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Gemeinde investiert in Abwasserleitungen / Welche Kosten kommen auf Grundstückseigentümer zu?

Kanalnetz gilt als Mammutaufgabe

Emmerthal. Das Leitungsnetz für Trinkwasser und Abwasser gilt als Daueraufgabe. Seit einiger Zeit nimmt die Gemeinde Emmerthal besonders die Abwasserkanäle in den Blick – erneut stehen erhebliche Investitionen in den nächsten Jahren bevor. Teilweise werden auch Grundstückseigentümer zur Kasse gebeten.

veröffentlicht am 27.12.2015 um 14:33 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:54 Uhr

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Autor:

Friedrich-Wilhelm Thies
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In das Abwasser-Kanalnetz der Gemeinde Emmerthal wird derzeit kräftig investiert, insbesondere in der Ortschaft Kirchohsen. Nicht zuletzt ein Grund dafür, dass die Gebühren in diesem Bereich angehoben werden sollen. Während derzeit die eigenen Abwasserleitungen der Gemeindewerke, einer Tochtergesellschaft der Gemeinde Emmerthal, saniert werden, sollen in den kommenden Jahren aber auch die privaten Anschlüsse auf den Grundstücken überprüft werden. Werden Schäden festgestellt, sind die Eigentümer dann verpflichtet, sie zu beheben.

In fünf große Einzugsgebiete sei das Kanalsystem in Kirch- ohsen aufgeteilt, erklärt der Fachbereichsleiter „Technische Dienste“ der Gemeinde, Uwe Dreyer, die alle über das Pumpwerk „Kipps Kuhle“ an die Kläranlage angeschlossen sind. Derzeit laufen Sanierungen im Teileinzugsgebiet „Herrengraben“ (grober Bereich um die Hauptstraße, Berliner Straße und Reherstraße) und „Kipps Kuhle“ (Bereich südlich Neue Straße und Mühlenweg). „Wir haben es in fast ganz Kirchohsen mit hohen Grundwasserständen zu tun. Beim Hochwasser der Weser und Emmer steigt der Grundwasserstand bis zu 2 oder 2,5 Meter unter der Oberfläche. Ein Peilbrunnen im Bereich des Rathauses überwacht diese Wasserstände“, erklärt Uwe Dreyer.

Die Abwasserleitungen liegen aber um die vier Meter unter der Erde und werden somit vom Grundwasser erreicht. Doch Abwasserleitungen müssen dicht sein. Weder darf Schmutzwasser ins Erdreich gelangen, um es zu verschmutzen, noch Grundwasser (der Experte spricht von Fremdwasser) in die Kanäle eindringen. Das Kanalsystem ist daher zunächst kontrolliert worden. Wo es keine schwerwiegenden Schäden, also Brüche oder Absenkungen, gab, werden Undichtigkeiten derzeit in einem sogenannten geschlossenen Verfahren beseitigt. Das bedeutet, es muss nicht gebaggert und der Kanal freigelegt werden. Der Fachbereichsleiter: „Es wird von bestimmten Stellen aus eine GFK-Leitung, also quasi ein Kunststoffschlauch eingezogen, der dann nur aushärten muss.“

In Emmerthal sind die Gemeindewerke übrigens zuständig für die Hauptleitungen in den Straßen und auch für die Zuleitungen auf die Grundstücke bis zu den dortigen Kontrollschächten. Anders etwa in Hameln, wo Grundstückeigentümer auch für die Zuleitungen bis in den Hauptkanal zuständig sind, also sogar im öffentlichen Verkehrsraum. „Wir müssen im Bereich Kipps Kuhle rund 1,5 Kilometer Abwasserleitung sanieren mit rund 50 Hausanschlüssen. Im Bereich Herrengraben liegt das in einem ähnlichen Bereich mit rund 55 Hausanschlüssen“, erklärt Uwe Dreyer. Beide Arbeiten durch eine Fachfirma aus Blomberg laufen in diesem Jahr parallel bei Kosten von rund 84 000 und 88 000 Euro. Für den Bereich Herrengraben etwa sind im nächsten Jahr weitere 146 000 Euro vorgesehen.

Bislang sind die Grundstücksbesitzer finanziell noch nicht gefordert, es sei denn über höhere Gebühren. „Wir werden aber im weiteren Verlauf des Verfahrens auch die Anschlüsse auf den Grundstücken vom Kontrollschacht bis in die Gebäude überprüfen. Das Projekt ist langfristig angelegt und wird sich sicher bis 2020 hinziehen“, kündigt Dreyer an. Zunächst werden die Abwasserleitungen mit einer Kamera befahren. Gibt es optisch keine Auffälligkeiten, erfolgt eine Dichtigkeitsprüfung. „Verläuft alles einwandfrei, ist die Sache für den Eigentümer erledigt. Werden aber Schäden festgestellt, ist der Grundstückbesitzer verpflichtet, sie zu beseitigen“, so der Fachbereichsleiter. Dies kann auch in einem geschlossenen Verfahren erfolgen. Bei schweren Schäden (Einbrüche, Absackungen) muss aber wohl gebaggert werden, was die Maßnahme nicht billiger macht. Denn die Kosten muss dann der Grundstücksbesitzer tragen.

Dreyer: „Wir werden den Betroffenen dabei aber beratend mit einem Ingenieur-Büro zur Seite stehen. Schließlich wollen wir, dass die Leute nicht auf irgendwelche obskuren Firmen hereinfallen und wir wollen sicherstellen, dass die Arbeiten ordnungsgemäß ausgeführt werden.“ Für Kamerabefahrung, Dichtigkeitsprüfung sowie Beratung der Eigentümer sind laut Wirtschaftsplan der Gemeindewerke zwischen 2016 und 2018 Beträge zwischen 55 000 und 40 000 Euro vorgesehen.



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