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Bürgermeister hoffen auf mehr Unterstützung durch Vermieter in Aerzen und Emmerthal

Kaum Wohnungen für Flüchtlinge

Aerzen/Emmerthal. „Der Versuch, eine Willkommenskultur zu leben, wird nicht ohne Probleme auf beiden Seiten vonstatten gehen.“ Während bei vielen Empfängen zum Jahresbeginn optimistische Zuversicht die Grußworte bestimmt, gab es beim Neujahrsempfang des Kultur- und Heimatvereins Grupenhagen durchaus auch nüchtern realistische Ausblicke auf die kommenden Monate. Bürgermeister Bernhard Wagner machte dort deutlich, dass die große Weltpolitik auch direkte Auswirkungen auf eine so kleine Ortschaft wie Grupenhagen hat. „Da die Jugendarbeit in den Räumen der alten Schule in Grupenhagen trotz mehrfacher Versuche und engagierter Bemühungen nicht nachhaltig zu organisieren war, stand zwischenzeitlich sogar der Abriss des bis vor kurzem unbewohnten Gebäudes zur Debatte. Nun musste der Flecken Aerzen zehn Asylanten unterschiedlicher Nationalität in dem kommunalen Gebäude unterbringen, da das öffentliche Wohnraumangebot in den beiden größeren Orten des Fleckens bereits überwiegend ausgeschöpft ist“, erklärt der Bürgermeister.

veröffentlicht am 14.01.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 01:41 Uhr

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Aber nicht nur Grupenhagen, auch mehrere andere Dörfer des Fleckens Aerzen merken, dass Menschen aufgrund der Weltlage unterwegs sind, betont der Bürgermeister. Etwa 50 Flüchtlinge aus unterschiedlichen Herkunftsländern musste der Flecken Aerzen bisher aufnehmen und mit Wohnraum sowie einer Grundausstattung versorgen. Als außerordentlich positiv empfindet der Bürgermeister die Bereitschaft einiger engagierter Einwohner, den neuen Nachbarn den Start in Grupenhagen zu erleichtern, wie er sagt.

Mehr Unterstützung aus der Einwohnerschaft erhofft sich auch Emmerthals Bürgermeister Andreas Grossmann. Bei einer gemeinsamen Sitzung aller Ortsräte nutzte Sabine Özbek (SPD) die Gelegenheit zur Nachfrage, ob in den Dörfern schon Initiativen zum Umgang mit den Flüchtlingen bekannt seien. „Wie kann das Miteinander gestaltet werden?“, fragte sie und erhofft sich ebenfalls Zeichen einer „Willkommenskultur“ im Bereich der Gemeinde. Doch weder dem Bürgermeister noch den Ortsratsmitgliedern sind Beispiele bekannt. Allerdings plane er nach dem Vorbild seines Aerzener Amtskollegen ebenfalls einen „Runden Tisch“, kündigte Grossmann an. „Da wird dann das Ehrenamt gefordert sein“, sagte er.

Unabhängig davon sei es in Emmerthal zunächst wichtig, Unterkünfte für die bislang 29 Flüchtlinge („noch nicht gravierend, doch das wird sich ändern“, so Grossmann) zu finden. Vor allem seien es weniger Familien, sondern Alleinstehende, zuletzt besonders aus Algerien, die untergebracht werden müssten. Seit Wochen appelliere die Gemeinde, zusätzliche Wohnungen zur Verfügung gestellt zu bekommen. Zwar seien jetzt zwei in Aussicht, um Familien unterzubringen, doch bleibe die Situation angespannt. Kurz vor Weihnachten hätten kurzfristig Flüchtlinge in der ehemaligen Grundschule Grohnde Unterkunft bekommen, was in Zusammenarbeit mit dem DRK ermöglicht worden sei. Inzwischen werde geprüft, die Wohnung in der früheren Kindertagesstätte Esperde herzurichten, kündigte der Bürgermeister an. Grossmann: „Bevor ich Dorfgemeinschaftshäuser oder Sportheime in Anspruch nehmen muss, versuche ich alle anderen Möglichkeiten.“ sbr/cb

Viele Kommunen haben Probleme, Unterkünfte für Flüchtlinge zu finden: „Mov’in“ nennt sich ein Projekt in Nürnberg. Mitarbeiter Benjamin Deinert berät dort Asylbewerber, die eine Wohnung suchen.

dpa



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