weather-image
10°
Beim Osterferienspaß dienen Lieblingsplätze und Schmuddelecken als Motive der Teilnehmer

Kinder erkunden Aerzen mit der Kamera

Aerzen (sbr). Das grüne Schild mit der weißen Schrift und gleich mehreren Verbotssymbolen stößt auf Unverständnis beim Aerzener Nachwuchs: „Spielplatz für Kinder bis 12 Jahre. Kein Zutritt mit Hunden und Fahrrädern. Fußballspielen verboten.“ Das wirft Fragen auf: „Warum ist Fußballspielen auf einem Platz, der extra für Kinder eingerichtet wurde, verboten?“, „Warum darf das Fahrrad nicht auf dem Spielplatz abgestellt werden, sondern soll vor dem Zaun parken? Da hat man es gar nicht im Blick und vielleicht ist es später weg!“, „Warum dürfen Hunde nicht auf den Spielplatz? Katzen benutzen den Sandkasten doch auch als Klo?“ und „Warum dürfen nur Kinder bis zwölf Jahren den Spielplatz benutzen?“ All das fragten sich die jungen Teilnehmern des Osterferienspaß- Projektes „Aerzen aus der Kameraperspektive“ nicht erst auf ihrem Rundgang durch den Flecken, sondern bewegte sie schon lange. „,Kleine und große Paparazzi unterwegs in Aerzen.’ Unter diesem Motto wollten wir einmal gemeinsam auf Augenhöhe mit den Kindern den Flecken erkunden. Wie sehen Kinder Aerzen? Wo spielen Jungen und wo Mädchen gern? Welche Orte und Plätze sind verbesserungsfähig? Diese und noch andere Fragen haben wir versucht mit und durch die Kamera zu beantworten“, erklärt Jugendpflegerin Nicole Lubetzky den Hintergrund des Projektes. Das Ergebnis kann sich sehen lassen – im wahrsten Sinne des Wortes: „Am zweiten Veranstaltungstag haben wir aus den geschossenen Fotos Collagen für eine Ausstellung angefertigt, die sich Eltern, Verwandte, Freunde und andere Bürgerinnen und Bürger in der Gemeindebücherei ansehen können“, erläutert die Organisatorin weiter und weist darauf hin, dass die Fotoausstellung vom 2. bis 20. Mai während der Öffnungszeiten der Gemeindebücherei in der Aerzener Domänenburg zu sehen ist. „Am Mittwoch, 4. Mai, um 17.30 Uhr ist eine öffentliche Präsentation der Ausstellung durch die Kinder geplant“, gibt Nicole Lubetzky weiter bekannt.

veröffentlicht am 02.05.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:41 Uhr

Die Kollagen entstehen: Marcel, Hannah und Marie (v.l.) sowie Phillipp (hinten). Fotos: sbr
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Doch bis alle Stellwände bunt gestaltet waren, mussten zahlreiche Plätze aufgesucht, Fotos gemacht und ausgedruckt, ausgeschnitten, aufgeklebt und beschriftet werden. Noah (10) und Finn (9) beispielsweise sind leidenschaftliche Fußballspieler. Den beiden reichen bereits eine Wiese und ein Fußballtor am Marktplatz, um glücklich zu sein. Doof finden sie hingegen, dass auf dem Gelände der alten Brotfabrik bisher nur Autos parken dürfen. „Eine BMX-Strecke und eine Halfpipe wären cool!“, so der Verbesserungsvorschlag der beiden. Sarah (10) und Jenny (8) würden sich freuen, wenn einige der 30 Spielplätze im Flecken Aerzen attraktiver gestaltet werden würden. „Wir wünschen uns eine Vogelnest-Schaukel“, erklären die beiden Schülerinnen. Und sie fänden es toll, wenn das Mosaik an Kindergarten an der Pöhlenstraße wieder vervollständigt würde. Renés Lieblingsplatz ist das alte Bahngelände. Sicher nicht der richtige Spielplatz für einen Achtjährigen, aber Jungen suchen nun einmal das Abenteuer. Doch nicht nur in der Nähe leer stehender Gebäude lauern Gefahren, auch auf dem Gelände der Aerzener Schulen, in und um den Ententeich, auf Spielplätzen und in öffentlichen Grünanlagen haben die kleinen Paparazzi jede Menge Müll, Glasscherben und Hundehaufen aufgespürt. Die aufgesprühten Graffitis an der Kreissporthalle finden Hannah (9), Marie (10), Marcel (11) und Philipp (13) gar nicht schön. Sie wären glücklich, wenn der Spielgerätemangel auf einigen Spielplätzen behoben, der Ententeich auf Hochglanz gebracht und vielleicht als absolutes Highlight ein Sandstrand am Grießebach entstehen könnte. Mehr Papierkörbe und Bänke, eine Öffnung des Spielplatzes am Kindergarten Pöhlenstraße sowie eine Wiederbelebung des ehemaligen Minigolfplatz-Geländes würde die Gruppe um Nico (12), Hauke (10), Luca (9) und Kim (12) freuen. Diese Vorschläge haben sie auch Bürgermeister Bernhard Wagner vorgetragen, der die Fragen und Anregungen der Kinder interessiert zur Kenntnis nahm. Nun bleibt abzuwarten, was umsetzbar ist, und bis dahin haben die vier ihren Spaß am Brunnen im Goldschlag, auf dem Gelände rund um die Hummetalsporthalle oder im „Hoppe-Stadion“, das auf der Karte von Aerzen, die die Kinder für die Orientierung auf ihrem Streifzug nutzten, extra eingezeichnet werden musste.

„Auf der einen Seite habe ich die Brückenfunktion zwischen den Kindern und Jugendlichen und der Gemeinde und sehe mich als ihr Sprachrohr für ihre Wünsche. Zum anderen möchte ich sie aber auch in Sachen Wahrnehmung ihres eigenen Umfeldes sensibilisieren“, erklärt Nicole Lubetzky abschließend, während die Kinder die bunten Kollagen an den Stellwänden befestigen.

Schmierereien an der Kreissporthalle dienten auch als Motiv.
  • Schmierereien an der Kreissporthalle dienten auch als Motiv.


Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt