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Zu wenig Interesse an Jugendorganisation / Gründung eines offenen Forums

Keine Lust auf Politik und Parlament

Emmerthal (gm). Nach drei Amtsperioden endet die Ära des Emmerthaler Jugendparlamentes. „Das liegt in keiner Weise an den Jugendlichen, die ihre kleine Truppe immer zusammen gehalten haben“, verdeutlichte Bürgermeister Andreas Grossmann. Das Interesse an politisch orientierter Jugendarbeit habe einfach nachgelassen, und bei den Jugendparlamentssitzungen seien mitunter mehr Kommunalpolitiker als Jungparlamentarier erschienen.

veröffentlicht am 21.05.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 04:41 Uhr

Auf dem Rathausbalkon: Andreas Grossmann, Susanne Jürgens, Niko
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Trotz gelockerter Richtlinien und einer Reduzierung der Sitze von 15 auf 12 Mandatsträger war es dem Jugendparlament nicht möglich, für die anstehende Wahl 12 Kandidaten zu gewinnen. „Wir waren an verschiedenen Schulen und haben sogar die Leute auf der Straße angesprochen“, sagen der bisherige Jugendbürgermeister Niko Kazinakis und sein Stellvertreter Sören Welzhofer unisono.

Auch die Fachbereichsleiterin der Zentralen Dienste im Emmerthaler Rathaus, Susanne Jürgens, hatte sich mit dem Desinteresse der Jugendlichen auseinandergesetzt. „Mit einem installierten Beteiligungsverfahren wie im Jugendparlament können heute kaum noch Kinder und Jugendliche erreicht werden“, sagt Jürgens, „die Wirkung dieses Instruments ist überholt.“ Es gelte daher, Alternativen zu finden, um interessierten Jugendlichen auch weiterhin die Möglichkeit zu bieten, sich aktiv für jugendspezifische Themen zu engagieren.

Niko Kazinakis und sein Freund Sören Welzhofer standen ebenso wie Hakan Camur und Sanja Lücking für eine erneute Kandidatur bereit und hatten sich während der letzten JUP-Periode auch mächtig ins Zeug gelegt, konnten das erlahmende Interesse jedoch nicht auffangen.

Jugendpfleger Henning Bergmann zeigt dagegen auch Verständnis für das Desinteresse: „Der Leistungsdruck an den Schulen und in Ausbildungsbetrieben wird immer höher, und in der verbleibenden Zeit wollen die Kids auch mal nur abhängen, die Beine aufs Sofa legen und sich nicht noch irgendwo politisch engagieren.“ Aber nicht nur das Jugendparlament, so Bürgermeister Andreas Grossmann, auch die Arbeit der Vereine im Gemeindegebiet leide zunehmend unter der Interesselosigkeit der Jugendlichen und Kinder.

„Losmachen“ in Emmerthal,

„Wir haben unserem Jugendparlament immer die Möglichkeit geboten, ihre Geschicke selbst in die Hand zu nehmen, aber der harte Kern war zuletzt allein nicht mehr in der Lage, die selbst auferlegten Erwartungen zu erfüllen“, sagte der Gemeindechef.

Die vier, die vom Jugendparlament übrig sind, wollen aber nicht kampflos aufgeben. In einer Krisensitzung haben sie sich mithilfe von Susanne Jürgens und Henning Bergmann entschieden, ein offenes Jugendforum für Emmerthaler Kinder und Jugendliche einzurichten. Unter dem Motto, was „Losmachen“ in Emmerthal, wurde bereits ein Flyer gedruckt. Das erste Treffen des neuen Jugendforums findet Donnerstag, 28. Mai, statt. Ab 17.30 Uhr wird neue Projekt bei kostenlosen Getränken und einem Imbiss im Emmerschen Dorfgemeinschaftshaus vorgestellt.

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