weather-image
24°

Aerzen will in Kinderbetreuung, Rathaus, Straßen und Baugebiete investieren / Millionendefizit im Etat

Kein Geld, aber viele Wünsche

AERZEN. Die Gemeinde Aerzen plant erhebliche Ausgaben besonders im Baubereich – obwohl die Verwaltung derzeit weniger Geld zur Verfügung hat. 2,7 Millionen Euro sind im Entwurf des Haushaltes 2017 als Fehlbetrag ausgewiesen, nachdem der Etat des Vorjahres laut Planung noch in Ausgaben und Einnahmen ausgeglichen war.

veröffentlicht am 25.01.2017 um 17:34 Uhr
aktualisiert am 25.01.2017 um 18:20 Uhr

Zunächst sind Investitionen für die Groß Berkeler Schule vorgesehen. Dort soll auch der Kindergarten angesiedelt werden. Foto: Dana
Christian Branahl

Autor

Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Im Entwurf für das Zahlenwerk bis 2020 nannte Bürgermeister Bernhard Wagner die bereits früher angedeuteten Neu- und Umbauten für Kindergarten und Grundschule Groß Berkel und das Betreuungsangebot in Aerzen sowie die Rathaussanierung. Um zukunftsfähig zu bleiben, stellte er den Etat unter die Überschrift: „Der Flecken schnürt großes Investitionspaket.“

Zwar schränke das bis 2020 geplante Minus im Haushalt die Möglichkeiten ein, dennoch, so zeige sich: „Uns holt der Investitionsstau der vergangenen Jahre ein.“ Wagner verwies darauf, dass die Gemeinde zu sehr gespart habe, etwa an ihren Straßen oder Immobilien. Beispielsweise sind nun Bauarbeiten an einigen Straßen in Groß Berkel vorgesehen, die bereits vor gut einem Jahrzehnt von Politikern vor Ort vehement gefordert worden waren. Auch der Kindergarten Pöhlenstraße in den Räumen der ehemaligen Schule am Rathaus sei „vor 20 Jahren als Provisorium eingerichtet worden“, sagte der Bürgermeister. Dort seien dringend Arbeiten für den Brandschutz vorgesehen, aber auch dafür, dass der funktionale Bereich verbessert werde. Hinzu komme ein zunehmender Bedarf besonders an Plätzen für unter dreijährige Kinder, für die an allen Standorten kein weiterer Platz vorhanden sei. Deshalb sei 2018/2019 ein Neubau (Kosten rund 2 Millionen Euro) vorgesehen. Das ermögliche dann auch, in die Planungen für das Rathaus zu gehen, für das Investitionen ab den Jahren 2019/2020 vorgesehen seien.

Hinzu komme die große Nachfrage bei Bauplätzen, wobei die Grundstücke in Aerzen und Groß Berkel ausgeschöpft seien. Allerdings muss die Gemeinde dafür zunächst in Vorleistungen treten, um Land für neue Baugebiete zu kaufen und diese zu erschließen. Der Bedarf an Eigenheimen sei vorhanden. Entgegen der Prognose sei der Bevölkerungsrückgang nicht so stark wie befürchtet. Im Vorjahr sei die Zahl der Einwohner nur um 55 zurückgegangen. Das zeige, dass Aerzen ein attraktiver Standort sei – und „das wollen wir auch bleiben“, sagte Wagner.

Trotz der schwierigen Finanzlage von Aerzen habe der Landkreis als Kommunalaufsichtsbehörde in Aussicht gestellt, die für die Investitionen notwendigen Kredite weitgehend zu ermöglichen, berichtete der Bürgermeister. Allerdings, so fügte der im Rathaus für die Finanzen zuständige Kämmerer Claus Henke hinzu: Der Landkreis erwarte, dass dabei Prioritäten gesetzt werden, über die Gesamtsumme der Kredite bestehe Gesprächsbedarf. Und: Über ein sogenanntes Haushaltssicherungskonzept müssten Vorschläge erarbeitet werden, um Einsparungen vorzunehmen und die Einnahmesituation zu verbessern, sagte Henke. Bürgermeister Wagner an die Adresse der Politiker: „Dafür brauchen wir Ihre Mithilfe.“

Information

CDU: Landkreis soll Kita-Betreuung finanzieren

Die CDU-Fraktion in Aerzen erhöht den Druck, um den Landkreis stärker in die Pflicht zu nehmen. Laut Antrag soll der Landkreis Hameln-Pyrmont die vollen Betriebskosten für die Kindertagesstätten übernehmen.


Dieses Ziel sollen die Kommunen verfolgen, nachdem die Vereinbarung über die Wahrnehmung der Aufgaben der Jugendhilfe-Betriebskostenzuschüsse für Kindertagesstätten bis Ende 2017 mit Wirkung zum 31. Juli 2019 gekündigt worden ist. Das sei im Rat zu beschließen.

Erst seit 2015 beteilige sich der Landkreis an den Kosten, obwohl er eigentlich dafür selbst zuständig ist, rief Andreas Breitkopf für die CDU-Fraktion in Erinnerung. Allerdings bekomme Aerzen nur etwa 200 000 Euro erstattet. Dem stellte er die Summen gegenüber, dass sich das Defizit der Gemeinde für die Kindertagesstätten von 1,15 Millionen (2015) auf 1,58 Millionen Euro (2017) steigere. Das stelle eine Steigerung der Betriebskosten von 430 000 Euro dar, rechnete Breitkopf vor.


Kinderbetreuung sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, sagte Bürgermeister Bernhard Wagner. Auch er sehe eine stärkere Verantwortung des Landkreises. Er erinnerte an politische Vorschläge aus Hannover, Elternbeiträge für Kinder ab drei Jahren durch das Land tragen zu lassen. Wagner (SPD): „Ich sehe noch nicht, dass die Kommunen dadurch entlastet werden.“ cb



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?