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Bürgermeisterwahl: Andreas Wittrock kandidiert für die SPD – und will Neuland betreten

Kandidaten im Porträt: Von Glücksfällen und Herausforderungen

AERZEN. Ein wenig Stolz lässt sich heraushören, selbst wenn Andreas Wittrock mit Emotionen eher sparsam ist. Ein wahrer Blickfang, das Fachwerkhaus mit dem Baujahr 1843, der hintere Gebäudeteil noch älter. „Darin steckt Knochenarbeit“, meint der Aerzener über die Sanierung des historischen Gebäudes, mit der er vor vielen Jahren begonnen hatte. Ein Glücksfall für ihn: Irgendwie war es einst den Denkmalexperten verborgen geblieben, weshalb sie das Gebäude nicht unter Schutz stellten. Und deshalb konnte Wittrock das Haus der Familie ohne die strengen Auflagen sanieren und modernisieren, damit es den heutigen Anforderungen entspricht. Lichtdurchflutet, großzügige Räume, zeitgemäß und trotzdem den Charme der Geschichte früherer Handwerkskunst ausstrahlend. „Ich hänge an dem Haus“, sagt Wittrock, der von der Pöhlenstraße aus den kürzesten Weg aller Rathaus-Beschäftigten zu seinem Arbeitsplatz hat. Als Erster Gemeinderat derzeit – ab Oktober vielleicht als Bürgermeister? Zumindest stellt sich Wittrock, seit 1974 in der Verwaltung tätig, am 26. Mai dem Votum der Wähler, um dieses Amt anzutreten.

veröffentlicht am 12.05.2019 um 14:53 Uhr

„Ich hänge an dem Haus“: Andreas Wittrock vor dem historischen Gebäude, in das er selbst viel Zeit und Arbeit gesteckt hat. Foto: cb
Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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In der Küche hängt ein Handzettel des SPD-Kandidaten, der mit Porträt und den wichtigsten Daten zur Person und zu politischen Zielen um die Stimmen wirbt. „Damit mich meine Frau mal zu sehen bekommt“, schmunzelt der gebürtige Aerzener. Wahlkampf halt, obwohl er sich gegen den Begriff wehrt. „Ich kämpfe mit niemanden“, sagt er. „Jeder macht sein Angebot – und die Wähler entscheiden.“ In den Aerzener Ortsteilen will er mit den Einwohnern ins Gespräch kommen. Gerade einmal zwei Abende hat er noch zwischen Besuchen in Dehmke und Multhöpen frei. Der Zufall will es, dass der Zeitungstermin für das Porträt ausgerechnet auf einen besonderen Anlass des Ehepaares Wittrock fällt. Viele Blumen weisen darauf hin, dass es wohl etwas zu feiern gibt. Nun ja, der 33. Hochzeitstag.

Es ist halt so, selbst wenn die Familie einen hohen Stellenwert besitzt. Ehefrau Anke erzählt, dass sie ihren Mann in seiner Entscheidung, zur Wahl anzutreten, bestärkt habe – wie auch die vier erwachsenen Kinder, die zwar auswärts leben, aber mit Aerzen verbunden bleiben. Und: Die Familie bildete für den Kandidaten das Wahlkampfteam für die inhaltlichen Fragen, berichtet das Ehepaar weiter. Die Kinder aus dem Haus, die Ehefrau hat noch einige Berufsjahre als Lehrerin vor sich – für den 63-Jährigen stand schnell der Entschluss fest, sich der Wahl des Bürgermeisters zu stellen. „Es ist der Reiz, andere Gestaltungsmöglichkeiten zu haben“, sagt der Sozialdemokrat, der für seine Partei bis dahin nicht in offizieller Funktion aufgetreten war. Eher verbinden viele Sportler seinen Namen mit Verantwortung auf vielfältige Weise. Seit 1969 ehrenamtlich aktiv, später sogar vier Jahre lang in einem Schiedsrichtergespann der ersten und zweiten Bundesliga, seit 1992 Vorsitzender des Kreisfußballverbandes. Wer Wittrock als Verwaltungsexperten erlebt, bemerkt dabei seine Genauigkeit, dass er sich für Kleinkram nicht zu schade ist. Ob klappernder Gullydeckel oder defekte Straßenlampe – wenn sich Einwohner in den Ortsräten zu Wort melden, macht er sich eifrig Notizen, versucht, bei der nächsten Sitzung Vollzug zu melden. Er bezeichnet sich selbst als „Kümmerer“. „Wenn sich die Bürger schon zu Wort melden, dann ärgern sie sich über etwas, wollen ernst genommen werden“, begründet er. Das sei nicht immer so gewesen, blickt der Erste Gemeinderat auf die Zeit seiner Ausbildung in den siebziger Jahren zurück. „Da gab es noch eine Verwaltungsobrigkeit“, meint er. Natürlich wäre die Funktion des Kümmerers zu kurz gegriffen. Seine Verantwortung liegt schließlich auch mit in den Bereichen Kindergärten und Schulen oder Sportstätten – Themen, die in letzter Zeit viel Arbeit erfordern. Wittrock überraschte viele bei der Nominierungsversammlung seiner Partei, als er offiziell als Kandidat gewählt wurde. Der Verwaltungsexperte bewarb sich mit einer unerwartet politischen Rede. „Bislang war das Politische von mir nicht gefordert“, sagt Wittrock, der in der Kandidatur zum Bürgermeisteramt eine besondere Verantwortung entdeckt hat. Gestalten, bewahren – „ich will schon deutlich machen, wie ich meine Ziele setze“.


Video: „Die Bürgermeister-Kandidaten – Andreas
Wittrock in 60 Sekunden“ unter: dewezet.de



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