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Polizeistation steht vor einer Neuausrichtung: Präsenz, Bürgernähe und Ermittlungen

Keine Einsätze für Emmerthal

EMMERTHAL. Die Polizeistation Emmerthal steht vor einer Neuausrichtung – ab kommendem Mittwoch werden die drei Beamten (bislang waren es fünf) keine Einsätze mehr fahren – es sei denn, es handelt sich um sogenannte „eilbedürftige Sofortlagen“ und die Beamten sind nicht mit anderen Aufgaben beschäftigt oder haben frei.

veröffentlicht am 27.05.2016 um 16:41 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:12 Uhr

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Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Das teilte Polizeioberrat Jens Kozik, stellvertretender Leiter der Inspektion Hameln/Holzminden, am Freitag mit. Künftig werde die Polizei-Leitstelle gezielt Streifenwagen-Besatzungen aus Hameln über Funk ansprechen und ihnen Einsätze im Raum Emmerthal zuteilen. Die kleine Station an der Berliner Straße werde sich auf Präsenz- und Bürgernähe und auf Ermittlungsarbeit konzentrieren. Zwei Stellen fallen weg. Der bisherige Leiter Ralf Budde wechselt nach Holzminden. Ab 1. Juni wird der Hauptkommissar dort die Verantwortung für die Verkehrsunfall-Sachbearbeitung übernehmen. Ein weiterer Beamter aus Emmerthal wird im Zentralen Kriminaldienst in Hameln eingesetzt. Die übrigen drei Polizisten (eine Kriminalbeamtin und zwei Schutzleute) werden im Tagesdienst hauptsächlich Befragungen und Vernehmungen durchführen. „Alles, was in der Gemeinde Emmerthal passiert, wird von uns bearbeitet“, betont der neue Stationsleiter Olaf Hornig. Für den Einsatzdienst bleibt keine Zeit mehr. Im vergangenen Jahr wurden in der 9877-Einwohner-Gemeinde lediglich 293 Straftaten registriert. Damit ist Emmerthal der sicherste Ort im Landkreis Hameln-Pyrmont. Die Polizisten, die in Emmerthal Dienst tun, haben eine Spezialzuständigkeit. Pro Jahr bearbeiten sie zwischen 250 und 275 Vernehmungsersuchen von Kommissariaten aus ganz Deutschland. „Wir bekommen in der Regel die Ermittlungsakten zugeschickt und befragen für Kollegen anderer Polizeidienststellen die in der Jugendanstalt Hameln inhaftierten Beschuldigten“, erklärt Hauptkommissar Budde. Seine Nachfolge tritt Polizeioberkommissar Olaf Hornig an. Der 53-jährige Hamelner arbeitet bereits seit gut zehn Jahren in Emmerthal und war Vertreter des Stationsleiters. Hornig kennt die Gemeinde und die dort lebenden Menschen deshalb sehr gut.

Bislang war die Station von 7 Uhr bis 20 Uhr besetzt. Es gab einen Früh- und einen Spätdienst. Nachts fuhr der Einsatz- und Streifendienst aus Hameln zu Unfällen, Bränden, Einbrüchen oder Ruhestörungen. Ab Mittwoch gibt es nur noch den Tagesdienst und damit andere Öffnungszeiten. Die Wache ist montags und donnerstags von 8.30 Uhr bis 18 Uhr, dienstags und mittwochs von 7 Uhr bis 15.30 Uhr und freitags von 7 Uhr bis 14 Uhr besetzt. Der neue Emmerthaler Polizeichef betont: „Im Rahmen der Gleitzeit sind wir aber flexibel und können auch zu anderen Zeiten Anzeigen aufnehmen, wenn es Wunsch des Bürgers ist.“

Streifenfahrten oder die Begleitung von besonderen Anlässen (Silvesterlauf oder Karnevalsumzug in Lüntorf) werde es auch in Zukunft geben. Angesichts der Arbeitsmenge und der Sicherheitslage in Emmerthal könne die Inspektion ruhigen Gewissens die Personalstärke reduzieren, meint Polizeioberrat Jens Kozik. Ab 1. Oktober könnten Einsätze in Emmerthal auch von Bodenwerder aus übernommen werden, weil dieses Kommissariat dann rund um die Uhr besetzt sei.

Mit der Personalreduzierung setze die Polizeiinspektion Hameln/Holzminden die Ergebnisse einer Organisationsuntersuchung aus dem Jahr 2015 um. „Im Rahmen dieser Untersuchung wurde für alle Kommunen im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Göttingen eine Bedarfsanalyse durchgeführt“, erklärt Kozik. Detailliert sei betrachtet worden, zu welchen Zeiten, an welchen Orten und mit welchen Aufgaben das vorhandene Personal im Sinne einer bestmöglichen Aufgabenerledigung und einer größtmöglichen Ansprechbarkeit für die Bürger eingesetzt werden soll, sagte Kozik. Wesentliche Ziele der Umsetzung der Untersuchungsergebnisse seien eine Stärkung der Interventionsfähigkeit der Polizei insbesondere in den Einsatz- und Streifendiensten sowie eine Anpassung an neue Herausforderungen wie Zuwanderung, Abschiebung, Terrorismus und Internetkriminalität. „Die Flächenpräsenz soll erhalten bleiben, das bedeutet: Es wird keine Dienststellenschließungen geben. Wir werden bei einer konsequenten Umsetzung aller geplanten Maßnahmen direktionsweit zukünftig mehr Polizisten in den Rund-um-die-Uhr-Diensten haben“.

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