dafür einkalkuliert werden, um den Betrieb nicht zu gefährden. Nach aktuellem Stand der Gespräche mit dem Landkreis hofft der Bürgermeister, die Ausgaben auf ein Minimum zu reduzieren, da es sich um eine absehbare Übergangslösung handele. Für den Neubau im Kernort hat die Gemeinde zwar bereits ein Grundstück in Aussicht, will aber noch keine näheren Angaben dazu machen. Was im Kontext mit den Räumen der Pöhlenstraße für die weiteren Planungen wichtig ist: Die Paritätische Lebenshilfe, die dort eine Außengruppe des Hamelner heilpädagogischen Kindergartens betreibt, hat offenbar Interesse, sich ebenfalls am Neubau – auch finanziell – zu beteiligen. „Dafür gibt es erste Signale“, sagt Wagner.


Neubau/Sanierung Rathaus: Unter das Dauerthema Verwaltungsgebäude soll ein Schlussstrich gezogen werden. Mit der Aussicht, dass die Räume der Kinderbetreuung ab 2019 freiwerden, bekommen die Planungen für das Rathaus neuen Aufwind. Deshalb haben die Politiker auch für dieses Projekt parallel die Freigabe erteilt, um weitere Details zu klären. Eine Option sei durchaus, einen Neubau an einem anderen Standort zu prüfen. Wobei, so erklärt der Bürgermeister seine persönliche Meinung: „Ein Rathaus gehört mitten in den Ort.“ Ein Architekturbüro hatte bereits im Oktober 2012 Sanierungspläne mit Kosten von bis zu 3,5 Millionen Euro für den Komplex mit dem denkmalgeschützten Fachwerkhaus, dem Zwischenbau und den Teilen der alten Schule vorgestellt. Für detailliertere Planungen sind 2018 zunächst 50 000 Euro vorgesehen, bevor in den drei Folgejahren die Bauabschnitte vorgesehen sind.

Der Kindergarten in Groß Berkel soll umziehen – in einen Neubau auf dem Gelände der Grundschule. Foto: wal


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