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Bürgermeisterwahl: Andreas Breitkopf kandidiert als Parteiloser für die CDU – und will Neuland betreten

Kandidaten im Porträt: Von Zahlen und neuen Zielen

AERZEN. Zahlen sind seine Welt. Die Antwort von Andreas Breitkopf kommt wie aus der Pistole geschossen auf die Frage, wie viele Tage es noch zur Wahl sind. 17 an diesem Abend, als er in seinem Haus in Grupenhagen sitzt, dabei Rede und Antwort zu seiner Bürgermeister-Kandidatur steht und aus seinem Leben erzählt. „Ich takte die Zeit“, sagt der Verwaltungsexperte aus dem Hamelner Rathaus, der derzeit im Wahlkampf nach Dienstschluss an den Haustüren der Gemeinde Aerzen klingelt, um sich den Einwohnern vorzustellen. Als der Parteilose im Oktober von der CDU offiziell ins Rennen geschickt wurde, hatte Breitkopf noch eine andere Rechnung. „Wir haben exakt 222 Tage Zeit bis zur Bürgermeister-Wahl“, hatte er damals vorgezählt. Der Wahltag am 26. Mai rückt näher. „Schnell vergangen“, sagt er in seinem modern eingerichteten Wohnzimmer, wo der Blick durch die große Fensterfront über das Dorf hinweg in Richtung Egge schweift. „Hier lässt es sich schön leben“, schätzt er die dörfliche Idylle. Kaum von hier weggekommen – warum auch? Auf der anderen Seite des Hauses mit dem 1200 Quadratmeter großen Garten schaut er von der Eingangstür über Wiesen und Rapsflächen in Richtung Multhöpen. Ausgleich zum Beruf – „hier kann ich gut abschalten“.

veröffentlicht am 13.05.2019 um 15:56 Uhr
aktualisiert am 14.05.2019 um 23:10 Uhr

„Hier lässt es sich schön leben“: Andreas Breitkopf sieht sich als passionierter Radfahrer – hier vor Eigenheim und Garten. Foto: cb
Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Nervosität ist ihm nicht anzumerken, selbst wenn er einräumt, mit einem etwas geringeren Bekanntheitsgrad um die Gunst der Wähler zu werben. Nicht gerade ein Vielredner, eher von stoischer Ruhe geprägt, nimmt er die Herausforderung an. Vom Hamelner ins Aerzener Rathaus? Kurz nach seinem 60. Geburtstag habe er „intensiv die Kennenlernphase eingeleitet“, sagt er über den Wahlkampf. Selbst wenn er nun seit acht Jahren im Aerzener Rat Erfahrungen sammelt („Aber nie der Vollblutpolitiker, eher sachorientiert“), weiß Breitkopf um die mögliche Kehrtwende, die Regie im Rathaus zu übernehmen. „Man kann nicht so aus seiner Rolle schlüpfen“ – da sei er doch zu sehr Verwaltungsmensch. Dennoch traue er sich das Amt zu, besonders auf Grundlage seiner Erfahrungen im Hamelner Rathaus in verantwortungsvollen Positionen. „Ich wäre vielleicht nicht so der repräsentative Bürgermeister, eher, dass ich Dinge entwickeln will“, meint er. „Er will es noch mal packen“, sagt Ehefrau Sabine – und die beiden erwachsenen und auswärts lebenden Kinder begegneten dieser Entscheidung mit Respekt.

Verwaltungsmensch durch und durch, aber kein Bürokrat am Schreibtisch – da sei er auch schon mit den Hamelner Kollegen in den Kanal hinabgestiegen, um deren Arbeitsalltag kennenzulernen. Und für das Eigenheim aus dem Jahre 1894, der „ganze Stolz“ der inzwischen verstorbenen Eltern, die als Flüchtlinge nach Grupenhagen gekommen waren, könne er ebenfalls tatkräftig zupacken. Handwerklich nicht ganz ungeschickt – „viel vom Vater gelernt“, sagt er. Das früher ungenutzte Dachgeschoss bauten sie um zum zeitgemäßen Wohnraum. „Nicht so 08/15“, meint der 60-Jährige. Kaum vorstellbar, dass dort einst Stroh lagerte, wo es sich das Ehepaar im Wohnzimmer gemütlich gemacht hat.

So sehr der Kandidat das Vereinsleben auf dem Lande für wichtig hält für die dörflichen Strukturen, so hält er sich dennoch weitgehend heraus. „Ich bin nicht so der Vereinsmensch“, sagt er. Stattdessen schwört er auf seine Fahrradclique mit regelmäßigen Touren in der Region, die kurz nach den Wahlen zur 25. mehrtägigen Fahrt startet. Und mit seiner Tischtennis-Mannschaft mischt er auf Bezirksebene immer noch bei Punktspielen mit, berichtet Breitkopf, früher über 15 Jahre in der Schulelternarbeit aktiv und heute weiterhin in der Kirchengemeinde engagiert.

Der Parteilose hätte sich übrigens einst vorstellen können, Berufsschullehrer zu werden. Doch mit nur drei Bewerbungen hatte er sich die Verwaltungsausbildung gesichert – damit war der weitere Lebensweg vorgezeichnet. Und: Drei Anläufe benötigte die heimische CDU, um ihn für eine Bürgermeister-Kandidatur zu gewinnen. Für die Wahlen 2006 und 2014 habe er abgelehnt. Nachdem er zunächst den Bauhof oder dann den Bereich Kinder, Schule und Sport geleitet habe, sei er nun seit zwei Jahren in Hameln für die Finanzen zuständig. Breitkopf: „Und damit habe ich ein wesentlich breiteres Fundament, auf das ich aufbauen kann.“



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